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Valley Voice Schafft die Girls-Ecken ab!

Deutschland schimpft gern über die frauenfeindliche „Bro-Culture“ im Silicon Valley. Dabei ist die Situation in der Start-up-Szene hierzulande noch düsterer. Das liegt auch daran, wie die Branche Frauen inszeniert.
30.05.2017 - 08:13 Uhr Kommentieren
Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.
Die Stimme aus dem Valley

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

San Francisco Das Argument war so sonderbar wie abenteuerlich. Das US-Arbeitsministerium will „zwingende Beweise“ für eine „extreme“ Diskriminierung von Frauen bei Google gefunden haben und verklagt den Konzern. Demnach soll der Suchmaschinenanbieter weiblichen Mitarbeitern zumindest im Jahr 2015 im Durchschnitt weniger gezahlt haben als Männern. Die Behörde will die Angelegenheit genauer untersuchen, Googles Angestellte befragen und Gehaltsunterlagen einsehen.

Google weist den Vorwurf einer Gehaltsdiskriminierung zurück, will die relevanten Informationen aber nicht herausgeben. Laut „Guardian“ bezeichnete der Suchmaschinenanbieter die Anfrage des Ministeriums als zu aufwendig. Sie nehme 500 Arbeitsstunden und Kosten in Höhe von 100.000 Dollar in Anspruch und widerspreche zudem der Verfassung. Man habe bereits eine halbe Million Dollar in entsprechende Anfragen der Behörde investiert. Der angemahnte Gehaltsunterschied bestehe zudem überhaupt nicht, argumentiert das Unternehmen.

Das wirft die Frage auf, warum Google dann nicht einfach den Beweis dafür antritt. An finanziellen Ressourcen dürfte es dem Unternehmen nicht mangeln. Die Konzernmutter Alphabet verfügt über eine Marktkapitalisierung von 650 Milliarden Dollar und fuhr im abgelaufenen Quartal einen Gewinn in Höhe von 5,43 Milliarden Dollar ein. Zumal Frauen bei Google krass unterrepräsentiert sind, besonders bei den Programmierjobs. Ähnlich sieht es bei Facebook oder Apple aus. Von Uber ganz zu schweigen, das gerade die eigene frauenfeindliche Atmosphäre untersucht. Silicon Valley hat ein Frauenproblem, ganz klar.

Doch immerhin führen Debatten über Diskriminierung im Valley dazu, dass etwas passiert. Google, Facebook und Apple bemühen sich um eine vielfältigere Belegschaft, auch wenn interne Diversity-Programme nur langsam Fortschritte zeigen. Bei den großen Konferenzen treten fachlich starke Frauen auf, wie Regina Dugan, Chefin von Facebooks neuer Hardware-Einheit „Building 8“, Youtube-Chefin Susan Wojcicki oder Android-Managerin Stephanie Saad Cuthbertson.

Und Deutschland, das so gern auf das sexistische Valley schimpft? Das hinkt hinterher. Unternehmen und Politik sollten erstmal bei sich selbst aufräumen. Bei aller berechtigten Kritik an Sexismus an der Westküste legen Studien schließlich nahe, dass es in Sachen Gleichberechtigung in der deutschen Digitalszene noch düsterer für Frauen aussieht.

In der Start-up-Welt herrscht Macho-Denken
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