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Valley Voice Invasion der Einhörner

Bislang stand der Begriff „Einhorn“ für Fabelwesen. Nun hat Silicon Valley die raren Fabelwesen als Kategorie für erfolgreiche Start-ups entdeckt. Ist das wirklich eine gute Idee?
27.10.2015 - 14:57 Uhr 1 Kommentar
Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.
Die Stimme aus dem Valley

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

Das Silicon Valley liebt Tiere. Bei mir um die Ecke verkauft ein Laden T-Shirts mit der Aufschrift „Hunde sind die neuen Kinder“. Ja, die Leute in San Francisco sind einsam. Deswegen die ganzen Katzen im Internet. Neuerdings sind auch Einhörner ziemlich beliebt. Der Name steht für alle Start-ups, die plötzlich auftauchen, alles durcheinander bringen und aus einem Grund, den keiner kapiert, plötzlich irre wichtig sind.

Lange Zeit hat keiner die Biester gesehen, obgleich immer mal wieder von ihnen die Rede war, von der griechischen Antike über die Renaissance und bis in die Pop-Kultur. Aus dem Kino („Das letzte Einhorn“) wissen wir auch, dass diese Tiere ständig vom Aussterben bedroht sind.

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Erstaunlich genug also, dass Einhörnern heutzutage so gut wie überall herumgaloppieren. Im Valley lässt sich die Invasion einer regelrechten Einhorn-Parade von um die 150 Startups beobachten, darunter Airbnb mit einer Bewertung von mehr als 25 Milliarden Dollar, Snapchat (16 Milliarden Dollar) oder Uber. Investoren werden Uber-Geschäftsführer Travis Kalanick nun wohl zu einer Bewertung in Höhe von 60 bis 70 Milliarden Dollar verhelfen. Vielleicht verkauft er dann auch T-Shirts.

Die Phantasie von der nächsten Superfirma befeuert die Investments wie Benzin den Truck von Imperator Furiosa. Und wo sonst als im Valley riskieren es die Leute, bekanntes Gebiet zu verlassen, um zu sehen, was da draußen noch so ist. Ob das Gerede von den Einhörnern bei der Orientierung hilft? Eher nicht. Jenseits der Fabel-Bewertungen braucht das Startup ein tragfähiges Geschäftsmodell, um nicht unterwegs liegenzubleiben. Twitter macht schließlich gerade vor, wie ein früherer Superstar von schlechtem Management und einem Mangel an Realitätssinn in die Bedeutungslosigkeit gemanagt wird.

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    Unternehmerin Jessica Semaan arbeitete lange in einer Einhorn-Firma. Als eine der ersten Mitarbeiterinnen von Airbnb half sie der Firma beim weltweiten Wachstum, bevor sie die Arbeit an der eigenen Firma begann. Passion Co. will Leuten bei der Gründung helfen, seit kurzem auch mit einer eigenen Konferenz. „Die Leute in Silicon Valley setzen sich selbst mit ihren Geschäftsideen zu sehr unter Druck“, erklärte sie mir. „Es bringt überhaupt nichts, wenn Start-ups nur Geld und Wachstum im Blick haben. Das ist wie beim Daten. Wenn der Typ sofort vom Heiraten spricht, flippt jede Frau aus.“

    Der Tunnel-Blick von Silicon Valley ist geradezu historisch. Jetzt befürchten die ersten Leute erneut ein Platzen der Tech-Blase angesichts der überzogenen Bewertungen von Start-ups. Vielleicht würde es da helfen, nicht hinter jedem Baum ein Einhorn zu vermuten. Weniger Druck, weniger Wachstum, weniger Weltrettung. Rette dich selbst, nicht die Welt. Das wäre mal ein schöner T-Shirt-Slogan.

    There is also an English version of this column.

    Immer dienstags schreibt Britta Weddeling, Korrespondentin für die Themen Internet und Netzwirtschaft des Handelsblatts im Silicon Valley, über die neusten Trends und kleinen Kuriositäten im Tal der Nerds.

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    1 Kommentar zu "Valley Voice: Invasion der Einhörner"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ah interessant, Frau Weddeling hat nun endlich auch den Begriff Unicorn" entdeckt, nachdem der schon seit Jahren in den Startup-Szenen dieser Welt Verwendung findet.

      Ist das hier eine News- oder die Geschichts-Kolumne?

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