Unterlassungsklage DuMont geht Axel Springer an

Der Kölner Zeitungskonzern DuMont klagt wegen Berichten über den Familienstreit gegen den „Bild“-Konzern Springer. Der frühere „Bild“-Chef Claus Larrass und Schriftsteller Günter Wallraff stehen dem Verlag mit klaren Aussagen bei.
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Stein des Anstoßes: Konstantin Neven DuMont Quelle: dpa

Stein des Anstoßes: Konstantin Neven DuMont

(Foto: dpa)

DÜSSELDORF. Der Streit zwischen dem Kölner Zeitungskonzern DuMont Schauberg und Axel Springer ("Bild", "Welt") eskaliert. Wegen der Berichterstattung über einen Familienstreit um den Gesellschafter und beurlaubten Vorstand Konstantin Neven DuMont will der Verlag nun juristische Schritte gegen Springer einleiten. Außerdem plant DuMont den Presserat anzurufen. "Hier wird nicht nur eine interne Angelegenheit, über die unsere Zeitungen informiert haben, maßlos aufgebauscht. Es werden auch falsche und damit geschäftsschädigende Behauptungen aufgestellt", sagte Vorstand und "Express"-Herausgeber Christian DuMont Schütte im "Express". Eine Springer-Sprecherin wies den Vorwurf einer Kampagne zurück und bestätigte den Eingang einer Unterlassungsklage.

Auslöser des Streits ist, dass Vorstand Konstantin Neven DuMont von seinem Vater Alfred Neven DuMont beurlaubt wurde. Der Sohn hält fünf Prozent der Anteile an der Verlagsgruppe.

Schützenhilfe bekommt DuMont vom früheren "Bild"-Chef Claus Larrass. "Jede Art von Medien-Kampagne schadet der Branche, und geht an den Interessen der Leser vorbei", sagte der Ex-DuMont-Aufsichtsrat dem "Express". Um Schaden vom Verlag abzuwenden, schrieb DuMont-Vorstand Franz Sommerfeld einen Brief an Springer-Chef Mathias Döpfner. "Die ,Bild'-Zeitung badet sich in den Schwierigkeiten einer Familie, die sich um die deutsche Zeitungslandschaft und um Deutschland verdient gemacht hat", schreibt Sommerfeld. Der Kölner Schriftsteller Günter Wallraff setzt noch eins drauf. "Das Haus Springer hätte allen Grund, sich in dieser Beziehung - angesichts des tragischen Freitodes des Sohnes von Axel Springer - zurückzuhalten", sagt Wallraff.

DuMont und Springer stehen sich in Köln und Berlin als Konkurrenten gegenüber. Der Presserat hat nach eigener Darstellung noch kein Schreiben von DuMont bekommen.

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