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Twitter Das Vögelchen zwitschert Gewinn

Der Internet-Konzern Twitter hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen. Zudem wurde die Zahl der monatlich aktiven Nutzen um vier Millionen gesteigert. Die Twitter-Aktie legte prompt zu.
26.10.2017 - 13:56 Uhr Kommentieren
Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich um gut vier Prozent auf 589,6 Millionen Dollar. Analysten hatten allerdings mit noch etwas niedrigeren Erlösen gerechnet. Quelle: AP
Twitter

Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich um gut vier Prozent auf 589,6 Millionen Dollar. Analysten hatten allerdings mit noch etwas niedrigeren Erlösen gerechnet.

(Foto: AP)

San Francisco Der Nachrichtendienst Twitter musste in der Vergangenheit jede Menge Spott über sich ergehen lassen: Das Yahoo der sozialen Netzwerke, meinten manche – weil von den einstmals glänzenden Aussichten ungefähr so viel übrig blieb wie beim Internet-Dino Yahoo. Um das Ganze noch ein wenig schlimmer zu machen, wurde das Beispiel Twitter herangezogen, um die Erfolgsaussichten von Snapchat, einer anderen App aus dem Silicon Valley, kritisch zu hinterfragen. Das könnte sich nun ändern.

Der Kurznachrichtendienst ist war für viele längst Alltag im Nutzungsmischmasch von sozialen Netzwerken geworden, nur mit dem Gewinn haperte es immer. Verluste, das gehört bislang zu Twitter, wie die 140 Zeichen. Doch Anleger dürfen hoffen: Der Internet-Konzern könnte im laufenden vierten Quartal erstmals einen Gewinn ausweisen.

Im vergangenen Quartal übertraf Twitter die Erwartungen von Analysten bei Umsatz und Gewinn und steigerte die Zahl monatlich aktiver Nutzer um vier Millionen. Die Aktie legte in einer ersten Reaktion vor Beginn des regulären Handels am Donnerstag um mehr als acht Prozent zu.

Das sind die größten Internetunternehmen der Welt
Platz 10: Salesforce
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Das Unternehmen bietet Cloud-Dienste für Unternehmen und ist damit sehr erfolgreich: Zuletzt erhöhte der SAP-Rivale seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 8,2 Milliarden Dollar.

Börsenwert: 57 Milliarden US-Dollar*

*Stand: Mai 2016

(Foto: Reuters)
Platz 9: Ant Financial
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Ant Financial gehört zum chinesischen Firmenkonglomerat Alibaba. Der Konzern betreibt die Bezahl-Plattform Alipay, die –ähnlich wie Paypal– die Abwicklung des elektronischen Zahlungsverkehrs ermöglicht. Die Credit Suisse schätzt, dass rund 58 Prozent der Online-Zahlungen in China über die Plattform laufen.

Börsenwert: 60 Milliarden Dollar

(Foto: Reuters)
Platz 8: Baidu
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Das chinesische Google-Baidu gehört zu den fünf am häufigsten aufgerufenen Webseiten der Welt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 10,3 Milliarden Dollar. Fünf Jahre vorher waren es gerade einmal rund 1,2 Milliarden Dollar. Das rasante Wachstum hat Baidu in den Kreis der größten Internetunternehmen der Welt katapultiert.

Börsenwert: 62 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 7: Uber
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Der Fahrtendienst Uber hat noch immer mit viel Gegenwind zu kämpfen. Wegen des vielerorts festgeschriebenen Taxi-Monopols bekommt Uber keinen Fuß in viele Märkte – auch in Deutschland nicht. Dennoch wird an den Aktienmärkten Uber bereits mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet. Und das obwohl das Unternehmen überhaupt keinen Gewinn schreibt. Im zweiten Quartal 2014 stand bei Uber ein Verlust von 109 Millionen Dollar.

Börsenwert: 63 Milliarden Dollar

(Foto: AP)
Platz 7: Priceline
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Immer mehr Menschen buchen ihren Urlaub über das Internet. Portale wie Priceline machen damit ein gutes Geschäft. 2015 wuchs der Umsatz auf 9,2 Milliarden Dollar. Damit ist Priceline das größte Online-Buchungsportal der Welt.

Börsenwert: 63 Milliarden Dollar

Platz 6: Alibaba
6 von 11

1999 hat Jack Ma die Website alibaba.com ins Leben gerufen. Nur sechs Jahre später beteiligte sich Yahoo mit 40 Prozent an Alibaba. 2014 ging Ma mit dem Unternehmen an die New Yorker Börse. Beim Börsengang konnten Aktien im Wert von fast 22 Milliarden Dollar verkauft werden, womit das Alibaba-IPO eines der größten der Welt war. Das Internetunternehmen hat Ma zum Multimilliardär gemacht. Forbes schätzt sein Vermögen auf knapp 23 Milliarden Dollar.

Börsenwert: 205 Milliarden Dollar

(Foto: Reuters)
Platz 5: Tencent
7 von 11

Tencent ist eine Art Internetmischkonzern. Der chinesische Konzern ist in den Geschäftsfeldern, Sofortnachrichtendienste, soziale Netzwerke, Online-Medien, Internet-Mehrwertdienste, Online-Games und Online-Handel tätig. 1998 gegründet ging Tencent mit einem Instant Messenger an den Start, der das Unternehmen zum ersten Internetkonzern Chinas machte, der einen Gewinn erzielen konnte. Seitdem ist der Wert von Tencent kontinuierlich gestiegen.

