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Übernahme von Honeypot Xing kauft Jobplattform für IT-Experten

Xing übernimmt die Jobvermittlungsplattform Honeypot mit 100.000 registrierten Tech-Fachkräften. Für das Karrierenetzwerk ist es die bisher größte Akquisition.
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Die Karriereplattform will ihr Geschäft auf weitere Bereiche der Jobvermittlung ausdehnen. Quelle: dpa
Xing

Die Karriereplattform will ihr Geschäft auf weitere Bereiche der Jobvermittlung ausdehnen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Karrierenetzwerk Xing baut sein Geschäft aus: Das börsennotierte Unternehmen übernimmt mit sofortiger Wirkung das Berliner Start-up Honeypot, das eine Jobplattform für IT-Experten anbietet. Der Basiskaufpreis beträgt 22 Millionen Euro. Die Summe könnte noch steigen: Bei Erreichen bestimmter Geschäftsziele innerhalb der nächsten drei Jahre könnte der Preis auf bis zu 35 Millionen Euro klettern.

Honeypot berücksichtigt bei der Stellenvermittlung den zunehmenden Arbeitskräftemangel, vor allem im Bereich Technologie, und stellt das Vermittlungsprinzip auf den Kopf: Bei der Berliner Plattform bewerben sich Unternehmen bei Arbeitnehmern – und nicht umgekehrt. 

Für Thomas Vollmoeller, CEO von Xing, ist vor allem die große Community, die Honeypot seit der Firmengründung 2015 aufgebaut hat, der wahre Firmenwert. Rund 100.000 Tech-Talente sind auf der Plattform registriert – 30 Prozent von ihnen stammen aus Deutschland, der Rest sind ausländische Fachkräfte.

Hinzu kommen 1500 Unternehmen, die Arbeitskräfte suchen. „Honeypot hat eine starke Stimme in der Community“, sagt Vollmoeller. „Es ist dem Unternehmen gelungen, dieselbe Sprache wie die IT-Fachkräfte zu sprechen.“

Hinter dem 50-Mitarbeiter-Unternehmen Honeypot stehen die beiden Gründer Kaya Taner und Emma Tracey. Für Xing ist es die neunte und bisher größte Akquisition – und die erste, bei der eine Frau unter den Gründern ist. Taner und Tracey werden noch mindestens drei Jahre an Bord bleiben. „Wir freuen uns, wenn uns die Honeypot-Gründer auch langfristig verbunden bleiben“, meint Vollmoeller.

Honeypot erzielt einen Jahresumsatz von fünf Millionen Euro. Der Firmenverlust liegt in ähnlicher Höhe. Daran wird sich zunächst wenig ändern: „Wir wollen kräftig in Wachstum investieren“, sagt der Xing-CEO. Bis Ende des Jahres soll die Honeypot-Mannschaft von 50 auf 120 Köpfe steigen. Neben den beiden Büros in Berlin und Hamburg soll es weitere in München und im Rhein-Main-Gebiet geben. Auch Standorte in Österreich und der Schweiz sind geplant.

Um den Weg für weiteres Wachstum zu ebnen, plant Xing, sich in der zweiten Jahreshälfte in „New Work SE“ umzubenennen. Mit Tochterunternehmen wie Kununu oder HalloFreelancer sei Xing längst mehr als das reine Netzwerk, sagt Vollmoeller. „New Work bildet die Klammer um all unsere Unternehmensaktivitäten.“

Im vergangenen Jahr erzielte Xing einen Umsatz von 235 Millionen Euro. Die Plattform zählt 15 Millionen Mitglieder, davon sind eine Million Mitgliedschaften kostenpflichtig. Das Münchener Medienunternehmen Burda hält die Mehrheit der Aktien von Xing.

Vor allem E-Recruiting ist nach Angaben von Vollmoeller ein Wachstumsbereich für seine Firma. 2018 zählte Deutschland nach Angaben des Branchenverbands Bitkom 82.000 unbesetzte Stellen im IT-Bereich.

Das Kräfteverhältnis zwischen Bewerbern und Arbeitgebern wandelt sich, Firmen müssen um die besten Köpfe konkurrieren, wollen sie im Wettbewerb bestehen. „Die Nachfrage nach IT-Fachkräften wird noch sehr stark ansteigen“, schätzt Vollmoeller. „Wir stehen da erst am Anfang der Entwicklung.“

Xing und Honeypot sollen sich ergänzen

Honeypot dreht das klassische Prinzip des Jobmarktplatzes um: Unternehmen bewerben sich bei Fachkräften nach vorgegebenen Regeln. So müssen sie Informationen wie Gehalt und inhaltliche Anforderungen direkt bei der Kontaktaufnahme angeben. Die Entwickler werden vor der Freischaltung der Profile einem Check unterzogen und können ihre Präferenzen zu Programmiersprachen, Gehaltserwartungen und Arbeitsstandort angeben. Dadurch soll die Vermittlung verbessert werden.

Für Vollmoeller ist der Match zwischen Xing und Honeypot ebenfalls ideal: „Xing E-Recruiting verfügt über ein Netzwerk mit rund 20.000 Unternehmenskunden, Honeypot hat den Zugang zu IT-Fachkräften aus aller Welt.“ Gemeinsam könne man Unternehmen dabei unterstützen, die richtigen Talente zu finden.

„Mit Xing als Partner können wir die weltweit rund 100.000 IT-Spezialisten, die auf Honeypot angemeldet sind, mit allen attraktiven Arbeitgebern im deutschsprachigen Raum zusammenbringen“, sagt Kaya Taner, Gründer von Honeypot. „So kann Honeypot den heimischen Markt weiter entwickeln und zeitgleich seine internationale Community weiter ausbauen.“

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