Web-Sender Rocket Beans TV „Die Leute schauen uns selbst auf dem Fahrrad“

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„Den Luxus Testläufe können wir uns nicht leisten“

Wie viel Mehraufwand bedeutet die Selbstständigkeit?
Heinisch: 24 Stunden Programm sind natürlich enorm aufwändig. Bisher mussten wir pro Woche für unsere TV-Sendung Game One 20 Minuten Content erstellen und die dazugehörige Website befüllen. Jetzt haben wir einen eigenen Sender! Und es gibt in Deutschland noch kein ähnliches Modell und die Pionierarbeit macht Spaß.

Bomhoff: Es ist eine Herausforderung. Wir haben das komplette Redaktions- und Produktionsteam übernommen, der ein oder andere muss jetzt in seinen Aufgaben flexibler sein als vorher. Jeder muss sich um- und einstellen, auf neue Formate und den Zeitdruck. Es muss permanent weitergehen, man muss sich kümmern, dass es weitergeht. Auch auf der technischen Seite. Wir sagen auch ganz offen: Wir verstehen uns als Baustelle. Den Luxus von Testläufen konnten und können wir uns nicht leisten. Und arbeiten im laufenden Betrieb an Sendeplänen, Feinabstimmungen und Verbesserungen.

Der 35-Jährige macht seit über 10 Jahren Fernsehen, bei Rocket Beans TV nun im Web. Quelle: Rocket Beans TV
Nils Bomhoff

Der 35-Jährige macht seit über 10 Jahren Fernsehen, bei Rocket Beans TV nun im Web.

(Foto: Rocket Beans TV)

Und der Vorteil?
Bomhoff: Wir machen alles, weil wir Lust darauf haben und das sorgt für Authentizität. Einer unserer Grafiker steht in unserer Late-Night-Show „BOHN jour“ an den Plattenspielern und diskutiert an anderer Stelle vor der Kamera über philosophische Themen. Wir casten uns nicht ein bildhübsches Gesicht für die Moderation, wir holen Leute mit Ahnung und Leidenschaft vor die Kamera.

Und wo geht die Reise hin?
Heinisch: Wir sind vom Erfolg des Starts überwältig. Hier entsteht alles im Mikrokosmos, ohne Externe. Entsprechend hoch ist die Motivation im Team. Wir haben uns bis Ende März Zeit gegeben und schauen, wie und ob wir weitermachen. Das erste Fazit ist sehr positiv. Und wenn wir uns auf lange Sicht über die durch die vielfältigen Monetarisierungssäulen tragen, ist das großartig und wenn die eigene Vermarktung weiter wächst, erreichen wir irgendwann den Idealzustand.

Bomhoff: Natürlich ist unsere Vision, den Sender zu professionalisieren. Dazu zählen die technische Optimierung, Sendepläne, die wir genau einhalten können und mehr Vielfalt der Formate. Wir möchten auch neue, frische Leute vor die Kamera holen. Aber die müssen wir auch selbst inhaltlich gut finden. Da sind wir auch offen für Fremdformate.

Heinisch: Auf Dauer wollen wir ein Vollprogramm etablieren, das immer weiter wächst und immer wieder überrascht. Das alles auf soliden Beinen steht, ohne Schulden. Je besser die Säulen funktionieren, desto mehr Content produzieren wir. Und Stand jetzt hoffen wir, dass es auch in drei Jahren noch funktioniert.

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