Übernahme von N-TV Kartellamt verlängert Frist für RTL

Das Kartellamt verlängert auf Wunsch von Beteiligten die Frist, um über die geplante Übernahme des Nachrichtensenders N-TV durch den Fernsehkonzern RTL zu entscheiden.

hps DÜSSELDORF. Wie eine Sprecherin bestätigte, werden die Bonner Wettbewerbshüter nun bis zum 28. April eine Entscheidung treffen.

Bei RTL wird die Fristverlängerung als positives Zeichen gewertet. Bisher gehörten der Fernsehtochter des Medienriesen Bertelsmann schon 50 Prozent der Anteile. Der weltgrößte Medienkonzern Time Warner hatte nach jahrelangen Verlusten die Geduld mit dem Kölner Sender verloren und will seinen Anteil an RTL verkaufen.

Die Entscheidung des Bundeskartellamts ist für RTL von großer Bedeutung. Denn sollten die Beamten die Komplettübernahme endgültig ablehnen, könnte RTL künftig nicht mehr in Deutschland dazu kaufen. Sollte es zu einem Quasi-Kaufverbot durch die Kartellwächter kommen, wird RTL dagegen vor dem zuständigen Oberlandesgericht in Düsseldorf klagen. „Notfalls gehen wir bis zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe“, sagte ein Manager.

N-TV schreibt seit Jahren Millionenverluste. Im vergangenen Jahr ging der Gewinn der gesamten RTL-Sendergruppe in Deutschland um knapp sieben Prozent auf 244 Mill. Euro zurück.

Bereits Anfang Februar hatte das Kartellamt in einer Vorentscheidung mitgeteilt, die Übernahme von N-TV verstärke im Werbemarkt die „kollektive marktbeherrschende Stellung“ der beiden Sendergruppen RTL Group (RTL, Vox, Super RTL, N-TV) und Pro Sieben Sat 1 (Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, N 24). Beide Gruppen halten seit Jahren jeweils einen Marktanteil von 40 Prozent an der TV-Werbung. Das Kartellamt sieht hierin ein „Duopol ohne wesentlichen Wettbewerb durch Außenseiter“. Nach der Untersagung der Übernahme von Pro Sieben Sat 1 durch den Zeitungskonzern Axel Springer hatte Kartellamtspräsident Ulf Böge gesagt, das „wettbewerbslose Duopol“ dürfe weder von der einen noch von der anderen Seite verstärkt werden.

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