Börsenwert: 206 Milliarden Dollar

(Foto: Reuters)

Mit roten Zahlen war das Unternehmen 2013 reichlich euphorisch an der Börse gestartet – und zu Beginn sah es auch so aus, als hätte die Realität auch ihre Freude an den Hoffnungen der Twitter-Führungsriege: Lag der Ausgabepreis damals noch bei 26 Dollar, kletterte der Kurs am ersten Tag an der Wall Street zunächst um 80 Prozent, dann sogar um 93 Prozent auf rund 50 Dollar nach oben.

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    Anfang 2014 erreichte das Papier sogar einen Höchststand von über 64 Dollar. Doch danach ging es bergab – bis auf ein Tief von unter fünfzehn Dollar. 2016 hatte es sogar Spekulationen über einen Verkauf gegeben. Angebliche Interessenten wie Salesforce über Google bis Disney, verneinten jedoch. Im Oktober vergangenen Jahres teilte Twitter mit, etwa neun Prozent der weltweiten Belegschaft zu entlassen.

    Chef Jack Dorsey versuchte Anlegern und womöglich auch sich selbst Mut zu machen: „Wir haben einen klaren Plan und wir nehmen die nötigen Veränderungen vor, um sicherzustellen, dass Twitter für langfristiges Wachstum aufgestellt ist“, versprach Gründer er damals und hielt an dem Ziel fest 2017 endlich profitabel zu werden. Auch von prominenter Stelle gab es Unterstützung: Investor Steve Ballmer, ehemaliger Microsoft-Chef, gab gegenüber dem US-Nachrichtensender CNBC Mitte Juli Bekannt: „Twitter ist eine sehr gute Anlage.“

    Sie hätten gute Arbeit geleistet bei der Verbesserung des Produkts und der Monetarisierung, der Markt habe das verstanden. Es sei aber nicht an der Zeit den Fuß von der Bremse zu nehmen, es sei noch Arbeit zu tun. Analysten zeigten sich wieder verhalten zuversichtlich.

    Zu den vergangenen Quartalszahlen blieb das Aufatmen allerdings aus: Der Verlust nahm im Jahresvergleich von 107,2 auf 116,5 Millionen Dollar (99,4 Millionen Euro) zu. Die Werbeeinnahmen sanken um acht Prozent auf 489 Millionen Dollar. Beim gesamten Konzernumsatz gab es einen fünfprozentigen Rückgang auf 574 Millionen Dollar.

    Die fünf Schattenseiten des Silicon Valley
    1. Brutale Personalpolitik
    1 von 10

    Zu viel Harmonie schade dem wirtschaftlichen Erfolg, lautet etwa das Credo bei Amazon. Berichte ehemaliger Mitarbeiter in der „New York Times“ zeigen, was das bedeutet: nach Mitternacht berufliche Mails, die zu beantworten sind; Appelle, weniger leistungsfähige Kollegen zu verpetzen. Im Bild: Amazon-Chef Jeff Bezos.

    (Foto: AFP)
    Stress und hohe Arbeitsbelastung
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    Ein früherer Marketing-Mitarbeiter von Amazon sagte: „Fast alle Leute, mit denen ich zusammenarbeitete, sah ich an ihrem Tisch sitzen und weinen.“

    (Foto: Imago/Westend61)
    2. Eintönige Führungskultur
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    Im Silicon Valley herrscht eine homogene Truppe: weiß, männlich, Mittelklasse. Die Atmosphäre in vielen Start-ups sei gar frauenfeindlich, sagt manch eine Investorin.

    (Foto: Imago/Westend61)
    Weiß, männlich, Mittelklasse
    4 von 10

    Die Investorin Nnena Ukuku, deren Eltern aus Nigeria stammen, sagte dem Handelsblatt: „Das Einzige, was schlimmer ist, als in der Technologiewelt eine Frau zu sein, ist eine schwarze Frau zu sein.“ Schwarze Gründer würden gar nicht ernst genommen.

    (Foto: Imago/Westend61)
    3. Prekäre Selbstständigkeit
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    Die „Uberisierung“ der Wirtschaft, in der Fahrer, Kuriere oder Putzkräfte nicht mehr angestellt sind, sondern Unternehmer, lässt die "Sharing Economy" boomen.

    (Foto: AP)
    Ärger mit den Behörden
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    Hotels und Taxi-Gewerbe werden damit überflüssig. Das schafft Unabhängigkeit, verlagert aber das unternehmerische Risiko. Das Modell sorgt auch bei Behörden für Unmut, die sich um Steuersummen in Millionenhöhe geprellt sehen.

    (Foto: AFP)
    4. Das Ende der Privatsphäre
    7 von 10

    Das Valley feiert die Philosophie ständiger Verfügbarkeit und Arbeitsbereitschaft. Google oder Facebook holen ihre Programmierer morgens mit dem Bus zu Hause ab. Auf dem „Campus“ servieren sie kostenlose Bio-Mahlzeiten.

    (Foto: dpa)

    Allerdings musste Twitter auch einräumen, dass seit 2014 die Nutzerzahlen wegen eines Fehlers bei der Auswahl der Datenquellen leicht überhöht dargestellt wurden. Deshalb waren es im zweiten Quartal zum Beispiel 326 Millionen aktive Nutzer statt der zuvor gemeldeten 328 Millionen. Bis Ende September stieg die Zahl nach korrekter Berechnung auf 330 Millionen.

    Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich um gut vier Prozent auf 589,6 Millionen Dollar. Analysten hatten allerdings mit noch etwas niedrigeren Erlösen gerechnet.

    Unterm Strich ergab sich ein Verlust von gut 21 Millionen Dollar nach einem Fehlbetrag von 103 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Beim bereinigten operativen Ergebnis pro Aktie übertraf Twitter aber die Erwartungen der Börsianer deutlich. Leise zwitschert es Hoffnung.

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