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Yahoo vor der Zerschlagung Marissa Mayers Zeit ist abgelaufen

Schon vor dem Verkauf des Kerngeschäfts zerfällt Yahoo. Die Abschreibung auf Tumblr zeigt, dass Konzernchefin Marissa Mayer die Visionen fehlten. Der Absturz von Yahoo ist ein Weckruf für jeden Manager. Ein Kommentar.
Die Managerin konnte den Absturz von Yahoo nicht verhindern. Quelle: AP
Marissa Mayer

Die Managerin konnte den Absturz von Yahoo nicht verhindern.

(Foto: AP)

San Francisco Die glücklose Yahoo-Chefin Marissa Mayer macht Hausputz. Sie schreibt 482 Millionen Dollar vom Kaufpreis des 2013 für 1,1 Milliarden Dollar erworbenen Social Networks Tumblr ab, wie der Konzern am Montagabend bekanntgab. Zuvor hatte sie schon einmal 230 Millionen Dollar auf die Blogging-Plattform abgeschrieben. Sie will die Zentrale in Sunnyvale besenrein übergeben, falls irgendwann im zweiten Halbjahr ein Käufer die Kernbereiche des Web-Portals übernehmen sollten.

Die Weblegende Yahoo zerfällt, weil sie sich nicht schnell und drastisch genug diversifiziert hat. Yahoo war nie ein echtes Technologie-Unternehmen. Yahoo war und ist ein anzeigengetriebenes Medienunternehmen auf rein digitaler Basis. Und Tumblr war keine Diversifizierung, die man braucht, wenn ein altes Businessmodell zerbricht. Tumblr, Marissa Mayers Vorzeige-Akquisition, sollte einfach neue Absatzkanäle für das alte Geschäftsmodell erschließen. Mit Vollgas fuhr man in die falsche Richtung. Das ist es, was man Mayer und ihrem Aufsichtsrat am Ende vorwerfen muss: Ideenlosigkeit und fehlender Mut zur Transformation.

Wie das geht, haben andere bewiesen. Mark Zuckerberg etwa, der Facebook in 18 Monaten von einer Nullnummer in das Powerhaus der mobilen Werbewelt verwandelt hat. Oder Satya Nadella, der Microsoft, das beinahe einmal Yahoo für 38 Milliarden Dollar gekauft hätte, von der „Windows-Firma“ in das zweitgrößte Cloud-Unternehmen der Welt verwandelt hat. Und nicht zuletzt Google: Die Umwandlung in die Holding Alphabet war der Aufruf, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Es sind starke Einzelpersönlichkeiten mit klaren Visionen, die solche Transformationen einleiten. Bei Yahoo haben sie gefehlt. Nicht erst seit Marissa Mayer, aber auch mit ihr. Ihre Zeit ist abgelaufen.

Die Geschichte von Yahoo ist zugleich Mahnung und Weckruf für alle Unternehmensmanager. Die digitale Transformation, an deren Beginn die Weltwirtschaft steht, kann nur überleben, wer dabei alles in Frage stellt, statt nur das Alte zu beschleunigen.

Das sind die größten Internetunternehmen der Welt
Platz 10: Salesforce
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Das Unternehmen bietet Cloud-Dienste für Unternehmen und ist damit sehr erfolgreich: Zuletzt erhöhte der SAP-Rivale seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 8,2 Milliarden Dollar.

Börsenwert: 57 Milliarden US-Dollar*

*Stand: Mai 2016

(Foto: Reuters)
Platz 9: Ant Financial
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Ant Financial gehört zum chinesischen Firmenkonglomerat Alibaba. Der Konzern betreibt die Bezahl-Plattform Alipay, die –ähnlich wie Paypal– die Abwicklung des elektronischen Zahlungsverkehrs ermöglicht. Die Credit Suisse schätzt, dass rund 58 Prozent der Online-Zahlungen in China über die Plattform laufen.

Börsenwert: 60 Milliarden Dollar

(Foto: Reuters)
Platz 8: Baidu
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Das chinesische Google-Baidu gehört zu den fünf am häufigsten aufgerufenen Webseiten der Welt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 10,3 Milliarden Dollar. Fünf Jahre vorher waren es gerade einmal rund 1,2 Milliarden Dollar. Das rasante Wachstum hat Baidu in den Kreis der größten Internetunternehmen der Welt katapultiert.

Börsenwert: 62 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 7: Uber
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Der Fahrtendienst Uber hat noch immer mit viel Gegenwind zu kämpfen. Wegen des vielerorts festgeschriebenen Taxi-Monopols bekommt Uber keinen Fuß in viele Märkte – auch in Deutschland nicht. Dennoch wird an den Aktienmärkten Uber bereits mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet. Und das obwohl das Unternehmen überhaupt keinen Gewinn schreibt. Im zweiten Quartal 2014 stand bei Uber ein Verlust von 109 Millionen Dollar.

Börsenwert: 63 Milliarden Dollar

(Foto: AP)
Platz 7: Priceline
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Immer mehr Menschen buchen ihren Urlaub über das Internet. Portale wie Priceline machen damit ein gutes Geschäft. 2015 wuchs der Umsatz auf 9,2 Milliarden Dollar. Damit ist Priceline das größte Online-Buchungsportal der Welt.

Börsenwert: 63 Milliarden Dollar

Platz 6: Alibaba
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1999 hat Jack Ma die Website alibaba.com ins Leben gerufen. Nur sechs Jahre später beteiligte sich Yahoo mit 40 Prozent an Alibaba. 2014 ging Ma mit dem Unternehmen an die New Yorker Börse. Beim Börsengang konnten Aktien im Wert von fast 22 Milliarden Dollar verkauft werden, womit das Alibaba-IPO eines der größten der Welt war. Das Internetunternehmen hat Ma zum Multimilliardär gemacht. Forbes schätzt sein Vermögen auf knapp 23 Milliarden Dollar.

Börsenwert: 205 Milliarden Dollar

(Foto: Reuters)
Platz 5: Tencent
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Tencent ist eine Art Internetmischkonzern. Der chinesische Konzern ist in den Geschäftsfeldern, Sofortnachrichtendienste, soziale Netzwerke, Online-Medien, Internet-Mehrwertdienste, Online-Games und Online-Handel tätig. 1998 gegründet ging Tencent mit einem Instant Messenger an den Start, der das Unternehmen zum ersten Internetkonzern Chinas machte, der einen Gewinn erzielen konnte. Seitdem ist der Wert von Tencent kontinuierlich gestiegen.

Börsenwert: 206 Milliarden Dollar

(Foto: Reuters)
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