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Digitaler Assistent im Einsatz

Welches Buch ist das? Der digitale Assistent Bixby soll Nutzern mit Bild- und Spracherkennung das Leben erleichtern.

(Foto: AP)

Update für Smartphones Weiterbildung für Bixby: Samsungs digitaler Assistent spricht jetzt auch Deutsch

Der digitale Assistent von Samsung hat Deutsch gelernt – bald ist er auf Millionen Geräten verfügbar. Für Samsung hat das strategische Bedeutung. Aber wollen die Nutzer einen weiteren schlauen Helfer?
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DüsseldorfViele Smartphones von Samsung haben einen Knopf, mit dem Nutzer in Deutschland wenig anfangen können. Er startet den digitalen Assistenten Bixby, der bislang nur Englisch und Koreanisch beherrscht. Das soll sich bald ändern: Der Konzern führt die deutsche Version mit einem Update ein, auf Mobiltelefonen wie auch auf Tablets und Smartwatches. Und auf den neuen Modellen der S- und A-Serie ist Bixby direkt ab Werk verfügbar.

Als einer der größten Elektronikhersteller könnte Samsung bald schon Millionen von Menschen erreichen. Allerdings muss Bixby mächtig um Aufmerksamkeit kämpfen: Mit Alexa von Amazon, Siri von Apple und dem Google Assistant stehen Nutzern in Deutschland in verschiedenen Situationen mehrere digitale Helfer zur Verfügung. Und die Konkurrenz investiert massiv in die Weiterentwicklung der Technologie.

Samsung konzipiert Bixby als einen ständigen Begleiter. „Das Nutzungsszenario auf dem Handy ist meiner Ansicht nach am größten“, sagt Thorsten Böker, der bei Samsung Deutschland Direktor für digitale Dienste für mobile Geräte ist.

Der digitale Assistent soll den Nutzer morgens mit den Nachrichten und dem Wetter wecken, Geldautomaten in der Nähe suchen und den Arzttermin im nächsten Monat nennen können. Auf dem Lautsprecher Galaxy Home wird er ebenfalls zum Einsatz kommen – wann das Gerät in Deutschland auf den Markt kommt, ist aber unklar.

Besonderes Augenmerk richtet Samsung darauf, die Unterhaltung zwischen Mensch und Maschine zu erleichtern. „Bixby soll die Intention des Nutzers verstehen“, sagt Böker.

Ein Beispiel: Wer morgens befiehlt, dass sich der Assistent den Standort des Autos merken soll, bekommt diese Information abends auf einer Karte wieder angezeigt. Und unter den Ergebnissen zeigt Bixby mehrere Optionen an – beim Geldautomaten in der Nähe beispielsweise „Weg dorthin“ und „Teilen“.

Auch die Steuerung vernetzter Hausgeräte ist möglich – sofern die Produkte den Standard der Firma Smart Things unterstützen, die seit 2014 zum Konzern gehört. Dazu zählen die vielen Fernseher, Haushaltsgeräte und Kameras von Samsung.

Lässt man die Geräte des Konzerns außen vor, schrumpft die Auswahl beträchtlich. Für die Steuerung von vernetzten Türklingeln oder Kameras gibt es indes Alternativen, die auch auf den Smartphones des koreanischen Konzerns funktionieren.

Sprachassistenten auf dem Vormarsch

In Deutschland beschäftigen sich mehr als 100 Samsung-Mitarbeiter mit der Weiterentwicklung von Bixby: Sie sollen schwerpunktmäßig Unternehmen helfen, neue Anwendungen zu entwickeln. Zu den ersten Partnern zählen Upday, Nextbike, Radio.de, Get Your Guide und die Tagesschau.

Die Hoffnung des Konzerns: Je mehr Kapseln es gibt – so der Name für die Miniprogramme –, desto nützlicher wird der digitale Assistent. Der Abstand zur Konkurrenz ist indes beträchtlich: So gibt es für Alexa mehrere Tausend deutschsprachige Anwendungen.

Für Samsung hat der digitale Assistent strategische Bedeutung. „Unsere Vision von Künstlicher Intelligenz besteht darin, die Bequemlichkeit und Bedienung unserer Hardwareprodukte zu verbessern“, sagt HS Kim, einer der drei Chefs der Elektroniksparte, dem Handelsblatt im September 2018.

Dabei spielt die Sprachsteuerung eine zentrale Rolle. Der Konzern baut bereits in zahlreichen seiner Geräte Mikrofone und Lautsprecher ein, etliche TV-Modelle lassen sich bereits mit Sprachbefehlen steuern. In Südkorea gibt es sogar eine entsprechend ausgestattete Klimaanlage.

Studien unterstreichen die Bedeutung der Technologie. Nach Einschätzung des Marktforschers Juniper sind derzeit rund 3,25 Milliarden Sprachassistenten im Einsatz, vor allem auf Smartphones, aber auch auf Fernsehern, vernetzten Lautsprechern und Wearables wie Computeruhren.

Diese Zahl steigt der Prognose zufolge bis 2023 auf acht Milliarden Geräte. Am weitesten verbreitet sind derzeit Alexa und Google Assistant.

Trotz der großen Konkurrenz ist Samsung zuversichtlich. Das Konglomerat will in den nächsten Jahren umgerechnet 19 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien investieren, in den fünf Forschungszentren für Künstliche Intelligenz (KI) sollen bis 2020 rund 1000 KI-Experten arbeiten. Und mit der Übernahme des Start-ups Viv Labs hat der Konzern Dag Kittlaus, den Erfinder der Sprachassistentin Siri, zu sich geholt.

In Deutschland verzeichnet Samsung erste Erfolge. Bixby werde bereits rege aufgerufen, die Nutzung sei teilweise doppelt so hoch wie in anderen Ländern, sagt Produktmanager Böker – „vielleicht auch, weil die Menschen das Prinzip schon kennen“. Alexa und Google Assistant sind bereits seit einiger zeit auf dem Markt. Konkrete Zahlen nennt Böker aber nicht.

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