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Videogaming Herr der Ringe wird deutsch – Daedalic sichert sich Spiele-Lizenz

Daedalic hat sich die Lizenz für „Herr der Ringe: Gollum“ gesichert. Der Hamburger Entwickler hofft auf eine Umsatzverdopplung und neue Streamingdienste.
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Gollum spielt eine entscheidende Rolle in den Filmen „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ Quelle: dapd
Gollum

Gollum spielt eine entscheidende Rolle in den Filmen „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“

(Foto: dapd)

San FranciscoDie deutsche Daedalic Entertaiment aus Hamburg hat sich die Lizenz für eine der berühmtesten Franchisemarken der Unterhaltungsindustrie gesichert: „Der Herr der Ringe“. Voraussichtlich 2021 wird aus Hamburg die weltweite Vermarktung des Spiels „Herr der Ringe: Gollum“ beginnen. Die Lizenz beinhaltet nach Aussagen von Daedalic-CEO Carsten Fichtelmann Rechte für mehrere Spiele.

„Herr der Ringe“, basierend auf den Büchern von J.R.R.Tolkien, ist ein Phänomen auf dem Niveau eines weltweiten Blockbusters wie Harry Potter. Bücher, Filme, Brett- und Computerspiele auf Basis der Tolkien-Werke sind seit Jahren extrem erfolgreich.

Aktuell arbeitet der Handels- und Medienriese Amazon für seinen Prime-TV-Service an einer Herr-der-Ringe-TV-Serie mit geschätzten Gesamtkosten von einer Milliarde Dollar. Das wäre dann die mit Abstand teuerste TV-Serie, die jemals produziert worden wäre.

Von solchen Dimensionen kann Fichtelmann nur träumen. In die Entwicklung des ersten Gollum-Spiels werden aber auch schon rund sieben Millionen Euro fließen, für deutsche Verhältnisse schon eine stattliche Summe für ein Computerspiel.

Der geplante Gesamtumsatz von Daedalic in diesem Jahr wird laut Fichtelmann bei rund 20 Millionen Euro liegen. Mit Erscheinen des Gollum-Spiels erwartet er eine Verdopplung auf 40 Millionen Euro jährlich, sagte er am Rande der Gamingkonferenz GDC in San Francisco.

Daedalic Entertainment wurde 2007 Hamburg gegründet und betreibt zwei weitere Studios in Düsseldorf und München. 2014 übernahm der Verlag Bastei Lübbe 51 Prozent an dem Softwareentwickler und -verleger.

Das Unternehmen ist bekannt für seine „Point and Click”-Adventure-Spiele. Ein Spieler bewegt sich überwiegend per Maus am Bildschirm durch optisch opulent gestaltete Szenenbilder, gemischt mit Videosequenzen. Mit seinem Charakter sammelt er per Mausklick Objekte ein, beantwortet Fragen, eliminiert Feinde oder löst andere Aufgaben, um ins nächste Bild zu gelangen und so in der Geschichte weiterzukommen.

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Dieses eher relaxte und zurückgelehnte Spieleprinzip ist jedoch im Zeitalter von wilden Actionspielen mit 3-D-Echzeitgrafiken und Multiplayerschlachten in epischen Kriegsszenarien ein Nischenprodukt geworden. Dazu kommt die Konkurrenz durch Streamingdienste wie Twitch (Amazon) oder Google (Youtube).

Zwar steigt die Zahl derer, die sich gemütlich auf dem Sofa mit einer Cola oder einem Rotwein in der Hand anschauen, wie sich andere Spieler durch die Abenteuer hangeln, weiß Fichtelmann. Das Problem: Es kauft nur einer das Spiel, um es dann zu streamen und Tausende schauen es sich an. Verdient wird nur bei den Spielern oder Streaming- und Videodiensten.

Das Gollum-Spiel soll deshalb durchaus auch kämpferische Aspekte haben, um Spieler stärker zu motivieren. Auf diese Weise will Daedalic die Spielidee weiterentwickeln, ohne jedoch den Charakter oder die Vorlage zu verbiegen. Der Charakter des Gollum wurde 1937 in der Novelle „Der Hobbit“ eingeführt und entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einer tragenden Figur der Herr-der-Ringe-Saga.

Er ist jedoch nicht der Held, der sich mit der Streitaxt in der Hand durch die Reihen der Feinde arbeitet. Gollum ist verschlagen, hinterlistig. Die Spieler werden klettern, sich verstecken oder sich auf andere „Gollum-typische“ Weise zur Wehr setzen müssen. Am Ende weiß der Spieler dann, warum Gollum so geworden ist, wie er in den Büchern erscheint, die zeitlich an das Spiel anknüpfen.

Das Spiel wird auf der Software von Unreal basieren, einer der populärsten Spiele-Engines auch für Action-Games. Als Verkaufspreis werden einmalig 40 bis 50 Euro angepeilt.

Das Spiel ist zunächst für einen Spieler ausgelegt. Hoffnungen setzt Fichtelmann auf neuangekündigte Gaming-Streamingdienste wie Stadia von Google, Geforce Now von Nvidia oder XCloud von Microsoft.

Diese Dienste brauchen jede Menge Inhalte, so Fichtelmann. Sie bräuchten neue, exklusive Spiele, aber auch viele alte. So wie Netflix oder Amazon Prime eigene neue Inhalte und alte Kino- oder TV-Klassiker im Angebot haben, um das Publikum zu halten. Damit würden bald auch die alten Spiele vieler Entwickler, die heute längst aus den Regalen der Spieleläden verschwunden sind, wieder attraktiv.

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