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Unterhaltung in der Krise Das Coronavirus führt zur Renaissance der Autokinos

Die Nachfrage nach Tickets für Filmvorführungen vor dem eigenen Fahrzeug ist riesig. Doch auch die Betreiber leiden unter den Folgen der Coronakrise.
08.04.2020 - 10:28 Uhr Kommentieren
Betreiber müssen sicherstellen, dass der Sicherheitsabstand unter den Autos gewährleistet ist. Quelle: dpa
Besucher im Autokino Essen

Betreiber müssen sicherstellen, dass der Sicherheitsabstand unter den Autos gewährleistet ist.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es gab eine Zeit Mitte des vergangenen Jahrhunderts, da war der Besuch eines Autokinos eine Art rebellischer Akt. Im eigenen Wagen konnten Jugendliche ungestört von der damaligen prüden Gesellschaft miteinander knutschen und dabei ein kleines Stück Freiheit genießen.

Heute, in Zeiten von Corona, wollen wieder mehr Besucher das kleine bisschen Freiheit erleben, das Autokinos ihnen bieten. Doch auch die Betreiber haben mit coronabedingten Einnahmeausfällen zu kämpfen – trotz Rekordnachfrage für Kinotickets.

„Als einzige Freizeitbeschäftigung, die in Deutschland noch geht, hat man viel zu tun“, sagt Heiko Desch von der Autokinokette Drive In. Die Tickets für die Vorstellungen seien nach kürzester Zeit ausverkauft.

Egal ob Horrorfilm, Thriller oder Komödie – für die Besucher zählt in diesen Tagen vor allem, überhaupt einmal wieder ins Kino zu gehen.

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    Dafür müssen die Betreiber einiges leisten: Um überhaupt eine Genehmigung zur Öffnung zu bekommen, müssen sie sicherstellen, dass die Ansteckungsgefahr minimiert wird und sich Besucher an die derzeitigen Vorschriften halten können.

    Das bedeutet vor allem weniger Stellplätze. „Wir haben Kapazitäten für 1000 Autos“, sagt Heiko Desch „momentan dürfen wir aber nur 250 Fahrzeuge reinlassen“. Das hat seinen Grund: Eigentlich müssen die Besucher während der ganzen Vorstellung in ihren Autos bleiben. Doch es gibt eine Ausnahme: der Gang zur Toilette. Hier dürfen sich aber nur maximal zwei Personen gleichzeitig aufhalten.

    Um das zu gewährleisten, mussten die Besucherzahlen auf ein Viertel heruntergefahren werden. Außerdem hat das Drive In Ordner angestellt, die die Einhaltung der Corona-Regeln überwachen.

    Kinos müssen auf etwa 40 Millionen Besucher verzichten

    Auch auf andere Einnahmequellen müssen die Betreiber verzichten, etwa auf Trödel- oder Automärkte auf ihren Plätzen. Da ist das derzeitig stark besuchte Kinogeschäft aber nicht mehr als eine finanzielle Hilfe, um durch die Krise zu kommen. „Ich will mich nicht beschweren“, sagt Heiko Desch trotzdem, wohlwissend dass seine Kollegen der zu-Fuß-Kinos eine wirtschaftlich schlimme Zeit durchmachen.

    Laut Schätzungen des Hauptverbands Deutscher Filmtheater (HDF) müssten deutsche Kinos 2020 mit 40 Millionen Besuchern weniger und rund 186 Millionen Euro Kosten rechnen, sollten die Schließungen drei Monate anhalten.

    Viele Autokinos hingegen durften in eingeschränkter Form wieder öffnen, da sie eine epidemiologisch unbedenkliche Möglichkeit des Filmeguckens bieten. Die Tickets werden online bestellt und über das Handy am Eingang vorgezeigt – durch die geschlossene Scheibe.

    Etwa ein Dutzend Autokinos gibt es in Deutschland, doch nicht alle haben geöffnet. „Unsere Kinos in Aschheim und Frankfurt Gravenbruch sind noch geschlossen“, sagt Heiko Desch. Die Betreiber müssten mit den örtlichen Behörden zusammenarbeiten, um sie von einer Wiedereröffnung zu überzeugen.

    Gleichzeitig haben jedoch auch andere Event-Anbieter das Potenzial der kontaktlosen Unterhaltung erkannt und eröffnen Autokinos, wo es vorher keine gab. So auch auf dem Parkplatz der Messe Düsseldorf. Da die Ausstellungen derzeit ausfallen müssen, sind alternative Einnahmequellen willkommen.

    „Wir mussten erfinderisch werden, um eine Möglichkeit zu bieten, etwas zu unternehmen und gleichzeitig die Hygienevorschriften einzuhalten“, sagt Marcel Ortmanns von der Betreibergesellschaft D.Live. „Das Autokino ist da eine prima Möglichkeit“. In der ersten Woche soll ein Euro pro Pkw dem Filmkunststudio Düsseldorf zukommen.

    Im Autokino gilt trotz Corona weiterhin: Küssen ist erlaubt. Allerdings nur mit dem Partner im eigenen Auto – aus virologischen Gründen, versteht sich.

    Mehr: Im Katastrophenkino ist die Bedrohung der Menschheit durch Seuchen ein beliebtes Szenario. Doch nun macht die Corona-Pandemie Hollywood tatsächlich Angst.

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