WhatsApp-Gründer Koum Der Milliardär, der mit Lebensmittelmarken zahlte

Es ist der größte Internetdeal seit mehr als zehn Jahren. Jan Koum, ein aus der Ukraine eingewanderter Software-Entwickler, verkauft den Nachrichtendienst WhatsApp an Facebook – und wird Milliardär.
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Jan Koum ist einer der Gründer von WhatsApp: Der 38-Jährige verspricht, dass sich am Produkt auch nach dem Verkauf nichts ändern soll. Quelle: dpa

Jan Koum ist einer der Gründer von WhatsApp: Der 38-Jährige verspricht, dass sich am Produkt auch nach dem Verkauf nichts ändern soll.

(Foto: dpa)

San FranciscoAls Teenager wanderte Jan Koum mit seiner Familie aus der Ukraine in die USA aus. Angekommen in den USA war er auf Lebensmittelmarken angewiesen. Spätestens seit heute ist er Milliardär: Facebook schnappt sich den Kurznachrichtendienst WhatsApp, den Koum vor fünf Jahren gemeinsam mit Brian Acton gegründet hatte, und zahlt dafür 19 Milliarden Dollar.

Ein Grund für den Erfolg ist WhatsApps Einfachheit. An Koums Schreibtisch hängt eine Notiz, die ihn ständig daran erinnern soll, dem Ideal treu zu bleiben: „Keine Anzeigen! Keine Spiele! Keine Gimmicks!“ 450 Millionen Nutzer hat WhatsApp so bereits überzeugt, 30 Millionen allein in Deutschland.

Koum weiß, dass er den Verkauf an Facebook verteidigen muss. Denn Facebook steht für Werbung, viel Werbung. „Niemand steht auf und freut sich über mehr Werbung, niemand geht ins Bett und denkt, welche Anzeigen er morgen sehen wird“, schreibt er in einem Blog-Eintrag zum Verkauf an Facebook. Daher bleibe es dabei: WhatsApp solle werbefrei bleiben und auch sonst sich für die Nutzer nichts ändern.

Den Deal hatten Facebook-Gründer Mark Zuckerburg und Koum bei persönlichen Treffen eingefädelt. Im Frühjahr 2012 trafen sie sich persönlich in einer deutschen Bäckerei in Los Altos (hier ein Interview mit der Bäckerei-Besitzerin).

Gearbeitet hat Koum bis 2007 beim Internetportal Yahoo, bevor er gemeinsam mit Acton das neue Unternehmen gründete. Seine Herkunft habe die Entwicklung des Dienstes geprägt. Die Erfahrung, in einem Land gelebt zu haben, in dem Telefonleitungen oft angezapft worden seien, hätte ihm die Bedeutung von Privatspähre klargemacht, so Jim Goetz, Partner beim WhatsApp-Investor Sequoia. Die Firma war der einzige Investor, den WhatsApp mit an Bord geholt hatte. Aus 60 Millionen Dollar wurden für Sequoia 3,5 Milliarden Dollar.

Was wird nun aus WhatsApp?

WhatsApp sichert zu, weder Name noch Geschlecht, Adresse oder Alter der eigenen Nutzer abzufragen. Die Telefonnummer ist das Mittel zur Authentfizierung. „Jans Kindheit hat ihn Kommunikation schätzen lassen, die nicht angezapft werden kann“, so Goetz. Kritik muss WhatsApp aber regelmäßig dafür einstecken, die Kontaktdaten der Smarthpones der Kunden auszulesen. „Wir interessieren uns nicht für Informationen über unsere Nutzer“, erklärte Koum noch im Januar. Stattdessen reiche die überaus moderate Gebühr von einem Dollar im Jahr für den Betrieb. WhatsApp schalte keine Werbung und müsse deshalb auch keine Nutzerdaten auswerten.

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15 Kommentare zu "WhatsApp-Gründer Koum: Der Milliardär, der mit Lebensmittelmarken zahlte"

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  • da kann man mal sehen was es einem Mark Zuckerberg wert ist an die Verschlüsselung von Millionen von Smartphone Nutzern zu kommen. Aber evtl. handelt er ja nur im Auftrag von anderen, die das Geld ja aus dem Nichts erschaffen können ;-)

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  • Facebook ist leider seit fast 2 Jahren nicht mehr die Website mit den meisten Usern.

    Daher dieser Verzweiflungs-Akt völlig überteuerte Transaktion
    war das gewesen.

    Die User bei Facebook werden immer älter.

    Wenn Herr Zuckerberg mithalten will muss er Innovationen und neue
    Features bringen anstatt einfach andere dazu zukaufen.

    Denn noch so einen Zukauf kann sich Facebook nicht mehr leisten.

    Man wird in Zukunft verstärkt die mobilen User anzapfen das wurde
    lange Zeit bei Facebook verschlafen.

  • @kognitiver
    Genau so ist es, wo bleibt hier die Realation zu den für die Menschheit lebensnotwendigen Werten.

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  • Facebook kriegt sie alle, wenn nötig durch Firmenzukäufe. Leider stört es die wenigsten. Unglaublich. Rette sich wer kann.

  • Ich möchte jetzt kein Facebook-Aktionär sein.Denn wenn die Gründer von Whats App ihre Anteile versilbern,kommt der Markt unter Druck.Wer´s nicht glaubt,die Mannesmänner haben es mit den Vodafone-Anteilen,genau so gemacht,wie die Voicestream Aktionäre, mit den Telekomaktien.Meist gibt es eine zwar eine Haltefrist und einen Tag X der Übertragung,aber meist sinkt der Wert der zu übertragenden Anteile schon vorher,so dass am Ende immer mehr Anteile überschrieben werden müssen, um auf das gleiche Geld zu kommen,ein Teufelskreis für die Aktionäre der übernehmenden Firma.

  • Schlechter Schreibstil meine Damen und Herren von der Redaktion. Koum ist kein eingewanderter Software-Entwickler,
    er ist mit seiner Mutter als Jugendlicher eingewandert und machte seine Ausbildung in den Staaten. Erst dort wurde er Software-Entwickler und sah seine Chancen. Hier in diesem Text ist es nicht so gravierend, was machen wir aber, wenn über Christian Wulff täglich Platitüden und Unwahrheiten ergossen werden; schlimm, ganz schlimm. Das nennt sich dann Pressefreiheit. Eigentlich sollten wir diese Leute bei mehrmaliger Wiederholung nach Sibirien zum Schnee schippen schicken, so für vier Wochen erstmals.

  • Das einzig smarte am Smart-Phone waere...es nicht zu nutzen. Wer es dennoch tut, der soll sich bitte nicht darueber beklagen, das wohl ausgefeilteste Spionagetool der bisherigen Menschheitsgeschichte zu nutzen. Dies nicht zu erkennen, waere nicht mal nicht nur smart, sondern extrem dumm.

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