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Urteil Telekom muss Telegate Millionen zahlen

41 Millionen Euro muss der Telefonanbieter an die Telefonauskunft Telegate zahlen. Der Grund: Die Telekom verkaufte ihre Telefonkunden-Daten zu überhöhten Preisen und behinderte den Konkurrenten, urteilt ein Gericht.
08.06.2011 - 14:48 Uhr Kommentieren
Dunkle Wolken über dem Bonner Unternehmen Telekom. Quelle: dpa

Dunkle Wolken über dem Bonner Unternehmen Telekom.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Deutsche Telekom muss der Telefonauskunft Telegate 41 Millionen Euro zahlen. Die Telekom habe jahrelang ihre Daten von Telefonkunden zu überhöhten Preisen verkauft, entschied das Düsseldorfer Oberlandesgericht
am Mittwoch nach jahrelangem Rechtsstreit (Az.: VI-U (Kart) 2/11). Die Telekom habe als marktbeherrschendes Unternehmen von 1997 bis 2001 die Telegate AG behindert.

Telegate hatte in zweiter Instanz 2007 vom gleichen Gericht sogar 52 Millionen Euro zugesprochen bekommen - das Urteil war aber 2009 vom Bundesgerichtshof (BGH) kassiert worden. Im erneuten Anlauf reduzierte das Oberlandesgericht die Summe nun auf 41 Millionen Euro. Eine weitere Revision beim BGH ließ das Oberlandesgericht nicht zu. Telekom und Telegate können aber noch Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesgerichtshof einlegen. Die Telekom will das tun.

Schon im April habe Telegate zwei Verfahren gegen die Telekom gewonnen, teilte das Unternehmen in Planegg mit. Insgesamt müsse die Telekom 94 Millionen Euro zahlen. „Wir freuen uns, dass uns heute das Oberlandesgericht Düsseldorf auch im dritten und größten Rückforderungsverfahren im Wesentlichen recht gegeben hat“, sagte Telegate-Chef Andreas Albath. Die Urteile seien eine gute Basis für weitergehende Schadenersatzklagen gegen die Deutsche Telekom.

„Wir sind mit der Entscheidung nicht einverstanden und werden Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision einlegen“, sagte ein Telekom-Sprecher in Bonn. „Das Ganze geht also in die nächste Runde.“ Die der Telegate zugesprochene Summe mache den Großteil der von dem Unternehmen gezahlten Entgelte aus. „Danach hätten wir unsere Daten zum Schleuderpreis überlassen müssen.“

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