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TV-Werbung schwächelt Pro Sieben steckt in der Fernsehkrise

Pro Sieben Sat 1 hat Probleme im TV-Geschäft und senkt zum dritten Mal in diesem Jahr den Ausblick für den Werbemarkt. Der Dax-Konzern prüft nun eine Umstrukturierung – die Börse reagiert mit einem heftigen Kursrutsch.
29.08.2017 Update: 29.08.2017 - 11:30 Uhr 10 Kommentare

Nordkorea-Konflikt zieht den Dax runter - ProSiebenSat.1 brechen ein

Düsseldorf/München Schwache Einnahmen mit TV-Werbung und ein sich abzeichnender Konzernumbau: Pro Sieben Sat 1 hat die Anleger verprellt. Nur drei Wochen nach dem letzten Zwischenbericht senkte der Konzern in der Nacht zum Dienstag seinen Ausblick für den TV-Werbemarkt in Deutschland. Er dürfte in diesem Jahr nicht wachsen, sondern in etwa stagnieren - unter der Annahme, dass es eine Belebung zum Jahresende geben wird. Bislang deute alles darauf hin, dass sich das dritte Quartal unter den Erwartungen entwickeln werde, erklärte Pro Sieben Sat 1.

An der Börse sorgte das für einen regelrechten Ausverkauf: Die im Dax gelisteten Aktien der Sendergruppe stürzten zeitweise um fast 15 Prozent auf 27,86 Euro ab und notierten damit so niedrig wie zuletzt im Juli 2013. Im diesem Sog brachen im MDax die Aktien des Rivalen RTL Group um 8,8 Prozent ebenfalls auf ein Vier-Jahres-Tief von 59,89 Euro ein.

Die Angst vor einem schwachen Werbegeschäft lastet schon länger auf den Aktien von Pro Sieben. Mit einem Minus von rund 10,7 Prozent zählen sie im bisherigen Jahresverlauf ohnehin zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex.

Die Entwicklung des TV-Werbemarkts macht dem Konzern schon seit einiger Zeit zu schaffen. Bereits im Mai hatte Vorstandschef Thomas Ebeling zur Enttäuschung der Anleger seine Erwartungen an das Marktwachstum im laufenden Jahr von zunächst zwei bis drei Prozent auf 1,5 bis 2,5 Prozent zurückgeschraubt. Anfang August wurde dieses Ziel dann noch bestätigt - allerdings mit dem Hinweis versehen, wahrscheinlicher sei ein Wachstum am unteren Ende dieser Spanne. Nun hieß es, die bisherigen Kunden-Rückmeldungen insbesondere für den wichtigen Monat September seien enttäuschend.

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    Amazon Prime oder Netflix sind wohl mit die bekanntesten Anbieter von Video-on-Demand (VoD, Video auf Abruf). Und die entwickeln sich prächtig – zeigt eine Erhebung des Online-Portals „Netzsieger“. Machten die Anbieter 2016 einen Umsatz von 801 Millionen Euro, soll der 2017 noch einmal weiter wachsen: Auf bis zu 945 Millionen Euro. Wer davon am meisten profitiert.

    Quelle: Netzsieger

    (Foto: dpa)
    Platz 9: Select Video
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    Das Video-on-Demand-Angebot der Vodafone-Tochter Kabel Deutschland liegt auf einem geteilten neunten Platz im Ranking. Der Zugang zum Dienst ist speziell auf Kunden von Vodafone Kabel Deutschland zugeschnitten, die kriegen den Zugang zum Portal bei Vertragsabschluss gratis oben drauf. Ähnlich wie beim ungleich erfolgreicheren Amazon Prime gibt es in der digitalen Videothek dann sowohl kostenfreie als auch -pflichtige Angebote. Bisher schafft es der Netzanbieter aber nur auf zwei Prozent Marktanteil.

    (Foto: Reuters)
    Platz 9: Unitymedia
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    Auch den anderen neunten Platz nimmt ein Kabelnetzbetreiber ein. VoD-Optionen bietet Unitymedia dabei sowohl über die Unitymedia Videothek, als auch über Kooperationen mit dem Pay-TV-Sender Sky und der Video-Plattform Maxdome an. Der Marktanteil: Ebenfalls zwei Prozent.

