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Valley Voice Die späte Rache der Geisteswissenschaftler

Im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz haben viele „vernünftige“ Jobs immer weniger Zukunft. Gefragt sind Flexibilität und Anpassungsfähigkeit – genau die Qualitäten, die Geisteswissenschaftler mitbringen.
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Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.
Die Stimme aus dem Valley

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

San FranciscoWer von Euch, liebe Geisteswissenschaftler, erinnert sich nicht an seine Studienzeit zurück? Wir debattierten leidenschaftlich darüber, wie sich Hegel wohl bei seiner Philosophie des Geistes von Sophokles’ Antigone-Tragödie inspirieren ließ, ereiferten uns über den verschwurbelten Alm-Öhi-Ton von Heidegger inklusive der noch schwurbeligeren Weltsicht – oder auch ein anderes Thema, dessen Relevanz sich kaum einem außer uns erschloss. Permanent nagte die Sorge an uns, womit wir mal die Miete zahlen sollten.

Damals rieten uns alle zu etwas Vernünftigem, dem Berechenbaren, wie der Banklehre, dem Jura- oder Medizinstudium, der Laufbahn im öffentlichen Dienst. Und wie oft haben wir uns innerlich gekielholt, weil wir Dostojewski spannender fanden als BWL. Obwohl das unvernünftig war, unsicher und ziemlich prekär.

Inzwischen, da sich intelligente Maschinen allerorts an uns schmiegen, haben viele der so vernünftigen Jobs immer weniger Zukunft. Künstliche Intelligenz wird nicht nur besser darin, komplizierte Rechenoperationen durchzuführen, große Datenmengen auszuwerten, in starren, klar definierten Rastern. Sondern sie lernt in immer größerem Maße selbst und übertrumpft immer wieder ihre ausgebildeten Lehrer.

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
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Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

(Foto: dpa)
Platz 16. Theranos
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Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)
Platz 15: Stripe
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Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

(Foto: Stripe)
Platz 14: DJI
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Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

(Foto: dpa)
Platz 13: Dropbox
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Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

(Foto: Reuters)
Platz 12: Lyft
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Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

(Foto: AP)
Platz 11: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

(Foto: Reuters)

Der niederländische Soziologieprofessor Chris Snijders fand heraus, dass hochbezahlte Manager nicht immer die besten Resultate erzielen, sondern viele der Routinefragen wie Budgetberechnungen besser durch Computermodelle ersetzt werden können. Googles hoch finanziertes Künstliche-Intelligenz-Projekt „Alpha Go“, trainiert im chinesischen Brettspiel, schlug inzwischen alle menschlichen Champions. Und einer Studie im Auftrag der US-Regierung zufolge sinkt die Fehlerquote bei der Diagnose von Brustkrebs auf 0,5 Prozent, wenn Mediziner Maschinen zu Rate ziehen.

Für den Arbeitsmarkt heißt das, dass die alten Karrierewege prekärer werden oder sich doch zumindest sehr verändern, dass das einzig Sichere nur die Unsicherheit ist. Es gibt inzwischen viele Studien zu diesem Thema, doch kein Experte kann heute ganz sicher sagen, wie viele Jobs tatsächlich wegfallen oder ob nicht auch viele neue entstehen. Wer hätte vor dem iPhone gedacht, dass eine ganze Industrie mal auf App-Programmierung fußt.

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