Valley Voice Zuckerberg klont sich Snapchat

Kurz vor dem Börsengang seines ärgsten Konkurrenten Snap baut Facebook-Chef Mark Zuckerberg den zum Unternehmen gehörigen Dienst WhatsApp komplett um. Die Änderungen könnten den Newcomer empfindlich treffen.
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Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.
Die Stimme aus dem Valley

Britta Weddeling, Korrespondentin des Handelsblatts im Silicon Valley, berichtet über neue Trends und den digitalen Zeitgeist im Tal der Nerds.

Wenn man im Silicon Valley über die deutsche Digitalszene spricht, dann geht es sehr oft um die Samwer-Brüder. Deren Start-up-Schmiede Rocket Internet aus Berlin könne nichts anderes als Ideen anderer Leute kopieren und stehlen, lautet der Vorwurf. Innovation und andere Eigenleistungen seien rar gesät, von der an der Westküste angeblich so dauerhaft gegenwärtigen „Disruption“ ganz zu schweigen.

Geht es freilich ums Überleben, greifen Valley-Vordenker doch zur Kopiermaschine. Aktuelles Beispiel: Mark Zuckerberg. Bislang hat der Facebook-Chef kein Werkzeug gegen seinen Konkurrenten Evan Spiegel, den Gründer von Snapchat, gefunden. Das soll nun anders werden. Der zum Unternehmen gehörige Dienst WhatsApp veröffentlicht einen Snapchat-Klon, der das Wachstum des Newcomers empfindlich dämpfen könnte.

Künftig können WhatsApp-Nutzer über einen neuen Tab mit Kommentaren und Emojis versehene Bilder, Videos oder die „Gif“-Grafikanimationen auf einer Art Pinnwand veröffentlichen. Die Inhalte verschwinden nach 24 Stunden von selbst. Eine entsprechende Funktion führte Zuckerberg zwar bereits im August 2016 für Instagram ein. Doch anders als diese „Stories“ sind die Posts von „WhatsApp Status“, wie alle übrigen Inhalte der Plattform, Ende-zu-Ende verschlüsselt.

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
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Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

Platz 16. Theranos
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Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

Platz 15: Stripe
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Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

Platz 14: DJI
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Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

Platz 13: Dropbox
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Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

Platz 12: Lyft
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Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

Platz 11: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

Die Funktion wird nun für Nutzer weltweit ausgerollt. Die Änderung könnte Snapchat empfindlich treffen, Denn sie greift die Eigenschaften im Kern ab, mit denen sich die App bisher so erfolgreich von Facebook abgegrenzt hat.

Während bei Facebook jedes Bild gespeichert wird, jeder Kommentar, jede Peinlichkeit für immer sichtbar bleibt, es sei denn der Nutzer löscht es aktiv, können auf Snapchat Beiträge, die älter als einen Tag sind, ganz automatisch nicht mehr abgerufen werden. Das führt dazu, dass Nutzer unfertige und authentischere Bilder von sich zeigen. Seit heute gibt es diese Funktion auch bei WhatsApp, das besonders bei jungen Nutzern beliebt ist.

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