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Unterhaltungsriese Disney verpasst Gewinnziel – Aktie stürzt ab

Hohe Investitionen in digitale Infrastrukturen und Plattformen belasten Walt Disney. Doch der Konzern sieht sich auf dem richtigen Weg in die Zukunft des Fernsehens.
Update: 07.08.2019 - 02:31 Uhr Kommentieren

Streamingdienst-Projekt sorgt für Kurseinbruch bei Disney

Burbank, San Francisco Walt Disney lässt sich die Vorbereitungen für das Duell der Streamingdienste gegen Netflix mehr kosten als von Experten erwartet. Trotz der Einnahmen durch Blockbuster-Filme wie „Avengers: Endgame“ verbuchte der US-Konzern im dritten Quartal des Geschäftsjahres einen Gewinn und Umsatz unter den Erwartungen der Experten. Die Aktie gab am Dienstag nachbörslich um fünf Prozent nach.

Seit Monaten steht das neue Digitalprojekt Disney+ bei Anlegern und Analysten im Mittelpunkt des Interesses. Während des Analystengesprächs am Dienstag nannte CEO Bob Iger einen Preis von monatlich 12,99 Dollar für den im November startenden Dienst, wenn er im Komplettpaket aus dem Sportsende ESPN+, Disney+ und der Streaminplattform Hulu gebucht wird. Hulu allerdings ist, anders als der Konkurrent Netflix, gleichzeitig auch werbefinanziert. Das bedeutet: Spielfilme und Serien werden von Werbung unterbrochen.

Während das Vorhaben anfangs mit Skepsis betrachtet wurde, stärkt ein Zuschauerschwund bei Netflix im abgelaufenen Quartal die Hoffnung, dass es Disney gelingen könnte, im Streaming-Business Erfolg zu haben. Das Angebot geht von Marvel-Produktionen über Pixar-Filme und Star Wars bis hin zu Disney-Klassikern und Zeichentrickfilmen.

„Wir werden uns auf Qualität statt Quantität fokussieren“, sagte Iger in der Telefonkonferenz. „Wenn man uns mit Netflix vergleicht, wird man deutlich weniger Inhalte feststellen, aber wie vertrauen auf die Stärke unserer Marken.“ Als Folge sollen sämtliche Disney-Inhalte aus dem Netflix-Angebot abgezogen werden. Ungefähr zeitgleich soll auch AT&T Warner Media den Schritt auf den Streamingmarkt wagen.

Der Vorstoß kostet Disney viel aber Geld. Der Bereich Direkte Konsumentenansprache, wo auch Disney+ angesiedelt ist, hat im Quartal 553 Millionen Dollar verloren, nach einem Minus von 168 Millionen ein Jahr zuvor. Neben den Aufbaukosten für Disney+ belastet zudem die Integration von Hulu das Budget. Für das vierte Quartal erwartet Disney in der Sparte sogar einen Fehlbetrag von 900 Millionen Dollar. Walt Disney geht davon aus, dass Disney+ im Fiskaljahr 2024 einen Gewinn abwerfen wird.

Disney gab für das abgelaufene Quartal einen Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft von 1,4 Milliarden Dollar bekannt, ein Rückgang von etwas mehr als die Hälfte zum Vorjahreszeitraum - ein Gewinn je Aktie ohne Sonderposten von 1,35 Dollar. Vom Refinitiv befragte Experten hatten dagegen mit 1,75 Dollar gerechnet. Im dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz zwar um ein Drittel auf 20,2 Milliarden Dollar. Hier hatten die Analysten 21,5 Milliarden aber erwartet.

Der Aufbau der digitalen Infrastruktur und der Inhaltebibliotheken kostete dabei einen Gutteil der Gewinne anderer Sparten wie Themenparks oder Media Networks für Geschäfte mit TV-Kabelnetzen. Beide Sparten lagen über dem Vorjahr.

Ein zufriedenstellendes Ergebnis wiederum brachten die Disney-Studios ein. Der Kassenmagnet „Avengers: End Game“ entwickelte sich zum Film mit den höchsten Erlösen an den Kinokassen. Auch „Lion King“, „Aladdin“, „Captain Marvel“ und „Toy Story 4“ brachten Gewinne. Im späteren Jahresverlauf werden in den Kinos noch „Frozen2“ und „Star Wars: The Rise of Skywalker“ erwartet.

Mehr: Disney bekommt die operative Führung des US-Videodienstes Hulu. Damit wird der Medienkonzern zu einem stärkeren Player im Streaming-Geschäft.

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