Wirtschaftsspionage Firmen fürchten Internet-Angriffe

Angriffe aus dem Internet sind für deutsche Unternehmen einer Umfrage zufolge das größte Risiko. Wie die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft am Dienstag mitteilte, gehen 79 Prozent der befragten Sicherheitsexperten von Firmen zudem davon aus, dass die Gefährdung der deutschen Wirtschaft zunehmen wird. Weitere Risiken sind demnach die Kriminalität von Mitarbeitern und Terrorismus.
Die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft hält die Zunahme der Wirtschaftsspionage für „besorgniserregend“. Quelle: dpa

Die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft hält die Zunahme der Wirtschaftsspionage für „besorgniserregend“.

(Foto: dpa)

afp BERLIN. Der Umfrage zufolge war Kriminalität aus dem Internet das Delikt, mit dem sich die Experten am häufigsten befassen mussten. 76 Prozent der 244 befragten Sicherheitsverantwortlichen gehen demnach davon aus, dass Angriffe mit Schadsoftware aus dem Web zunehmen werden. 55 Prozent rechnen mit mehr Hackerattacken. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten sieht den Diebstahl von Hardware mit wichtigen Daten auch künftig als wichtiges Problem, das gleiche gilt für das Abhören von Telefonen und Faxen.

Die Zunahme der Wirtschaftsspionage hält die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) für „besorgniserregend“. 47 Prozent der befragten Unternehmen seien davon betroffen gewesen. Problematisch sei besonders, dass viele Unternehmen sich noch immer nicht ausreichend schützten: Zwar hätten drei Viertel aller befragten Firmen nach eigener Einschätzung schützenswertes Wissen, doch nur knapp die Hälfte davon verfüge über ein Schutzkonzept.

In der Regel sind die Unternehmen nach den Angaben der Sicherheitsexperten von Spionage durch Wettbewerber betroffen. Bei einem Fünftel der Befragten standen aber Nachrichtendienste hinter der Spionage. 40 Prozent sprachen sich daher dafür aus, dass auch die deutschen Geheimdienste „die Interessen der Wirtschaft fördern dürfen“ sollten.

Als gravierend bezeichneten die Sicherheitsexperten die Kriminalität von Mitarbeitern. Bestechlichkeit von Beschäftigten und Diebstähle waren demnach besonders häufig. Für vergleichsweise wichtig erachten die Experten die Überwachung von Mitarbeitern. Der ASW-Vorsitzende Thomas Menk betonte mit Blick auf die Datenschutzskandale bei Lidl, der Deutschen Bahn und der Deutschen Telekom jedoch, „die ständige Orientierung an Recht und Gesetz muss oberstes Leitmotiv“ sein.

Weiterhin kritisch für deutsche Unternehmen ist nach den Worten Menks der Terrorismus. Gefährdet seien besonders Firmen, die im Nahen Osten aktiv seien. Viele Firmen müssten aber gerade in der aktuellen Krise den Schritt in diese Märkte machen. In Deutschland bestehe bislang keine ernsthafte Gefahr durch Terrorismus, denkbar sei jedoch, dass Terroristen hierzulande eine „elektronische Kampfführung“ entwickelten. Bislang gebe es allerdings keine Anzeichen dafür.

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