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Valley Voice Jetzt mal ehrlich!

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Die Symbiose aus der Vergangenheit

Warum auch nicht – steht ausgerechnet Trump doch für viele Werte, die auch das Valley vertritt. Das Recht des Stärkeren, des Schnelleren, des Besseren. Lieber später um Vergebung bitten, als vorher um Erlaubnis. Das bewusste Überschreiten von Grenzen – dieser Strategie folgen sowohl der Politiker als auch die Start-ups in Silicon Valley. 

Auch die Geschichte zeigt die enge Verknüpfung zwischen Tech-Konzernen und Politik: Der Tech-Boom Ende der 1930er-Jahre entstand auf Betreiben der US-Regierung. Die ersten Firmen siedelten sich damals rund um den US-Militärstützpunkt Moffett Field bei Mountain View an – der heutige Mieter heißt Google. Das Arpanet, ein technologischer Vorläufer des Internets, wurde mit Forschungsgeldern des Pentagons konstruiert. Frühe Valley-Firmen wie Lockheed Martin profitierten vom Technologiehunger der Nachkriegsjahre und von den Dumpingpreisen, mit denen der Staat Immobilien im Stanford-Industriepark in Palo Alto an Gründer weiterreichte. Und die Beziehungen zum Militär sind bis heute eng geblieben. 

Zum Beispiel wurde der Sprachassistent Siri, über den Millionen Menschen durch die digitale Welt navigieren, von einer Pentagon-Forschungseinheit mitentwickelt, bevor er an Apple verkauft wurde. Die ersten Rennen zwischen autonomen Autos im Jahr 2005 wurden von der regierungsnahen Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) initiiert.

Das Silicon Valley ist weniger unabhängig, als es uns gern glauben machen möchte. Mehr Ehrlichkeit ist dringend gefragt. Donald Trump könnte dem einzigartigen, innovativen Ökosystem, das wichtig für die ganze Weltwirtschaft ist, empfindlich schaden. Umso wichtiger, dass das Valley beim anberaumten Treffen die Werte von einer offenen aufgeklärten Gesellschaft lautstark und hörbar verteidigt.

Immer dienstags schreibt Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

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