Werbung zum Super Bowl Spielehersteller Innogames meldet Umsatzrekord

Innogames profitiert vom Super Bowl. Dank Werbung im Umfeld setzte Deutschlands größter Spielehersteller eine Million Euro am Tag um.
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Super Bowl: Spielehersteller Innogames meldet Umsatzrekord Quelle: PR
Innogames-Werbung

Der Spielehersteller hängt sich an den Super Bowl dran – offenbar mit Erfolg.

(Foto: PR)

DüsseldorfSportveranstaltungen erzielen hohe Medienreichweite. Entsprechend sind Events wie der Super Bowl bevorzugte Einsatzgebiete für Werbekampagnen. Wer als Werbetreibender tatsächlich während des größten einzelnen Sportereignisses der Welt einen Spot schalten will, muss dafür ordentlich investieren. 30 Sekunden Sendezeit kosten beim Endspiel der US-Footballliga NFL rund fünf Millionen Dollar. Geld, das meist lohnend investiert ist: Mehr als 110 Millionen US-Amerikaner verfolgen den Super Bowl in der Regel, weltweit sind es nahezu eine Milliarde Zuschauer.

Neben den klassischen Branchen wie Autohersteller, Brauereien und Nahrungs- und Getränkeproduzenten engagieren sich verstärkt Elektronikunternehmen und Videospielschmieden. Für die Mobilspiele „Clash of Champions“, „Mobile Strike“ oder „Game of War“ zahlten sich die teuren Spots, allesamt eingebettet in kostspielige Werbekampagnen und getragen von Stars wie Arnold Schwarzenegger, nachhaltig aus. Das Fachmagazin „Wired“ verzeichnete im Nachgang der Ausstrahlung stark steigende Downloadzahlen.

Die Spielehersteller liefern sich im hart umkämpften Wachstumsmarkt „Mobile Gaming“ Duelle um die Freizeit von Smartphone- und Tablet-Nutzern – und wollen dabei vom Werbeumfeld Super Bowl profitieren. Dazu zählt nun auch der deutsche Branchenprimus Innogames. Die Hamburger, nach Mitarbeiterzahlen größter deutsche Spielehersteller, haben sich jedoch für einen anderen Ansatz entschieden, um den für das Unternehmen wichtigen internationalen Markt zu bespielen.

Innogames, mit einem Jahresumsatz von 130 Millionen Euro (2016) in Deutschland einer der Spiele-Leuchttürme, aber mit vergleichsweise geringerer Finanzkraft, setzt auf Spots im direkten Umfeld des NFL-Endspiels. Die Wettbewerber Machine Zone, geschätzt eine Milliarde Dollar Umsatz, und Supercell, knapp zwei Milliarden Dollar Umsatz, hatten zuletzt Sendezeit während der TV-Übertragung des Football-Events geschaltet.

Die Taktik von Innogames: Massive Werbepräsenz in den USA, Deutschland und Europa, besonders auf Sportsendern wie ESPN. Kunden sollten dazu mit einem Super-Bowl-Event im Mobile Game „Forge of Empires“, dem sogenannten „Forge Bowl“ zur Teilnahme an Innogames‘ Kerntitel animiert werden. Und am Freitag vermeldete das Hamburger Unternehmen direkt Erfolge: Innogames konnte erstmalig einen Tagesumsatz von einer Million Euro mit dem Strategiespiel „Forge of Empires“ verzeichnen.

Die Kampagne lockt dabei nicht nur neue Nutzer an, das Event zielt darauf ab, dass Spieler sich „Touchdown-Versuche“ erkaufen. Hochrechnungen auf den Jahresumsatz verbieten sich angesichts des Einmaleffekts zwar, dennoch deutet das auf eine Fortsetzung der positiven Umsatzentwicklung des Softwareunternehmens an. Ob ähnliche Strategien nun zu weiteren Sport-Events, etwa der Fußball-WM in Russland, geplant sind, wurde zunächst nicht bekannt.

Nicht ganz schuldlos an dieser Entwicklung dürfte der Einstieg der Mediengruppe MTG sein. Das schwedische Unternehmen hält inzwischen 51 Prozent an Innogames. Die Digitalsparte MTGX tritt dabei nicht als Investor auf, der Erlös der verkauften Anteile ist nicht ins operative Geschäft geflossen. Stattdessen sollen Know-how und Netzwerk des Medienkonzerns für Synergieeffekte sorgen – die aktuelle Kampagne klingt genau danach.

Die sogenannten „Free to Play“-Titel von Innogames leben von hohen Nutzerzahlen, den daraus folgenden Werbeerlösen in den Spielen und von Bezahlinhalten, die Spielvorteile und Individualisierungen freischalten. Auf mehr als zwei Dollar pro Spieler schätzen Fachportale die Kosten für Akquise und längere Bindung.

Für Innogames ist der Umsatzrekord die Bestätigung der Geschäftsausrichtung. CEO Hendrik Klindworth hatte am Rande der Fachmesse Gamescom dem Handelsblatt erklärt, den Fokus neben dem langsamen Aufbau neuer Titel verstärkt auf Anteile im starken Mobilmarkt zu legen. Brancheninsider schätzen das Umsatzpotenzial in diesem Bereich bis zum Jahr 2020 auf rund 60 Milliarden Dollar. Schon jetzt ist dieser Markt auf einige große Spieler aufgeteilt. Innogames arbeitet hart daran, etwas mehr Platz in dieser Phalanx einzunehmen.

  • alm
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