Valley Voice Schicksalstage des Einhorns namens Uber

Die kommenden Tage entscheiden über die Zukunft des Taxidienstes Uber: Investor Softbank legt den Preis fest, den er für die Anteile an dem Start-up zahlen will. Eine wichtige Wegmarke für den neuen Uber-Chef.
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Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.
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San FranciscoDer Mann hat sich inzwischen aufs Beten verlegt. „Way of the Future“ taufte der Robotik-Ingenieur Anthony Levandowski die von ihm gegründete Kirche mit einem Gott namens künstliche Intelligenz (KI). Sich selbst setzte Ubers ehemaliger Experte für autonome Fahrzeuge laut Dokumenten der US-Steuerbehörde als eine Art Anführer ein.

Die religiöse Gemeinschaft richte sich an Menschen, „die daran interessiert sind, eine Gottheit anzubeten, die auf KI basiert“, heißt es verklärt darin, ganz so, als wolle Levandowski mit den Problemen dieser Welt kaum mehr etwas zu tun haben. Dabei könnte dem Dekan der neuen Maschinen-Religion bald die eigene Götterdämmerung drohen.

Fahrdienst plant Börsengang für 2019 – Softbank will Uber-Anteile kaufen

Fahrdienst plant Börsengang für 2019 – Softbank will Uber-Anteile kaufen

Waymo, die Mobilitätstochter der Google-Holding Alphabet, wirft seinem ehemaligen Mitarbeiter Levandowski vor, Informationen seiner selbstfahrenden Technologie illegal an den Konkurrenten Uber weitergeben zu haben. Am kommenden Montag beginnt der Prozess. Der 37-Jährige hat vor dem Gericht in San Francisco von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Doch über die Zukunft seiner Ideen wird dennoch entschieden – und nebenbei auch über das Schicksal von Uber und die Frage, ob sich die hohen Investments von Risikokapitalgebern wie Menlo Ventures oder Benchmark langfristig auszahlen werden. Eine Gruppe, angeführt von dem japanischen Elektronikkonzern Softbank, will mehr als 14 Prozent am Start-up übernehmen. Uber-Gründer Travis Kalanick, der zehn Prozent an der Firma hält, signalisierte bereits, dass er nicht verkaufen wird. Möglicherweise könnte Benchmark die Gelegenheit nutzen, um die eigenen 13 Prozent abzustoßen.

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
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Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

Platz 16. Theranos
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Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

Platz 15: Stripe
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Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

Platz 14: DJI
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Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

Platz 13: Dropbox
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Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

Platz 12: Lyft
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Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

Platz 11: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

Von der Summe, die Softbank-Chef Masayoshi Son und Co. zahlen wollen, hängt ab, ob Uber die derzeitige Bewertung von 68 Milliarden Dollar halten kann. Offenbar zeigt sich Son weniger freigiebig als gedacht. Wie verschiedene US-Medien berichten, könnte der Marktwert von Uber mit dem Softbank-Investment auf um die 50 Milliarden Dollar schrumpfen. Möglicherweise entscheiden sich die Anteilseigner dann gegen einen Verkauf und warten lieber auf den für 2019 angekündigten Börsengang.

Scheitert das der Deal mit Softbank, wäre dies ein peinlicher Rückschritt für den neuen Uber-Chef Dara Khosrowshahi, sind mit ihm doch fundamentale Reformen in der Unternehmensführung verknüpft. Kalanick will dem Aufsichtsrat ein Mitspracherecht bei den von ihm kontrollierten drei Plätzen in dem Gremium einräumen. Im Gegenzug kündigte Benchmark an, seine Klage gegen den Gründer fallen lassen. Die Risikokapitalgeber beschuldigten Kalanick, sich illegal Einfluss im Start-up gesichert zu haben.

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