Windows 10 Microsoft wagt den großen Sprung

Von der Verteidigung in den Angriff: Windows 10 ersetzt nicht nur das ungeliebte Windows 8. Es katapultiert Microsoft in die neue Zukunft des holografischen Computings – und verweist Google und Facebook auf die Plätze.
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Microsoft-Chef Nadella: „Windows als größter Internet-Service der Welt“.

Microsoft-Chef Nadella: „Windows als größter Internet-Service der Welt“.

SeattleTerry Myerson ist nicht Vorstandschef. Trotzdem ist er derzeit der wichtigste Mann bei Microsoft. Myerson, als Chef der Sparte Betriebssystem, muss reparieren, was nach Meinung vieler kaum noch zu reparieren ist. Die Vormachtstellung von Windows im IT-Markt. Apples Laptops rauben ebenso Marktanteile wie Googles Chrome-Laptops und Tablets. Doch Myerson gibt nicht auf. Oder wie er auf einer Veranstaltung in Redmond am Mittwoch sagt: „Wir müssen die Zukunft von Windows schärfen“.

Und er will sie richtig scharf haben. Die Überraschung des Tages war „Hololens“, eine Brille für dreidimensionale holografische Bilder von Personen oder Dingen. Nur Tage, nachdem Google die Einstellung seines Explorer-Programms für sein Google Glass bekanntgegeben hat, startet Microsoft den Frontalangriff.

Mit Hololens unternimmt man Rundgänge durch virtuelle Welten oder erstellt mit einer Software für Industrie-Design Objekte, die dann später mit 3-D-Druckern realisiert werden können. Medien und Designer gehören zu den ersten Zielgruppen von Hololens. Die Brille soll noch 2015 mit der neuen Windows-Version erscheinen.  

Forrester-Analyst James McQuivey vergleicht die Datenbrille gar mit der Einführung des iPhones: „Wenn Hololens ein Erfolg wird, wird das alles ändern“, erklärt er in Seattle. „So wie die Maus änderte, wie wir mit Computern umgegangen sind, und so wie der Berührungsschirm des iPhones.“ Forrester schätzt, dass „Gemischt-Realitäts-Computing“ bis 2020 der Durchbruch gelingen wird, wenn Apple und Google aufgeholt haben werden.

Aber bis dahin dürfte der Markt Microsoft gehören. Der von vielen bereits angezählte Software-Riese aus Redmond geht in die Offensive und schlägt so auch Oculus, die 3-D-Spielebrille, die CEO Mark Zuckerberg 2014 für zwei Milliarden Dollar erworben hat. Zuckerberg selbst hält virtuelle Realität für die nächste Computerplattform und sieht Oculus als „Langfristwette auf die Zukunft des Computings“. Zumindest in diesem Punkt stimmen er und Microsoft-CEO Satya Nadella überein.

Der Microsoft-Chef erklärt die Zeiten von Windows als Software alter Schule für beendet: „Stellen Sie sich Windows als größten Internet-Service der Welt vor“, malt er die Zukunft an die Wand.

Microsofts große Chance, zurückzukommen
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8 Kommentare zu "Windows 10: Microsoft wagt den großen Sprung"

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  • Haben Sie die Reaktionen anderer oben nicht gelesen? Das Stimmvieh wartet schon sehnsüchtig auf die Möglichkeit sich ein neues Betriebssystem installieren zu dürfen.
    Schließlich schmeckt die Software nach ein paar Monaten nicht mehr so gut, wie frisch!

  • Sie sind vielleicht altmodisch. Die Dienste die laufen! Pah! Vielleicht machen Sie sich auch noch Gedanken um die Sicherheit?
    Sowas rückständiges geht ja gar nicht.
    Die Zukunft heißt "Benutzerfreundlichkeit". Jeder Depp soll mit seinem Smartphone ständig online überw - ups! - sein können und jede Software installieren können.
    Denn merke: geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut!

