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Im Dunkeln

Wieviele Smartphones Apple verkauft, wird das Unternehmen in Zukunft nicht mehr bekannt geben.

(Foto: AP)

Weniger Transparenz Apple lässt seine Aktionäre bei iPhone-Verkäufen künftig im Dunkeln – Aktie verliert deutlich

Apple will in Zukunft keine Verkaufszahlen von iPhone und Co. mehr bekannt geben. Das gefällt den Anlegern nicht – die Aktie gerät unter Druck.
02.11.2018 - 02:47 Uhr Kommentieren

San Francisco Alle drei Monate ereignet sich in Silicon Valley ein eigenartiges Ritual. Apple präsentiert seine Quartalsergebnisse und die ganze Welt schielt argwöhnisch auf die Absatzzahlen des iPhones. Meist folgt dann die Debatte, ob das Ende des Smartphone-Booms schon eingetreten ist oder nicht.

Apple will dieses Muster durchbrechen und ab sofort keine Absatzzahlen für iPhone, iPad und Mac-PCs mehr veröffentlichen. „Die einzelne Verkaufseinheit ist für uns heute weniger wichtig“, begründete Finanzchef Luca Maestri den Schritt. Sie seien kein Gradmesser für Apples Erfolg. Wichtiger seien Umsatz, Gewinne und das innovative Ökosystem made in Cupertino.

Die Wall Street reagierte irritiert. Die Apple-Aktie verlor nachbörslich um bis zu sieben Prozent. Für die Sorge spricht: Der Konzern wird mit der Entscheidung weniger transparent. Seit 2007 ist das iPhone Apples Top-Wachstumstreiber, es trägt fast zwei Drittel zu den gesamten Konzernumsätzen bei. Der Blick in diesen wichtigen Geschäftsbereich schwieriger, wenn diese Daten in Zukunft fehlen.

Zwar nennt auch Konkurrent Samsung seit einiger Zeit keine Absatzzahlen für Smartphones mehr. Doch zeitgleich verkündete Apple eine schwächere Prognose für das kommende Quartal. Es erwartet, im wichtigen Weihnachtsgeschäft nur einen Umsatz von zwischen 89 und 93 Milliarden Dollar erzielen. Die Wall Street war von 93 Milliarden Dollar ausgegangen.

Der kalifornische Konzern fürchtet Produktionsengpässe. Er sei sich nicht sicher, ob Apple bei der Herstellung seiner neuen iPhones, iPads, Computer-Uhren und Mac-Rechner mit der erwarteten Nachfrage mithalten könne, gab Apple-Chef Tim Cook zu Protokoll.

Die jüngsten iPhone-Verkäufe rangierten mit 46,89 Millionen Geräten ebenfalls unter den Prognosen. Von FactSet befragte Analysten rechneten mit 47 Millionen. Die Datenfirma IDC errechnete für 2018 einen Rückgang im weltweiten Smartphone-Markt um 0,3 Prozent und sagt für 2019 ein Wachstum von nur drei Prozent voraus.

Den neuen Kurs bei den Absatzzahlen interpretieren Analysten wie Dan Morgan von Synovus Trust Company, einem Apple-Investor, „als Zeichen dafür, dass Apple damit rechnet, künftig deutlich weniger iPhones zu verkaufen“.

Mit dem „Schlag gegen die Transparenz“ wolle Apple Aktionären zu einer neuen Perspektive nötigen, sagt Dan Ives, Research Director der Investmentfirma Wedbush Securities. „Die Wall Street soll sich auf durchschnittliche Verkaufspreise und die größere Produktstrategie konzentrieren, nicht auf Absatzzahlen.“

„Die Wall Street straft Apples Schönheitsfehler nicht ab“

Apple ist mehr als nur Verkaufszahlen der iPhones

Für die neue Apple-Strategie spricht, dass der Konzern längst neue finanzielle Standbeine neben dem iPhone aufbaut, das Ökosystem mit neuen Geräten wie Apple Watch, Airpods oder neuen Services im App Store nährt. Apple ist mehr als nur die Verkaufszahlen seiner iPhones.

Zudem gelingt es Apple, sukzessive mehr pro Gerät zu verlangen. Mit der hochpreisigen iPhone X-Generation steigt der Preis pro Gerät von 724 Dollar im vorherigen Quartal auf aktuell 793 Dollar pro Stück, weit über den Preis im vergleichbaren Vorjahresquartal (618 Dollar).

Die Verkäufe des im September präsentierten iPhone XS, für das Apple 999 Dollar verlangt, iPhone Max (1099 Dollar) fließen bislang nur geringfügig in das Quartal ein, das erst im Oktober gestartete iPhone XR (749 Dollar) sogar komplett ins Dezemberquartal. Die neuen Geräte könnten den Trend weiter verstärken.

Tim Cook hält Investoren bei Laune

Finanziell steht Apple gut da. Der Umsatz klettert um fast 20 Prozent auf 62,9 Milliarden Dollar, der Gewinn um 32 Prozent auf 14,13 Milliarden Dollar. Bislang stand Apple in der hohen Gunst der Investoren. Bis zum Quartalsreport legt der Kurs um mehr als 31 Prozent zu.

Apple-Chef Cook versteht es blendend, seine Investoren bei Laune zu halten. Anfang Mai kündigte er Aktienrückkäufe in Höhe von 100 Milliarden Dollar an und gab eine Dividendenerhöhung von 16 Prozent bekannt.

Apple hat seit 2012 bereits für 200 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückgekauft. Im kommenden Jahr könnten Aktienrückkäufe in Höhe von weiteren 50 Milliarden Dollar hinzukommen, schätzt Dan Ives von Wedbush.

Für den langfristigen Erfolg von Apple müssen die Aktionäre dem Strategie-Wechsel bei den Absatzzahlen vertrauen. Wie sich dies nun angesichts der mangelnden Transparenz entwickelt wird, ist längst nicht ausgemacht.

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