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US-Produzent Harvey Weinstein wegen Belästigungsvorwürfen entlassen

Nachdem mehrere US-Schauspielerinnen Harvey Weinstein sexuelle Belästigung vorgeworfen haben, muss der Erfolgsproduzent nun seine eigene Firma verlassen. Weinstein hatte sich zuvor freiwillig von der Arbeit freistellen lassen.
09.10.2017 Update: 09.10.2017 - 04:54 Uhr Kommentieren
US-Produzent Harvey Weinstein muss wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung den Vorstand seiner eigenen Firma abgeben. Quelle: AP
USA

US-Produzent Harvey Weinstein muss wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung den Vorstand seiner eigenen Firma abgeben.

(Foto: AP)

New York Der US-Starproduzent und Oscar-Gewinner Harvey Weinstein ist wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung vom Vorstand seiner eigenen Firma gefeuert worden. „Angesichts neuer Informationen über Fehlverhalten durch Harvey Weinstein, die in den vergangenen Tagen bekanntgeworden sind, haben die Direktoren von The Weinstein Company (...) entschieden, und haben Harvey Weinstein darüber informiert, dass seine Anstellung bei The Weinstein Company mit sofortiger Wirkung beendet ist“, teilte der Vorstand am Sonntagabend (Ortszeit) in einer Stellungnahme mit.

Weinstein, der das Unternehmen mitbegründete, hatte sich zuvor freiwillig von der Arbeit freistellen lassen. Der Vorstand unterstützte diesen Schritt am Freitag und kündigte an, dass die Vorwürfe gegen Weinstein untersucht würden. Die „New York Times“ hatte berichtet, dass Weinstein über Jahrzehnte weibliche Angestellte und Schauspielerinnen sexuell belästigt habe, unter ihnen auch Hollywoodstar Ashley Judd.

Dem Vorstand der Weinstein Company gehört auch Weinsteins Bruder Robert an. Harvey Weinstein war immer der Hauptbetreiber, das öffentliche Gesicht und Studiochef der Firma. Unter seiner Führung war die Weinstein Company eine dominierende Größe bei den Oscars. Sie schaffte es, mit „The King's Speech“ und „The Artist“ in darauffolgenden Jahren den Oscar für den besten Film zu gewinnen.

Weinstein hatte am Donnerstag eine Erklärung herausgegeben, in der er einräumte, „viel Schmerz“ bereitet zu haben. Er bat um eine „zweite Chance“. Weinstein und seine Anwälte kritisierten aber in Stellungnahmen und Interviews den Bericht der „New York Times“ und versprachen eine aggressive Reaktion. Die „New York Times“ stand zu ihrer Berichterstattung.

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    Bekannt geworden war Weinstein mit der Firma Miramax, die er mit seinem Bruder 1979 gegründet hatte. Sie verkauften das Unternehmen 1993 für 60 Millionen Dollar an Disney. Die Firma war ein fester Bestandteil der Independent-Filme der 90er Jahre. Sie brachte die Karrieren der Filmemacher Quentin Tarantino, Kevin Smith und Steven Soderbergh in die Gänge.

    Die Vorwürfe gegen Weinstein verursachten Chaos in der Weinstein Company. Zahlreiche Mitglieder des rein männlichen Vorstands sind seit Donnerstag zurückgetreten. Die prominente Anwältin Lisa Bloom gab am Samstag ihre Arbeit für Weinstein auf.

    Es folgten weitere Entwicklungen, die den Druck auf den Vorstand erhöhten. Demokraten im US-Kongress, darunter Chuck Schumer und Elizabeth Warren, gaben Tausende Dollar an Spenden, die sie von Weinstein erhalten hatten, an Wohltätigkeitsorganisationen.

    Im Artikel der „New York Times“ kamen mehrere Frauen direkt zu Wort. Nach Angaben aus Weinsteins Umfeld erhielten mindestens acht Frauen Geld, um ihn nicht anzuzeigen, darunter auch die Schauspielerin Rose McGowan.

    Es bleibt abzuwarten, ob die Weinstein Company ohne ihren prominenten Produzenten weitermachen kann, und ob sie Fragen zu einer möglichen Verantwortung für das Verhalten ihres ehemaligen Co-Vorsitzenden standhalten kann. Viele in Hollywood hatten nach dem Bericht der „New York Times“ Weinsteins Benehmen als „offenes Geheimnis“ bezeichnet. Die Geldzahlungen an Personen wie McGowan könnten auch von der Weinstein Company gekommen sein.

    • ap
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