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Verkauf von „Les Echos“ Pearson sagt Frankreich Adieu

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Nach Angaben aus Bankenkreisen in Londen stehen weitere Beteiligungen von Pearson auf dem Prüfstand. Darunter sei die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD), an der die Briten und der deutsche Verlag Gruner + Jahr jeweils die Hälfte der Anteile halten.

Ein Sprecher von Gruner + Jahr wollte angebliche Verkaufsabsichten am Wochenende nicht bestätigen. "Solche Gerüchte kommentieren wir grundsätzlich nicht. Wir gehen von einer Fortsetzung der guten und vertrauensvollen Partnerschaft mit der FT aus", hieß es bei der Zeitschriftentochter von Bertelsmann. Die FTD macht seit ihrer Gründung vor acht Jahren Verluste. Ein Pearson-Sprecher sagte nichts zu einem möglichen Verkauf der Beteiligung an dem deutschen Ableger. Auch zu dem Rückzug aus Frankreich wollte er sich nicht äußern.

Verkäufe in Spanien

Die zu Pearson gehörende FT Group hat bereits eine Beteiligung an der spanischen Zeitung "El Mundo" verkauft und sich 2005 aus der spanischen Zeitungsgruppe Recoletos zurückgezogen. Auf der anderen Seite kaufte die Gruppe im August 2006 Mergermarket, einen auf Informationen über Fusionen und Übernahmen spezialisierten Online-Anbieter. An Beteiligungen in nicht-englischsprachigen Medien bliebe nach einem Verkauf von "Les Echos" neben der FTD ein Drittel an der russischen Zeitung "Wedomosti".

Die FT Group macht rund ein Sechstel des Konzernumsatzes von Pearson aus, der sich auf 4,4 Mrd. Pfund (6,6 Mrd. Euro) beläuft. Pearsons Hauptgeschäft sind Lehrbuchverlage, hier ist der Konzern Weltmarktführer. Wegen der höheren Renditen in dieser Sparte haben große Anleger wiederholt gefordert, die FT Group vom Konzern abzuspalten. Pearson gilt als einer der Hauptkandidaten für eine Übernahme durch Finanzinvestoren. Innerhalb der FT Group macht der Finanzinformationsarm IDC eine operative Rendite von 27 Prozent, während die Printmedien nur auf knapp neun Prozent kommen. Letztere Kennzahl soll nach Angaben des Sprechers im laufenden Jahr auf über zehn Prozent steigen.

Pearson und seine Zeitungsstrategie

Europa: Nach dem Ausstieg aus Spanien verabschiedet sich der britische Verlagskonzern Pearson ("Financial Times") nun aus Frankreich. Das Schicksal der Beteiligungen in Deutschland ("FTD") und Russland ("Wedomosti") ist ungewiss. FTD-Großaktionär Bertelsmann hat wohl ein Vorkaufsrecht und könnte die FTD übernehmen.

USA: Pearson will sich künftig auf englisch-sprachige Märkte konzentrieren. Die Briten stehen als Juniorpartner an der Seite des Mischkonzerns General Electric für eine mögliche Übernahme des US-Medienriesen Dow Jones ("Wall Street Journal") bereit. Doch der Preis von fünf Mrd. Dollar gilt unter Investoren als zu hoch.

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