Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Valley Voice Lasst doch die Reichen zahlen

Angepasste Preise an Beruf, sozialen Stand und Zahlungsbereitschaft – wegen der Speicherung von sensiblen Daten kosten Autofahrten bei Uber nun unterschiedlich viel. Auf was der Taxi-Konkurrent allerdings achten muss.
23.05.2017 - 18:11 Uhr Kommentieren
Axel Postinett, Korrespondent des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.
Die Stimme aus dem Valley

Axel Postinett, Korrespondent des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

San Francisco Revolution im Silicon Valley: Was sich die neue US-Regierung nicht traut, setzt der Taxi-Killer Uber nun in die Tat um: Die Reichen müssen die Zeche zahlen. Doch sie sollen nicht für die zahlreichen kratertiefen Schlaglöcher oder für die maroden Hochstraßen durch das Digital-Tal aufkommen, wo ab und zu mal eine ganze Fahrbahnplatte des berühmten Highways 101 in die Tiefe rauscht. Sie müssen den Erfolg eines kommenden Börsengangs für die Gründer und die Investoren garantieren.

Am Anfang stand wie so oft eine Schummelei: Uber-Fahrer waren seit Monaten verwirrt, weil sie in der App-Ansicht ihrer Kunden und ihrer eigenen unterschiedliche Angaben lasen. Ein Fahrer wurde von Uber angefragt, ob er eine Tour für 18,86 Dollar übernehmen könnte, wie es auf der Website „The Rideshare Guy“ heißt. Doch der Kunde sollte dafür 44,31 Dollar hinblättern. Normalerweise gibt es für den Fahrer einen Bruttofahrpreis abzüglich 30 Prozent, also netto 15,13 Dollar von den angefragten 18,86 Dollar. Diesmal wurde aber nicht der höhere Kundenpreis angesetzt. Der Überschuss von 25,45 Dollar blieb vollständig bei Uber. Die Antworten von Uber auf die Fragen verwirrter Fahrer blieben lange vage.

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
1 von 17

Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

(Foto: dpa)
Platz 16. Theranos
2 von 17

Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)
Platz 15: Stripe
3 von 17

Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

(Foto: Stripe)
Platz 14: DJI
4 von 17

Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

(Foto: dpa)
Platz 13: Dropbox
5 von 17

Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

(Foto: Reuters)
Platz 12: Lyft
6 von 17

Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

(Foto: AP)
Platz 11: Flipkart
7 von 17

Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

(Foto: Reuters)

Nun löste Uber-Produktchef Daniel Graf das Rätsel: Eine Uber-Fahrt – etwa aus dem reichen Potrero Hills zum Nobelrestaurant LaMar an der Flaniermeile Embarcadero in San Francisco – fällt für zahlungskräftige Kunden künftig teurer aus. Anders für Studenten auf Tütensuppen-Diät im Vierbett-Zimmer im berüchtigten Tenderloin, der zur selben Zeit eine vergleichbare Strecke mit einem Uber-Auto fahren will. Mit Big Data und künstlicher Intelligenz versucht Uber bei jeder einzelnen Fahrt millimetergenau bis an die Schmerzgrenze zu gehen, bevor ein Kunde zur Konkurrenz wechseln würde.

Das ist ein konsequenter Schritt in einem Segment, das verniedlichend „dynamische Preisgestaltung“ genannt wird. Man kennt das schon: Mehrmals am Tag werden die Benzinpreise geändert. Bei großem Andrang steigen die Hotelpreise oder die Preise für Flugtickets oder eben die Fahrt mit dem Uber („Surge Pricing“). Aber das galt bislang dann immer für alle Interessenten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    „Surge pricing“, wie es bei dem Taxi-Konkurrenten Uber genannt wird, setzt etwa ein, wenn viele Menschen in einer Region nach Fahrten suchen oder vielleicht Sturm angesagt ist. Dann steigen die Preise. Nicht zuletzt, um mehr Fahrer auf die Straße zu locken.

    Das funktionierte so gut, dass die Stadt New York droht, die Zulassung einzukassieren, wenn dieser Mechanismus in Katastrophenzeiten nicht eingestellt wird. Bei einem tagelangen Schneesturm in Big Apple kostete eine Uber-Fahrt um ein paar Ecken plötzlich nicht mehr 20 Dollar, sondern 400. Uber stimmte zu, in solchen Fällen die Preisaufschläge massiv einzuschränken.

    In dem jüngsten Testballon geht es nun darum, gezielt Individuen herauszufiltern, die deutliche Preissteigerungen ohne jeden Grund klaglos akzeptieren. Ganz einfach, weil sie es sich leisten können oder es ihnen egal ist. Wer etwa am frühen Abend zur Oper fahren will, der hat einen teuren und vergnügten Abend vor sich. Er ist in guter Laune und hat vor allem einen festen Zeitpunkt, an dem er da sein muss. Gründe, nicht so genau hinzusehen. Immerhin: Geld ist in der Stadt an der Bay im Überfluss vorhanden: Ein Haushalt mit einem Jahreseinkommen unter 105.390 Dollar gilt offiziell als „Low Income“. Sozialhilfestatus.

    Die Jagd nach Daten
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    0 Kommentare zu "Valley Voice: Lasst doch die Reichen zahlen "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%