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US-Magazin Salesforce-Chef Benioff und seine Frau kaufen „Time Magazine“

Der US-Verlag Meredith hat „Time Magazine“ für 190 Millionen Dollar an Marc und Lynne Benioff verkauft. Das Paar will sich nicht in journalistische Entscheidungen einmischen.
Update: 17.09.2018 - 03:20 Uhr Kommentieren
„Wir investieren in ein Unternehmen mit enormen Auswirkungen auf die Welt.“ Quelle: Reuters
Marc Benioff

„Wir investieren in ein Unternehmen mit enormen Auswirkungen auf die Welt.“

(Foto: Reuters)

New York Das „Time Magazine“ wechselt den Besitzer – schon wieder. Das 95 Jahre alte traditionsreiche Magazin geht für 190 Millionen US-Dollar an Marc Benioff, den Mitbegründer des US-Softwareherstellers Salesforce, und seine Frau Lynne Benioff.

Erst vor acht Monaten hatte der US-Medienkonzern Meredith, der unter anderem Zeitschriften wie People und Homes & Gardens vertreibt, Time Inc. übernommen – für 2,8 Milliarden US-Dollar. Die Time-Titel Fortune, Money und Sports Illustrated verbleiben allerdings bei Meredith.

Time-Magazine-Neueigentümer Benioff gilt als wortgewaltiger Querdenker der Techbranche. Ist ein einer von vier Mitbegründern von Salesforce. Das Unternehmen bietet Cloud-Computing-Lösungen für Firmen an und gilt als ein Pionier der Branche. Der 53-Jährige folgt mit dem Deal dem Beispiel anderer Tech-Milliardäre wie Amazon-CEO Jeff Bezos, die renommierte Print-Publikationen kaufen – und verschafft Benioff eine neue Rolle: die des Medienbarons.

Die Transaktion erinnert an Bezos' 250-Millionen-Dollar-Übernahme der „Washington Post“, einer 140 Jahre alten Zeitung mit Pulitzerpreis, die der Amazon-Chef 2013 übernommen hat.

Meredith hatte Ende 2017 mit Unterstützung der konservativen Milliardär-Brüder Charles und David Koch einen 2,8 Milliarden Dollar Deal zur Übernahme von Time Inc. besiegelt. Der Deal wurde im ersten Quartal 2018 abgeschlossen und brachte dem Verlag Meredith weitere Magazine wie „People“ ein.

Der Verkauf an die Benioffs soll laut „Wall Street Journal“ innerhalb von 30 Tagen abgeschlossen werden. Das Ehepaar steht persönlich hinter dem Kauf des Magazins. Die Vereinbarung stehe in keinem Zusammenhang mit Salesforce, wo Benioff, der ein Nettovermögen von 6,5 Milliarden Dollar hat, auch als Vorstandsvorsitzender und Co-Chef fungiert.

In einem Interview mit dem „WSJ“ sagte Marc Benioff: „Wir investieren in ein Unternehmen mit enormen Auswirkungen auf die Welt, das auch ein unglaublich starkes Geschäft ist. Das ist es, wonach wir suchen, wenn wir als Familie investieren.“

Das Paar wird aber gleichzeitig eine Publikation übernehmen, deren Geschäft von den anhaltenden Rückgängen bei Printwerbung und Einzelverkäufen schwer getroffen wurde. „Time“, gegründet 1923, erreicht aber trotzdem weiterhin insgesamt mehr als 100 Millionen Leser in Print und Online. Die Sondereditionen, einschließlich der Person des Jahres, sind besonders beliebt.

Die Benioffs wollen dabei keinen Einfluss auf die journalistischen Entscheidungen des Magazins nehmen und sich zudem aus dem Tagesgeschäft heraushalten.

Marc Benioff erklärte zudem, dass die Familie nicht plane, andere Zeitschriften von Meredith zu erwerben. Der Tech-Milliardär gilt als scharfer Kritiker des US-Präsidenten und hat Trump mehrfach bei öffentlichen Auftritten und über seinen Twitter-Account angegriffen.

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