    (Foto: dpa)
    Platz 7: Watchever
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    Gute Kritiken, ein breites Offline-Programm, Werbung bei „Bild“ und mit Til Schweiger: All das konnte Watchever, dem VoD-Dienst des größten französischen Medienkonzerns Vivendi, nicht retten. Ende 2016 wurde der hoch-defizitäre Dienst, der nur auf drei Prozent Marktanteil kam, eingestellt. Auch zu den angekündigten Eigenproduktionen für das Portal kam es nie.

    (Foto: obs)
    Platz 7: Videoload
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    Ebenfalls auf gerade einmal drei Prozent Marktanteil kommt Videoload – dabei ist das wenig bekannte Portal immerhin das VoD-Angebot der Deutschen Telekom. Das exklusiv in Deutschland verfügbare Angebot arbeitet anders als viele Konkurrenten ohne Abo-Funktion, stattdessen können über das Portal Serien und Filme geliehen oder gekauft werden.

    (Foto: dpa)
    Platz 6: iTunes
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    iTunes gehört mit rund acht Prozent Marktanteil zu den beliebtesten VoD-Anbietern Deutschlands – der Apple-Dienst landet damit auf Platz sechs. Auf der Plattform können Filme sowohl gekauft, als auch ausgeliehen werden. Auch Serien bietet iTunes seinen Nutzern an.

    (Foto: dpa)
    Platz 5: Google Play
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    Auch Tech-Gigant Alphabet bietet eine eigene Plattform für Medieninhalte: Mit zehn Prozent Marktanteil landet der Google-Dienst auf Platz 5. Zu den Verlierern des Erfolgs der Anbieter von Video-on-Demand gehören vor allem Deutschlands Videotheken: Laut Netzsieger gab es hierzulande 2016 gerade einmal noch 933 Videotheken. Auch die Kinobesucher würden weniger: So reduzierte sich die Zahl der verkauften Kinotickets von 2003 bis 2016 um 32 Millionen.

    (Foto: Reuters)

    Pro Sieben Sat 1 will jetzt die Konzernstruktur unter die Lupe nehmen, um sich besser auf den Wandel der Medienlandschaft auszurichten. Kern der Überlegungen sei die Schaffung einer Unterhaltungssparte, teilte der Dax-Konzern am Montag nach Börsenschluss mit. Demnach wird geprüft, die Sendergruppe mit den Flaggschiffen Sat 1 und Pro Sieben mit dem Bereich Digital Entertainment zusammenzufassen. Zu dieser Sparte gehört etwa die Onlinevideothek Maxdome. Ziel sei, mittelfristig Geld zu sparen.

    Zudem will Pro Sieben Sat 1 in den Bereichen Content Production und Commerce schneller wachsen. Dafür könnte sich der Konzern nach eigenen Angaben Investoren an Bord holen und auch über Zusammenschlüsse sprechen. „Die Überprüfung beinhaltet auch die Möglichkeit für potenzielle künftige Börsennotierungen“, erklärte das Unternehmen. Details sollen am 9. November vorgestellt werden.

    Digitalgeschäft läuft weiter gut
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    10 Kommentare zu "TV-Werbung schwächelt: Pro Sieben steckt in der Fernsehkrise"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @Herr Toni Ebert, 29.08.2017, 13:27 Uhr

      „ich erzähle ihnen mal was von Tom Cruise (den ich sehr bewundere, weil er sehr viel geheimes Wissen in Filme verpackt und uns näher bringt). Aber er ist extrem klein.
      Also nimmt man Fast-Zwerge, als Schauspieler seines Umfeldes und jeder denkt, der Tom ist ein Riese.
      Selbst Schwarzenegger soll nur gut 170 sein. Ich habe ihn oft gesehen, wenn er als Gouvernator bei uns neben an, im 1. Hotel von Hannover, residiert hat. In real ist der sooooo klein, den bemerkt man nur, wenn man aus dem 1-2 Stock auf ihn herunter sieht. Alle sind größer, als er. Aber er tunt sich in seiner Setcard auf 1,88 und nur Zwerge können in seinen Filmen mitspielen.“

      Aha. Und?

      Zu Tom Cruise fällt mir übrigens als erstes die Scientology-Sekte ein. Ich schätze beide n i c h t.

    • Herr Toni [email protected] Das Maß von Herrn Schwarzenegger stimmt nicht, der dürfte
      so 1,76m-1,80m groß sein.

    • @ Toni Ebert
      Beachten Sie mal die Relationen: Im Artikel ist immer noch von einem Marktwachstum im TV-Geschäft die Rede! Die TV-Landschaft ist ein gewaltiger Felsen, der von der Anspruchslosigkeit seiner Zuschauer gehalten wird.

