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Vorstandsvergütung für 2018 SAP-Chef McDermott bekommt weniger – und bleibt trotzdem Top-Verdiener

SAP-Chef Bill McDermott bekommt eine deutlich geringere Vergütung. Trotzdem dürfte der Amerikaner weiterhin zu den Top-Verdienern im Dax zählen.
Update: 28.02.2019 - 15:26 Uhr 1 Kommentar
Der Amerikaner bekommt für 2018 rund 11,75 Millionen Euro. Quelle: dpa
SAP-Chef McDermott

Der Amerikaner bekommt für 2018 rund 11,75 Millionen Euro.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSAP-Chef Bill McDermott hat große Ziele: Der deutsche Softwarekonzern soll weiter kräftig wachsen, der Börsenwert darüber in den nächsten Jahren auf 300 Milliarden Euro steigen. Die Aktionäre und Analysten sind mit der Entwicklung jedoch nicht rundum zufrieden – bei der Vorlage der Zahlen für 2018 bemängelten beispielsweise viele, dass nach der erfolgreichen Neuausrichtung die Profitabilität zu wünschen übrig lasse.

Diese Entwicklung macht sich bei der Vorstandsvergütung bemerkbar. Konzernchef McDermott hat 2018 rund 11,75 Millionen Euro erhalten, elf Prozent weniger als die 13,17 Millionen Euro im Vorjahr. Der Amerikaner verschlechtert sich deutlich im Vergleich zu den vergangenen Jahren, dürfte aber weiter zu den Spitzenverdienern in den Dax-Konzernen gehören – im vergangenen Jahr lagen vier Chefs über der Schwelle von zehn Millionen Euro.

Die Zuwendungen für den gesamten Vorstand stiegen um knapp sieben Prozent auf 43,95 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht fürs vergangene Jahr hervorgeht, den SAP am Donnerstag veröffentlicht hat. Die Manager bekommen nur einen Teil der Vergütung direkt ausgezahlt, die langfristigen Boni erhalten sie erst nach Ablauf einer Frist von vier Jahren.

Auf McDermotts Konto kam 2018 sogar deutlich weniger an als 2017. Der Zufluss, bemessen nach dem Deutschen Corporate Governance Kodex, sank von 21,79 auf 9,78 Millionen Euro. Das ist einem Sondereffekt geschuldet: Im Vorjahr hatte der Manager die Anteile aus mehreren langfristigen Vergütungsprogrammen ausgezahlt bekommen, die sich dank der starken Aktienkursentwicklung über die Jahre zu einem historischen Spitzenwert summierten.

SAP begründet die hohe Vergütung damit, dass der Vorstand die „anspruchsvolle Aufgabe“ habe, „ein globales Unternehmen in einer schnelllebigen Branche zu führen“. Zudem müsse die Bezahlung im „weltweiten Wettbewerb um hochqualifizierte Führungskräfte“ international konkurrenzfähig sein.

Sprich: Wenn Unternehmen wie Microsoft, IBM und Google ihre Manager hoch bezahlen, will SAP nicht nachstehen – obwohl das bei der Einführung des Modells auf Kritik stieß. In den USA bezahlen viele Unternehmen ihre Führungskräfte besser als in Europa, allerdings bekommen diese in der Regel Verträge mit weniger Festgehalt und geringen Laufzeiten, auch das Haftungsrisiko ist höher.

Der größte Betrag kommt über die Bonusprogramme

Der Abstand zwischen dem Management und Mitarbeitern ist groß: Bill McDermott erhielt 2018 das 105-Fache, die übrigen Vorstandsmitglieder bekamen das 40-Fache. Damit dürfte SAP im oberen Drittel der Dax-Konzerne liegen. Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung lag der Durchschnitt im Jahr 2017 bei Faktor 97 bzw. 45, wobei die gewerkschaftsnahe Organisation teils andere Maßstäbe heranzieht als die Unternehmen.

Ähnlich wie bei amerikanischen Softwarefirmen zahlt der deutsche Konzern den Vorständen eine vergleichsweise geringe Festvergütung. Bill McDermott etwa erhielt 1,31 Millionen Euro plus 795.000 Euro Nebenleistungen, wozu die private Nutzung von Firmenwagen und -flugzeugen genauso zählt wie Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung.

Deutlich mehr erhält der Amerikaner über die Bonusprogramme: 1,85 Millionen Euro über die einjährige variable Vergütung, weitere 5,25 Millionen Euro über ein langfristig orientiertes Programm (Long-Term Incentive, LTI). Diese Summe kann sich mit der Zeit noch verändern. Die Vorstände erhalten virtuelle Aktien, deren Wert sich mit der Entwicklung des SAP-Kurses verändert.

McDermott hat innerhalb des SAP-Vorstand eine herausgehobene Bedeutung – die Vergütung seiner Kollegen ist deutlich niedriger. Rob Enslin, Chef der Cloud Business Group, erhielt im vergangenen Jahr 4,74 Millionen Euro, der kürzlich ausgeschiedene Entwicklungschef Bernd Leukert 4,23 Millionen Euro, die beiden Vertriebschefinnen Adaire Fox-Martin und Jennifer Morgan sowie Finanzchef Luka Mucic jeweils rund vier Millionen Euro. Sie liegen damit in etwa im Durchschnitt anderer Dax-Vorstände.

SAP orientiert sich bei den Bonuszahlungen an wirtschaftlichen Kennzahlen. Für die kurzfristige variable Vergütung sind das Wachstum der Software- und Cloud-Erlöse und der operativen Marge maßgeblich, außerdem die Entwicklung der Kennzahl „New Cloud Bookings“, die den Umsatz aus bereits abgeschlossenen, aber noch nicht verbuchten Cloud-Verträgen abbildet.

Die mehrjährige variable Vergütung errechnet sich aus einer Formel, bei der einerseits das bereinigte Betriebsergebnis eine wichtige Rolle spielt, andererseits die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zu Konkurrenten wie Microsoft, Salesforce und IBM – SAP schnitt schlechter ab als dieser Vergleichsindex. Zudem belohnt der Konzern Loyalität: Über die Jahre erhalten die Vorstände Boni für den Verbleib (Retention Share Units).

Faktoren wie die Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit sowie die Arbeitgeberattraktivität, die der Aufsichtsrat in der Vergangenheit bei der Vergütung berücksichtigen konnte, fließen aber auf Druck von Investoren seit dem vergangenen Jahr nicht mehr ein.

Im kommenden Jahr könnte SAP-Chef McDermott übrigens wieder mit Rekordzahlen aufwarten: Dann steht die Auszahlung eines langfristigen Vergütungsprogramms an, das fast 114.000 SAP-Aktien umfasst. Bei heutigem Kurs von knapp 94 Euro summiert sich der Wert auf mehr als zehn Millionen Euro, die der Amerikaner dann ausgezahlt bekommt.

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1 Kommentar zu "Vorstandsvergütung für 2018: SAP-Chef McDermott bekommt weniger – und bleibt trotzdem Top-Verdiener"

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  • Da werden wir wohl für ihn sammeln müssen.