Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Valley Voice Firmenadresse Parkplatz

Früher haben Jungunternehmer in der Starbucks-Filiale an der Ecke ihr erstes Start-up gegründet. Das ist vorbei. Heute sitzen die Kreativen im Silicon Valley nicht nur dem Wortsinn nach auf der Straße.
Kommentieren
Axel Postinett, Korrespondent des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.
Die Stimme aus dem Valley

Axel Postinett, Korrespondent des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

San FranciscoSan Francisco: Das ist da, wo Jungunternehmer und Gründer in spe jetzt schon auf der Straße arbeiten. Das erste Open-Air-Co-Working-Center hat auf einem privaten Parkplatz im angesagten Stadtteil SoMa aufgemacht. Viel Farbe an den Betonwänden der angrenzenden Häuser sorgt für eine freundliche Stimmung. Es gibt einen Grillplatz und für fünf Dollar die Stunde oder elf Dollar am Tag arbeitet jeder auf Plastikstühlen oder am hölzernen Biergartentisch an seinem Traum.

Es weht sogar ein wenig Google-Feeling durch den kieselsteinbedeckten Hof mit seinen hölzernen Stegen: Es gibt Kaffee bis zum Abwinken, Snacks, Obst und für das freitägliche Bier vom Fass ist auch gesorgt. Natürlich gibt es auch auch Wlan. Das einzige was es nicht gibt: Wände, Decken und Türen, die man hinter sich zu machen kann. Und die blauen Dixie-Klos sind auch nicht so richtig Google-Standard.

Wer etwas mehr ausgeben will, findet Platz in einem der drei ausrangierten Wohnwagen auf dem Hof, die Sichtschutz versprechen und ein Mindestmaß an Geräuschdämmung, wenn mitten im wichtigen Meeting mal wieder die Polizei mit Sirene vorbeirast. Der Anbieter Campsyte hält für den gehobenen Anspruch sogar umgebaute Schiffscontainer bereit, in denen für 53 Dollar pro Stunde acht Leute Platz finden, um an Konferenztischen und Flachbildfernsehern an Präsentationen zu arbeiten.

Die fünf Schattenseiten des Silicon Valley
1. Brutale Personalpolitik
1 von 10

Zu viel Harmonie schade dem wirtschaftlichen Erfolg, lautet etwa das Credo bei Amazon. Berichte ehemaliger Mitarbeiter in der „New York Times“ zeigen, was das bedeutet: nach Mitternacht berufliche Mails, die zu beantworten sind; Appelle, weniger leistungsfähige Kollegen zu verpetzen. Im Bild: Amazon-Chef Jeff Bezos.

(Foto: AFP)
Stress und hohe Arbeitsbelastung
2 von 10

Ein früherer Marketing-Mitarbeiter von Amazon sagte: „Fast alle Leute, mit denen ich zusammenarbeitete, sah ich an ihrem Tisch sitzen und weinen.“

(Foto: Imago/Westend61)
2. Eintönige Führungskultur
3 von 10

Im Silicon Valley herrscht eine homogene Truppe: weiß, männlich, Mittelklasse. Die Atmosphäre in vielen Start-ups sei gar frauenfeindlich, sagt manch eine Investorin.

(Foto: Imago/Westend61)
Weiß, männlich, Mittelklasse
4 von 10

Die Investorin Nnena Ukuku, deren Eltern aus Nigeria stammen, sagte dem Handelsblatt: „Das Einzige, was schlimmer ist, als in der Technologiewelt eine Frau zu sein, ist eine schwarze Frau zu sein.“ Schwarze Gründer würden gar nicht ernst genommen.

(Foto: Imago/Westend61)
3. Prekäre Selbstständigkeit
5 von 10

Die „Uberisierung“ der Wirtschaft, in der Fahrer, Kuriere oder Putzkräfte nicht mehr angestellt sind, sondern Unternehmer, lässt die "Sharing Economy" boomen.

(Foto: AP)
Ärger mit den Behörden
6 von 10

Hotels und Taxi-Gewerbe werden damit überflüssig. Das schafft Unabhängigkeit, verlagert aber das unternehmerische Risiko. Das Modell sorgt auch bei Behörden für Unmut, die sich um Steuersummen in Millionenhöhe geprellt sehen.

(Foto: AFP)
4. Das Ende der Privatsphäre
7 von 10

Das Valley feiert die Philosophie ständiger Verfügbarkeit und Arbeitsbereitschaft. Google oder Facebook holen ihre Programmierer morgens mit dem Bus zu Hause ab. Auf dem „Campus“ servieren sie kostenlose Bio-Mahlzeiten.

(Foto: dpa)

Angesichts des hohen Anstiegs bei Wohnungs-, aber auch Büromieten, sind Co-Working-Räume nicht nur in San Francisco zu einem gigantischen Geschäft geworden. Gerade erst hat WeWork, ein New Yorker Start-up, das bereits Duzende Co-Sharing-Häuser in 19 US-Metropolen betreibt, laut Forbes Magazin eine weitere Kapitalspritze von 760 Millionen Dollar bekommen. Das Unternehmen ist mit 20 Milliarden Dollar bewertet. WeWork will die Zahlen nicht kommentieren.

Die Zahl der Mitglieder, die Räume und Dienstleistungen nutzen, liegt nach Angaben von WeWork weltweit schon bei mehr als 100.000. WeWork sieht sich allerdings als deutlich mehr als ein typischer Büroraum-Vermieter. Es gibt soziale Events, gemeinsame Aktionen und alles, was hilft eine Verbindung untereinander aufzubauen.

Eines der größten Probleme von Gründern, Freiberuflern und Arbeitssuchenden im Valley ist das fehlende Networking mit Kollegen und das Gemeinschaftsgefühl, das Angestellte in großen Unternehmen haben. WeWork will nicht die Ersatzfamilie, aber das Ersatzunternehmen sein. Allerdings hat das ganze seinen Preis. Zwischen ein paar Hundert und einigen Tausend Dollar kann ein Platz in einem der schicken WeWork-Häuser im Monat kosten.

Das wäre dann etwas für die Outdoor-Arbeiter von der Freelon Straßen Nummer 7, wenn sie den Aufstieg in der Welt der Start-ups schaffen: Die erste Finanzierungsrunde nicht von Mama und Papa, sondern eine echte „Seed“-Runde. Eine Kapitalspritze eines Angel-Investors mit typischerweise rund 50.000 Dollar. Das ist der Schritt vom Träumer zum Macher.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Die Sturm- und Drangzeit eines Gründers
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Valley Voice - Firmenadresse Parkplatz

0 Kommentare zu "Valley Voice: Firmenadresse Parkplatz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.