Universal-Mutterkonzern Comcast schluckt Dreamworks Animation für 3,8 Milliarden Dollar

Die „Minions“ tun sich mit „Kung Fu Panda“ zusammen: Die Universal-Mutter Comcast holt das Animations-Studio Dreamworks unter ihr Konzerndach. Mit dem Milliarden-Deal setzt der Kabelgigant auf neue Einnahmequellen.
Dreamworks-CEO, Jeffrey Katzenberg, musste im vergangenen Jahr nach mehreren Misserfolgen an den Kinokassen die Streichung von 500 Jobs bekanntgeben. Quelle: AP
Jeffrey Katzenberg

Dreamworks-CEO, Jeffrey Katzenberg, musste im vergangenen Jahr nach mehreren Misserfolgen an den Kinokassen die Streichung von 500 Jobs bekanntgeben.

(Foto: AP)

New YorkDer US-Kabelriese Comcast baut seine Stellung im Unterhaltungsgeschäft mit der milliardenschweren Übernahme des Trickfilm-Studios Dreamworks Animation aus. Die Firma hinter Kinohits wie „Madagascar“, „Shrek“ oder „Kung Fu Panda“ geht für 41 Dollar je Aktie in bar an die Comcast-Tochter NBC Universal, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Der Deal habe damit ein Volumen von etwa 3,8 Milliarden Dollar (3,4 Mrd Euro).

Comcast lässt sich den Zukauf einiges kosten und zahlt einen Aufschlag in Höhe von 27 Prozent auf den Schlusskurs von Mittwoch. Zum Vergleich: An der Börse brachte es Dreamworks Animation nur auf rund 2,3 Milliarden Dollar, bevor erste Übernahmegerüchte die Runde machten. Das „Wall Street Journal“ hatte bereits am Dienstagabend über einen Kaufpreis von mehr als drei Milliarden Dollar berichtet.

Das Maus-Imperium schlägt zu
MICKEY MAUS BESEN
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Wie alles begann: 1927 erblickte Micky Maus das Licht der Welt und wurde über die Jahre zum Symbolbild des Unternehmens – und einer Ikone der Unterhaltungsindustrie.. Seinen ersten großen Auftritt hatte der Nager im Film „Plane Crazy“. Doch erst der dritte Micky-Maus-Cartoon „Steamboat Willie“ machte die Maus 1928 weltberühmt. Hier ist Micky als Zauberlehrling in „Fantasia“ zu sehen.

60 Jahre Micky Maus
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Der Anfang: Micky Maus ist zwar noch immer der prominenteste Star im Disney-Imperium, doch das große Geld verdienen mittlerweile Andere: Zu dem Unterhaltungsriesen gehören lukrative Vergnügungsparks, Fernsehsender und Kinostudios.

Disney buying Lucasfilm, maker of Star Wars
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Neu im Team: Die Filmstudios von „Star Wars“-Erfinder George Lucas (Bild). Nach der Übernahme von „Lucasfilm“ plant der Unterhaltungskonzern eine Fortsetzung des erfolgreichen Fantasy- und Science-Fiction-Spektakels um Luke Skywalker. Auf Darth Vader werden Fans natürlich verzichten müssen. Dafür dürfte sich der ein oder andere Stormtrooper einfinden.

huGO-BildID: 4784035 This undated promotional photo provided by Twentieth Century Fox shows actors Ewan McGregor, left, as Obi-Wan Kenobi and Hayden
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Disney hat Erfinder George Lucas sein „Star Wars“-Imperium für rund vier Milliarden Dollar in Geld und Aktien abgekauft. Der neue Film „Star Wars Episode 7“ soll 2015 erscheinen, erklärte Disney-Chef Bob Iger. Auch die Episoden 8 und 9 sind bereits geplant. Der Handlungsstrang für die nächste Trilogie sei bereits von „Lucasfilm“ weitgehend ausgearbeitet. Zur Not darf Disney sich sicher auch an einer der zahlreichen Roman-Fortsetzungen vergreifen.

TOBEY MAGUIRE STARS AS SPIDER MAN
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Neben Micky Maus und Donald Duck gehören seit dem Sommer 2009 auch die Superhelden des Marvel Universums wie Spiderman und die X-Men zum Disney-Konzern. Der weltgrößte Unterhaltungskonzern hat sich für vier Milliarden Dollar die Rechte an den mehr als 5000 Figuren von Marvel gesichert, vor allem um die Jungs wieder für den Konzern zu gewinnen. Ein großartiger Deal, wie sich seitdem immer mehr herausstellt.

Publicity photo from the film "The Avengers"
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Auch „The Avengers“ ließen die Kinokassen klingeln, ist mittlerweile dritterfolgreichster Film aller Zeiten. Dank des Superhelden-Spektakels schoss der operative Gewinn auf 313 Millionen Dollar hoch - von 49 Millionen im Vorjahr. Doch auch an der Börse kam die Übernahme damals gut an: Die Marvel-Aktie schoss zur Eröffnung um mehr als 26 Prozent auf 48,87 Dollar in die Höhe.

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Disney setzt auf die ganze Familie: Bei jungen Mädchen ist Disney mit Kunstfiguren wie Hannah Montana erfolgreich. Die Serie über das Doppelleben eines Teenies wird zum Kassenschlager, Hauptdarstellerin Miley Cyrus zum Star. Der Soundtrack der Serie erklimmt mehrfach die Spitze der US-Albumcharts. Das Problem für Disney: Hannah Montana ist mittlerweile volljährig, die letzte Staffel wurde 2010 abgedreht.

Comcasts Hollywood-Studio Universal hat mit der Sparte Illumination Entertainment bereits eine eigene Animations-Tochter, die zuletzt große Erfolge mit „Ich - Einfach unverbesserlich“ und „Minions“ landen konnte. „Dreamworks Animation ist eine großartige Ergänzung“, verkündete NBC-Universal-Chef Steve Burke. Der Neuerwerb soll vor allem das Geschäft mit Unterhaltung für Kinder und Familien nach vorne bringen.

So greift Comcast das Branchenschwergewicht Disney an, das nicht nur mit Blockbustern, sondern auch mit den dazugehörigen Fanartikeln Milliarden macht. Der Micky-Maus-Konzern, dem mit dem jüngsten „Star-Wars“-Film ein Riesenerfolg gelang, verdient so auch Jahre nach Kinohits wie „Die Eiskönigin“ noch gut an den Merchandise-Artikeln. Zudem spülen Themenparks Disney viel Geld in die Kasse.

Diese Strategie reizt auch Comcast. Mit den Figuren von Dreamworks Animation will der Konzern nach dem Vorbild von Disney seine Freizeitparks attraktiver machen und von Fanartikeln profitieren. Der Zukauf werde helfen, diese Geschäfte „über Jahre“ wachsen zu lassen, erklärte NBC-Universal-Chef Burke. Die Fusion soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden, die Wettbewerbshüter müssen noch zustimmen.

Dreamworks Animation hatte im vergangenen Jahr nach mehreren Misserfolgen an den Kinokassen 500 Jobs gestrichen. Laut Medienberichten gab es schon Verkaufsgespräche mit dem Spielzeug-Hersteller Hasbro, dem japanischen Telekom-Konzern SoftBank sowie Interessenten aus China. Zuletzt fand das Studio eine neue langfristige Geldquelle mit einem mehrjährigen Deal zur Produktion von Serien für den Online-Videodienst Netflix.

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  • dpa
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