    Die Medien haben die Aufgabe jede in den Markt gedrückte Idee als Fortschritt zu vermitteln und keinerlei ernsthafte Diskussion über die Gefahren oder potentiellen Nachteile hochkommen zu lassen.

    So findet ja auch gar keine Diskussion darüber statt, daß sich die Softwarefirmen des Sicherheitsvorwandes bedienen, um immer rascher neue Versionen in den Markt zu drücken.

    Und bei Betriebssystem ist es sowieso lächerlich, was da abgezogen wird. Aber der faule Apfel hat das vorgemacht, alle Medien haben applaudiert und so machen es eben jetzt fast alle nach, weil es eben reingeht.

    Die Medien kommen ihrer Aufgabe in keinster Weise mehr nach, sondern sind nur noch Sprachrohre der Industrie (und transatlantischer Interessen).

  • "Es katapultiert Microsoft in die neue Zukunft des holografischen Computings"

    Bei einer so "kritischen" Presse, welche jedes Werbegewäsch und jede Werbephrase als Tatsache wiederkaut (man erinnere sich an das "revolutionäre Google Glass, das jetzt eingestampft wurde, oder Amazons clevere Werbeaktion mit der Drohnenzustellung), geht eben alles.

    Wen interessiert denn schon das Sein. Das ist ja nicht amerikanisch und modern. Der Schein ist es, der zählt - zwar nicht für das 1%, aber für die Schafe, denen es verkauft wird.

  • Jetzt hat man gerade Windows 7 nach Hunderten von Updates einigermaßen stabil zum Laufen gebracht, jetzt kommen diese US-Knallköpfe wieder mit neuem Schrott.

    Ich habe gerade einen Windows-Laptop mit dem unsäglichen 8.1 zurückgeschickt. So einen Mist habe ich noch nie gesehen!

    Wer glaubt denn im Ernst, dass alle Android- und Apple-User Ihre Smartphones und Tablets wegschmeissen, nur damit die US-Spinner wieder ein neues unausgereiftes Produkt beim Kunden fertigentwickeln können?

  • Google Glass ist mitnichten eine Fehlentwicklung. Die Brille wurde auch nicht eingestellt sondern wird weiterentwickelt.
    Ob nun das System von Google, Microsoft oder Sony die Datenbrille wird kommen.
    Microsoft will sicherlich nicht den gleichen Fehler wie beim Tablet machen, für das man zwar einen Prototypen hatte nur den richtigen Zeitpunkt zum Veröffentlichen verpasst hat.

  • Microsoft hechelt mal wieder der Entwicklung von Google & Co hinterher, auch der Fehlentwicklung (Google Glass). Warum aus Fehlern anderer Lernen, wenn man glaubt alles besser zu können. Was Windows angeht, so ist zu hoffen, dass angesichts der emprischen Regel, dass jedes 2. Release zumindest kein ultimativer Schrott ist, jetzt ein zumindest ansatzweise brauchbares Release ansteht

  • Ist ja an sich alles schön und gut. Fortschritt gerade in der PC Branche ist notwendig.
    Allerdings sollte Microsoft meines Erachtens nach langsam mal wieder verstärkt an Prosumer denken. Etliche Funktionen sind nur sehr schwer deaktivier- bzw löschbar.
    Ich bin in den letzten Jahren länger mit dem Einrichten eines neuen Windows PC beschäftig als mit der Installation.
    Und dabei rede ich nicht von der Software die man draufhaben möchte, sondern von der Deaktivierung unnötiger Dienste und der Systembereinigung von unnützen Tools.
    Sowas mag alles auf einem Medion PC gut ankommen, ist für mich aber ein Graus.
    Optionales Lean-System bei dem man alle Tools einzeln installieren muss wäre okay.

  • Na, da bekommt die Überwachung noch eine neue Dimension dazu....
    Die Schafe werden begeistert sein....

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