US-Mobilfunktochter Die Rache der gedemütigten Telekom

Die US-Mobilfunktochter der Telekom überrascht mit einem sehr guten Quartal. T-Mobile US will jetzt nachlegen. Deren Chef John Legere redet sich in Las Vegas in Rage und legt im Zoff mit Konkurrent AT&T nach.
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Setzt auf aggressives Marketing: T-Mobile-US-Chef John Legere. Quelle: Reuters

Setzt auf aggressives Marketing: T-Mobile-US-Chef John Legere.

(Foto: Reuters)

Bellevue, Las VegasEs konnte ja nicht ausbleiben: AT&T bekam am Mittwoch in Las Vegas die volle Breitseite. John Legere, gedemütigter CEO von T-Mobile USA, war am Montag von Security-Personal von einer Party des Kontrahenten AT&T rausgeworfen worden. Danach gab er sich nicht mal ansatzweise die Mühe, seine Verachtung für die Großen der Branche („fat cats“) zu verstecken.

„AT&T ist nur noch eine ständige Quelle der Erheiterung für mich“, quillt es gereizt aus dem Mann mit dem pink-farbenen T-Shirt. Alle, von Sprint bis Verizon bekamen bei seiner Rede auf der Elektronikmesse CES ihr Fett weg. Aber AT&T ist sein Lieblingsfeind. Er habe sie gewarnt, dass das nicht gut für sie ausgehen werde, grinst Legere von der Bühne herab, bezogen auf den Party-Zwischenfall. Trotzdem wurde er vor die Tür gesetzt.

Die Quittung: „Die meiste Medienbeachtung am Tag eins der CES fanden zwei Themen“, resümiert er süffisant, „Michael Bays Zusammenbruch und Legeres Rauswurf.“ Starregisseur Bay hat bei einer Samsung-Präsentation völlig die Nerven verloren, als der Teleprompter kurzfristig versagt hatte. Während Legeres Rede lief Musik von Macklemore, dem Künstler, der auf der AT&T-Party auftrat.

Die ungebrochene Aggressivität Legeres wird vom besten Geschäftsquartal seit acht Jahren getragen. Nach vorläufigen Zahlen, so Legere, kamen im vierten Quartal alleine 1,64 Millionen Neukunden, im gesamten Kalenderjahr netto 4,4 Millionen hinzu. Im Vorjahr waren noch 2,1 Millionen von der Fahne gegangen. Legeres, wie üblich bescheidener, Kommentar: „Entweder übernehmen wir die ganze Branche, oder die werden sich ändern müssen. Selbst dann werden wir noch erfolgreich sein.“

Lange galt T-Mobile in den USA als das Sorgenkind der Telekom. Ein Verkauf an AT&T war schon in trockenen Tüchern, doch das US-Kartellamt blockte die Übernahme und die Telekom wurde dafür mit mehreren Milliarden Euro von AT&T entschädigt. Die Telekom fusionierte das Geschäft mit dem Konkurrenten Metro PCS und setzt auf eine Discount-Strategie, die derzeit Früchte trägt. Der Branchenriese AT&T will den Angriff mit hohen Wechselprämien für T-Mobile-Kunden abwehren.

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