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Valley Voice Snapchat, verweile doch

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Image des verrückten, angesagten Anti-Facebook

Das ist deshalb interessant, weil es das grundsätzliche Problem von Gründer Spiegel aufzeigt: Facebook wird aufgrund seiner Reichweite (1,9 Milliarden Nutzer) und Größe (einer Marktkapitalisierung von 434 Milliarden Dollar) viele Ideen einfach aufsaugen und schneller ausliefern können. Die Konsequenz für Spiegel muss deshalb lauten, die Bereiche seines Geschäfts weiterzuentwickeln, in denen Facebook (noch nicht) so stark ist, wie zum Beispiel bei der Hardware.

Hier zeigte Snap bislang mehr Design-Intelligenz als Facebook, das seine eigene Hardware-Kompetenz mit „Building 8“ gerade erst entwickelt. Bei den Nutzern kommen die bunten Sonnenbrillen an, sind sie doch stylisch und kaum als Kamera zu erkennen.

Besonders starken Zuspruch erfährt Snap bei jungen Nutzern; mit dem Image des verrückten, angesagten Anti-Facebook wurde die Firma berühmt. Damit punktet das Netzwerk bei einer den Experimenten zugewandten, aber schwierigen Nutzergruppe, deren Mitglieder immer auf der Durchreise zum nächsten Tech-Spielzeug sind – das Motto „Augenblick, verweile doch“ gilt hier nur bis zur nächsten Sensation.

Die besten Chancen, das digitale Nomadentum zu stoppen, könnte die Plattform „Discover“ eröffnen. Snap hat für seinen neuen Kanal Vereinbarungen über die Produktion eigener Shows mit Medienunternehmen wie NBC Universal, Turner, der BBC, Vice oder der Football-Liga NFL getroffen. Sie könnten Nutzern auch dann einen Grund geben, die Plattform zu besuchen, wenn ihre Freunde längst weitergezogen sind.

Doch Snap wird es auf lange Sicht schwer haben, sich gegen Facebook durchzusetzen, selbst wenn die aktuellen Quartalszahlen nun besser ausfallen, als erwartet. Für das „Verweile doch“ der Snapchat-App auf unseren Telefonen wird entscheidend sein, wie schnell Gründer Spiegel seine Strategie wechselt.

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