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Verlagskonzern Springer will im Digitalgeschäft wachsen

Das Digitalgeschäft soll zum Umsatztreiber beim Axel-Springer-Verlag werden. Der „Kostenloskultur“ im Netz will Verlagschef Döpfner ein Ende bereiten. Beim Portal „Welt online“ soll bald die Bezahlschranke runtergehen.
18.10.2012 - 16:24 Uhr Kommentieren
Die Axel-Springer-Zentrale in Berlin: Der Verlag kämpft mit sinkenden Auflagen. Quelle: dapd

Die Axel-Springer-Zentrale in Berlin: Der Verlag kämpft mit sinkenden Auflagen.

(Foto: dapd)

Berlin Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner rechnet mit beschleunigtem Wachstum des Medienkonzerns im Digitalgeschäft. Bisher sei angestrebt worden, dass dieser Bereich bis 2020 die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschafte, doch er sei optimistisch, dass sein Unternehmen das Ziel vielleicht auch früher erreiche, sagte Döpfner der Nachrichtenagentur Reuters. Dies werde ausdrücklich durch den Ausbau des Digitalgeschäfts angestrebt: „Wichtig ist, dass wir es nicht erreichen, weil das Printgeschäft so schnell verfällt.“

Derzeit liegt der Umsatzanteil des digitalen Geschäfts bei gut einem Drittel. Dazu zählen neben digitalen Medien auch Rubrikenportale wie die Immobilien-Website Immonet und die Jobbörse Stepstone sowie Online-Marketing-Anbieter wie Zanox.

Döpfner schaut verstärkt über den Atlantik auf die Konzerne wie Apple und Google. „Diese Supergiganten sind unsere Geschäftspartner und existenzielle Herausforderung zugleich. Dagegen sind wir doch eher eine kleine Start-Up-Bude aus Kreuzberg.“ Vor allem Google ist in den vergangenen Jahren zu einem Synonym für die Kostenloskultur im Web geworben, die dem Vorstandschef des „Bild“- und „Welt“-Herausgebers arge Kopfschmerzen bereitet.

Doch Döpfner erkennt Anzeichen, dass es in der Branche einen „wachsenden Konsens gibt, die Idee, dauerhaft Freibier auszuschenken, ad acta zu legen. Zudem sehe ich eine zunehmende Akzeptanz bei den Endverbrauchern, für Inhalte zu bezahlen, insofern diese Mehrwert bieten und der Bezahlvorgang einfach ist.“ Vor allem für die mobilen Geräte wie Smartphones und Tablets, für die es bereits zahlreiche Springer-Apps gibt, macht Döpfner eine zweite Chance aus, „den Ursprungsfehler der Kostenloskultur zu beheben.“ Die Apps aus dem Springer-Haus sind bereits alle gebührenpflichtig. Ein Schub für die digitalen Angebote erhofft sich Springer auch von der Fußball-Bundesligasaison 2013/14, deren Höhepunkte der jeweiligen Spieltage der im MDAX notierte Konzern digital anbieten wird.

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