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US-Konzern Apple braucht ein Update

Die Verkaufszahlen des iPhone, Apples wichtigstem Produkt, brechen ein – vor allem in China. Aber: Der Einbruch beim iPhone bietet die Chance auf einen Neuanfang.
Update: 30.01.2019 - 01:58 Uhr Kommentieren
Der Umsatz des Unternehmens ist wegen schwächerer iPhone-Verkäufe vor allem in China zurückgegangen. Quelle: Reuters
Apple in China

Der Umsatz des Unternehmens ist wegen schwächerer iPhone-Verkäufe vor allem in China zurückgegangen.

(Foto: Reuters)

San FranciscoWas uns nicht umbringt, macht uns stärker. In derartigen Floskeln liegt oft mehr Wahrheit als gedacht. Zum Beispiel am Dienstag, als Tim Cook seine Firma gegen die Kritik der Analysten verteidigen musste.

Keine Frage, so der Apple-Chef, die Ergebnisse seien „enttäuschend“ und lägen „unter den Erwartungen“. Doch Apple werde stärker denn je aus der Krise hervorgehen.

Das wäre zu hoffen. Der Kult-Konzern verlor seit Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen im November etwa 30 Prozent an Börsenwert. Die dramatische Gewinnwarnung von Januar rüttelte am Vertrauen der Investoren. Die aktuellen Probleme im China-Geschäft, wo die iPhone-Verkäufe im vergangenen Quartal um 22 Prozent sanken, verdüstern die Situation.

Doch die eigentliche Crux liegt woanders. Allzu lange ruhte sich der IT-Riese aus Cupertino auf den iPhone-Erlösen aus. Die schwächelnden iPhone-Verkäufe glich Apple durch höhere Einnahmen pro Gerät aus. Zuletzt stieg der Preis um stattliche 23 Prozent oder in der Spitze 1635 Euro. Vielen war das zu teuer.

Logische Weiterentwicklungen bei bionischen Chips, Kameras oder anderen Mikroelementen reichten nicht zum Griff zur neuen Geräte-Generation. Und Apples „One More Thing“ ließ auf sich warten. Das iPhone war ja da. Das nennt man „Innovator’s Dilemma“.

Apple benötigt ein Update, um seine Fans zum Upgrade auf das nächste Apple-Produkt zu motivieren. Heute mehr denn je.

Die iPhones, die bislang wichtigste Kennzahl, büßten vergangenes Quartal 15 Prozent Umsatz ein. Apples Gesamteinnahmen gaben um fünf Prozent auf 84,3 Milliarden Dollar nach. Der Gewinn fiel auf 19,97 Milliarden oder 4,18 Dollar pro Aktie, rangierte am unteren Ende der Erwartungen, die laut FactSet bei zwischen 4,17 Dollar und 4,21 Dollar lagen.

Und ein Ende der harten Zeiten ist kaum in Sicht: „Das Jahr 2019 wird ein Kampf für Apple“, kommentiert der Unternehmensberater und Apple-Kenner Tim Bajarin. Apple stellt für das März-Quartal denn auch nur einen Umsatz zwischen 55 und 59 Milliarden Dollar in Aussicht, weniger als die von Analysten erwarteten 59,98 Milliarden.

Positiv stimmt allein die stark wachsende Konzernsparte der „Services“, zu denen App Store, iTunes, Apple Music oder iCloud zählen. Die Sparte legte um 19 Prozent auf einen Umsatz von 10,9 Milliarden Dollar zu. Bis 2020 soll das Geschäft ein Volumen von 50 Milliarden Dollar erreichen.

Apples neue Strategie, statt der Verkaufszahlen von iPhone, Mac, iPad und Co. die Margen und Umsätze einzelner Geschäftsbereiche auszuweisen, soll die Wall Street dazu zwingen, Apple als „Ökosystem“ von Soft- und Hardware bewerten und nicht auf die stagnierenden iPhone-Zahlen zu starren.

Mit dem Kniff spielt Apple auf Zeit. In den nächsten drei Jahren werde Apples Wachstum von „Services“ kommen, bis das nächste große Hardware-Produkt, wahrscheinlich eine Brille für Augmented Reality (AR), marktreif sei, schätzt Apple-Kenner Bajarin.

Die Services verkauft der Konzern an den Fan-Club, den er um sich geschart hat. Wer einmal die hohe Eintrittsgebühr für das iPhone oder iPad entrichte, wechsele seltener zur Konkurrenz, so die Idee dahinter. Die Summe der Mitglieder wuchs vergangenes Quartal um acht Prozent auf 1,4 Milliarden. Auch hier stagniert das Wachstum. Zwischen 2015 und 2018 lag das Plus noch bei 15 Prozent.

Fans erwarten mehr als Finanz- oder Bilanztricks

Doch reichen die Einnahmen der Services, um wettzumachen, was das iPhone verliert? „Wahrscheinlich nicht, besonders dann, wenn Apple nicht genug neue Nutzer hinzugewinnt“, sagt der Portfolio-Manager und Apple-Investor Dan Morgan.

Die Fans erwarten mehr von Apple als Finanz- oder Bilanztricks. Sie suchen nach etwas, das sie emotional berührt. Ein Design, dem sie nicht widerstehen können.

Gute Chancen hätte Apple im Gesundheitsbereich. Die Apple Watch besitzt mit Fitness- und Herzfunktionen dazu bereits viele sinnvolle Anwendungen. Und was wird aus den Plänen mit vernetzten Fahrzeugen? Bei smarten Displays, integrierter Software und Navigation?

Apple schaffe Innovationen wie keine andere Firma auf dem Planeten Erde, behauptet Apple-Chef Cook. Das Unternehme werde keinesfalls „den Fuß vom Gas“ nehmen. Doch nun muss es auch liefern.

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