      Jeder hat die Möglichkeit, sich im Internet über die wahren Zustände in Deutschland und der Welt zu informieren. Aber wie schon von mir geschrieben: Die Meisten wollen das gar nicht.

    • Frau Annette Bollmohr

      Nun, der Leser bzw. das Volk hat sich bei – hierzulande durchaus sauber und transparent ablaufenden – Wahlen mehrheitlich für Frau Merkel e und die Vertreter der „gemäßigten“ Parteien entschieden (falls es denn überhaupt von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht hat).
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      ich erzähle ihnen mal was von Tom Cruise (den ich sehr bewundere, weil er sehr viel geheimes Wissen in Filme verpackt und uns näher bringt). Aber er ist extrem klein.

      Also nimmt man Fast-Zwerge, als Schauspieler seines Umfeldes und jeder denkt, der Tom ist ein Riese.

      Selbst Schwarzenegger soll nur gut 170 sein. Ich habe ihn oft gesehen, wenn er als Gouvernator bei uns neben an, im 1. Hotel von Hannover, residiert hat. In real ist der sooooo klein, den bemerkt man nur, wenn man aus dem 1-2 Stock auf ihn herunter sieht. Alle sind größer, als er. Aber er tunt sich in seiner Setcard auf 1,88 und nur Zwerge können in seinen Filmen mitspielen.

    • @Herr Toni Ebert, 29.08.2017, 12:47 Uhr

      "Was der Leser will und wo seine Bedürfnisse sind, ist auch dem HB egal. wer aus dem Volk wird sich das gefallen lassen?"

      Nun, der Leser bzw. das Volk hat sich bei – hierzulande durchaus sauber und transparent ablaufenden – Wahlen mehrheitlich für Frau Merkel e und die Vertreter der „gemäßigten“ Parteien entschieden (falls es denn überhaupt von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht hat).

      Und, ganz ehrlich, wenn ich mir so anschaue, was von den anderen Parteien (namentlich der AfD und den Ultra-Linken) so kommt, finde ich das absolut nachvollziehbar. Ist m.E. immer noch bei weitem das „kleinere Übel“.

      Was nichts daran ändert, dass wir mit dem heutigen politischen System allesamt keinen Schritt weiter kommen werden:

      Die Politiker behaupten, sie würden die Verantwortung für alle übernehmen, und ein Großteil der Bevölkerung wälzt die dann freudig auf sie ab – nein, nicht mangels besserer „Alternativen“, sondern schlicht aus Bequemlichkeit – und beschränkt sich fortan aufs "Meckern".

      Besser wird davon allerdings nichts. Ganz im Gegenteil.


    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • @Herr ru ho, 29.08.2017, 12:14 Uhr

      Präzise auf den Punkt gebracht.

      Die Bequemlichkeit der Bürger in Verbindung mit fehlendem Durchblick (= Intransparenz) ist - vorerst noch - deren einzige "Hoffnung".

    • Prosieben hat sich doch selbst mit einem Seil um den Hals auf den Stuhl gestellt, den die Zuschauer jetzt wegkicken. Wer bezahlt denn für ein solch armseeliges Programm auch noch Gebühren, um dann laufend Werbung anzusehen?

    • Ja sowas aber auch !
      Alle 5 Minuten total nervige Werbung für Imbezile,und nun auch gebührenpflichtiges Freenet-TV???
      Und da wundern die sich,wenn die Kundschaft abwandert und folglich die Werbeeinnahmen wegbrechen?Wie doof kann man sein?
      Kann mich noch erinnern,wie es mit dem Privat-TV losging:da hat man die vermehrte Werbung akzeptiert,weil es eine echte Verbesserung zum grottenschlechten öffentl. Sendern war(die übrigens heute eher noch miserabler geworden sind).
      Aber heute in Zeiten des I-Net? Da kann man ja sein Programm weltweit aussuchen,und das meist kosten- und werbefrei.Oder kauft die DVD für nen Euro.
      Wozu dann nerviges Privatfernsehen mit Dauerwerbung und neuerdings Kosten???
      Da schaufelt sich jemand sein eigenes Grab...

    • Hi Hi Hi und das für Fake-News !
      Bezahlfernsehen: Sat.1 und ProSieben wollen TV-
      Es ist ein Einschnitt im deutschen Fernsehen: Die Privatsender Sat.1, ProSieben und Kabel 1 planen, künftig verstärkt an ihren Zuschauern zu verdienen.

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