Wachstumskurs US-Investitionen nagen an Telekom-Gewinn

Der operative Gewinn der Deutschen Telekom geht zum Jahresauftakt leicht zurück. Die US-Tochter T-Mobile US wächst – und investiert kräftig. Unter dem Strich spült der Scout-Verkauf aber viel Geld in die Kasse.
Update: 08.05.2014 - 08:15 Uhr Kommentieren

US-Geschäft hilft Telekom auf die Sprünge - Dax freundlich erwartet

BonnDie Deutsche Telekom bezahlt das Comeback der einstigen Krisentochter T-Mobile US zu Jahresanfang mit einem Gewinnrückgang. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebitda) sei im Zeitraum von Januar bis Ende März um vier Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gesunken, teilte der Bonner Konzern am Donnerstag mit.

Die Erfolgsstory in den USA gehe weiter, sagte Konzernchef Tim Höttges. „Es war die goldrichtige Entscheidung, mutig in diesen Markt zu investieren.“ Es ist der erste Quartalsabschluss, den der einstige Finanzchef verantwortet - der 51-Jährige hatte die Führung des 230.000 Mitarbeiter starken Konzerns zum Jahreswechsel von René Obermann übernommen.

T-Mobile US - viertgrößter Mobilfunkanbieter in Amerika - gelang nach Jahren des Niedergangs dank Milliarden-Investitionen in den Netzausbau und einer Marketing-Offensive die Wende. Im ersten Quartal lockte der Telekom-Ableger 1,3 Millionen neue Vertragskunden - mehr als die wesentlich größeren Konkurrenten AT&T und Verizon zusammen.

Dank der US-Tochter steigerte die Telekom die Erlöse aber um 8 Prozent auf 14,89 Milliarden Euro. Unter dem Strich fuhren die Bonner trotz der hohen Ausgaben in den USA wegen des Verkaufs der Internet-Anzeigentochter Scout 24 deutlich mehr Gewinn ein: Der Konzernüberschuss verdreifachte sich auf 1,82 Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 711 Millionen Euro Überschuss und einem Ebitda von 4,13 Milliarden Euro gerechnet.

Höttges bekräftigte die bisherige Geschäftsaussichten: In diesem Jahr werde wegen hoher Investitionen in den USA der Free Cash Flow auf 4,2 Milliarden Euro sinken - 400 Millionen Euro weniger als 2013. Das bereinigte Ebitda dürfe bei 17,6 Milliarden Euro stagnieren.

Die Telekom steht vor dem Umbruch: Ein Dossier dazu, wie die Zukunftsstrategie von Tim Höttges aussieht, finden Sie als Download im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

  • rtr
  • dpa
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