Unternehmer Dirk Franke Seine Datenbrille soll Flüchtlingen ohne Deutschkenntnisse zum Job verhelfen

Dirk Franke hat eine Brille entwickelt, mit der Menschen ohne Deutschkenntnisse in der Logistik arbeiten können. In Worms ist die Technik bereits im Einsatz.
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Seine Datenbrille soll Migranten helfen, auch ohne Deutschkenntnisse arbeiten zu können.
Dirk Franke

Seine Datenbrille soll Migranten helfen, auch ohne Deutschkenntnisse arbeiten zu können.

Die Angst, dass die Digitalisierung Millionen arbeitslos machen könnte, teilt der Unternehmer Dirk Franke nicht, im Gegenteil: Vor fünf Jahren gründete der heute 50-Jährige in Herzogenrath bei Aachen eine Technologiefirma, mit deren Software selbst Menschen ohne Deutschkenntnisse nun eine Jobchance erhalten.

Mithilfe des Aachener Professors Alexander Voß, der als Mitgesellschafter bei Frankes Firma Picavi einstieg, entwickelten die Tüftler eine Datenbrille, die Lagerarbeitern per Piktogramm Sortieraufträge ins Blickfeld projiziert. „Die visuelle Benutzerführung erlaubt es den Beschäftigten, ohne hohes Konversationsniveau auszukommen“, wirbt Franke für den Einsatz seiner Brille.

Zudem könnten die per Funk vom Computer übermittelten Arbeitsanweisungen in unterschiedlichen Sprachen erteilt werden – auch in der Muttersprache der meisten Migranten.

Im Einsatz ist ein Pilotverfahren seit 2017 in Worms. Dort betreibt der Spediteur Fiege ein Versandlager für Elektrowerkzeuge und Gartengeräte, das seither mithilfe der Datenbrillen kommissioniert. „Mit dem System gewinnen wir wertvolle Zeit“, lobt Standortmanager Michael Suden.

Logistik leidet unter Fachkräftemangel

Logistikunternehmer dürften dies mit Freude hören. 71 Prozent von ihnen leiden laut einer Umfrage der Bundesvereinigung Logistik (BVL) unter Fachkräftemangel. Sogar 82 Prozent rechnen damit, dass sich die Lage künftig verschärft. Picavi-Vertriebschefin Johanna Bellenberg preist die Datenbrille daher als Chance. „Wir ermutigen die deutsche Logistikwirtschaft, nicht zu lange umsonst nach dem perfekten Bewerber zu suchen“, sagt sie.

Der gelungene Praxistest jedenfalls weckt Wachstumsfantasien. Für das Jahr 2018 erwartet die Firma mit ihren aktuell 30 Mitarbeitern einen Umsatz von drei Millionen Euro, in den nächsten drei Jahren soll er sich verfünffachen. Die finanziellen Grundlagen dazu haben die Herzogenrather gelegt. Zu den Finanzinvestoren zählen der Seed Fonds Aachen II, DSA Invest und der Venture-Capital-Fonds der S-UBG Gruppe.

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