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Valley Voice Das Uber-Paradox

Der Fahrdienst Uber hat inzwischen so viele hochrangige Manager verloren, dass das Start-up am Ende mehr denn je auf einen Mann angewiesen sein könnte, den es einmal maßregeln wollte: Gründer Travis Kalanick.
13.06.2017 - 09:55 Uhr Kommentieren
Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.
Die Stimme aus dem Valley

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

San Francisco Seit Monaten debattiert das Silicon Valley darüber, wie das wertvollste Start-up der Welt – der mit 69 Milliarden Dollar bewertete Fahrdienst Uber – aus der Krise herauskommen kann. Nach den Sexismus-Vorwürfen einer Ex-Mitarbeiterin, der Klage von Google-Mutter Alphabet wegen illegal erworbener Dokumente, die Ubers Zukunftsgeschäft mit den autonomen Fahrzeugen gefährdet, den nach wie vor hohen Verlusten von allein 708 Millionen Dollar im letzten Quartal, wird der Ruf nach einem Wandel bei Uber immer lauter.

Immer wieder ging es bei all diesen Skandalen auch um die Verantwortung von Gründer Travis Kalanick. Die Frage ist, ob der Uber-Chef zurücktreten oder zumindest künftig eine andere, weniger verantwortungsvolle Rolle im Unternehmen übernehmen soll. Bei einem Treffen am Sonntag in Los Angeles sprach der Aufsichtsrat mehreren Medienberichte zufolge offenbar auch über eine dreimonatige Auszeit für den Jungunternehmer. Uber wollte die Nachricht nicht kommentieren.

Doch die Führungsclique – zu der neben Investor Bill Gurley auch Medienunternehmerin Arianna Huffington gehört – hat sich in eine paradoxe Lage manövriert. Das Management des Chaos-Ladens Uber ist inzwischen derart ausgedünnt, dass eine Auszeit oder gar der Abschied von Kalanick das Unternehmen in eine noch größere Krise stürzen könnte. Ganz davon abgesehen, dass der 40-Jährige nach wie vor weite Teile der Firma kontrolliert.

Seit Anfang des Jahres hat der Fahrdienst mehr als ein Dutzend hochrangige Manager verloren. Zuletzt musste der engste Vertraute von Kalanick gehen, Ubers Chief Business Officer Emil Michael, der für die strategische Weiterentwicklung zuständig war. Der Manager hatte wiederholt durch Verfehlungen von sich reden gemacht und steht im Zentrum der Ermittlungen von Ex-Generalstaatsanwalt General Eric Holder und der Kanzlei Covington & Burling, die Uber-Mitarbeiter und ehemalige Angestellte in den vergangenen Wochen zu Sexismus- und Diskriminierungsvorwürfen befragt hat.

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    Die Liste der Vakanzen im Uber-Management wird inzwischen immer länger. Nach wie vor fehlt ein Manager für das operative Geschäft. Mit Jeff Jones hat das Start-up seinen Präsidenten und Chief Marketing Officer verloren, auch Finanzchef Gautam Gupta hat seinen Abschied erklärt. Anthony Levandowski, der führende Kopf hinter Ubers Sparte für selbstfahrende Autos, feuerte Kalanick ebenso wie den Chef des asiatisch-pazifischen Geschäfts Eric Alexander. Geschasst wurde auch Amit Singhal, der die Software-Produkte des Fahrdienstes maßgeblich gesteuert hat.

    Führungslos, sexistisch und diskriminierend
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