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Zweites Düsseldorfer Terrassengespräch Der Journalist auf seinem digitalen Weg

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Paid Content als Königsweg?

Lobo warnte allerdings vor einem „Like-Populismus“, der dazu führe, dass Journalisten ihre Beiträge immer mehr so konzipieren, dass sie möglichst viele „Likes“ erhalten. Michael Bröcker, Chefredakteur der „Rheinischen Post“, schrieb prompt von der Dachterrasse via Twitter:

Doch die Digitalisierung bedeutet auch ein Neuerfinden der Erlösmodelle. Denn Inhalte im Netz sind gemeinhin gratis - die Herstellung journalistischer Inhalte jedoch ist kostspielig. Die drei Chefredakteure auf der Bühne waren sich einig, dass es keinen Königsweg gebe, dass es stattdessen immer eine Mixtur aus Online-Werbefinanzierung, Bezahlmodellen und einem Ökosystem mit Konferenzen und Ähnlichem geben müsse. Doch auch in diesem Punkt sagte Blogger Logo geradewegs: „Widerspruch“ und fügte an, dass er durchaus einen Königsweg sehe, der da heißt: Paid Content, also das schlichte Bezahlen der konsumierten Inhalte.

„Das Smartphone greift die Medien radikal an“

Aber die Erlösfrage ist nicht das einzige Problem. Die mobile Nutzung, die für viele Menschen morgens direkt nach dem Aufstehen beginnt, kreist immer mehr um soziale Netzwerke wie Facebook, Whatsapp, Instagram oder auch die eigenen Emails. Weniger Nutzer gehen mobil direkt auf die Nachrichtenseiten der etablierten Medienhäuser. Mit Formaten wie „Instant Articles“ oder der neuen News-App will IT-Konzern Facebook die Medienhäuser umgarnen, ihnen quasi ein neues Zuhause bieten.

Ein teuflisch-verführerisches Angebot. Müller von Blumencron warnte: Die Inhalte der Medien würden in eine „Timeline zwischen Verschwörungstheorien und den Kommentaren von Freunden“ rutschen. Konsequenz: „Der Markenzusammenhang löst sich auf.“

Die Zuschauer auf der sonnenbeschienen Terrasse teilten längst nicht alle Positionen der Diskutanten. So griff Boris Schramm, Geschäftsführer der Mediaagentur GroupM, beherzt in die Diskussion ein und verwies auf eine gewisse Überschätzung des Medienunternehmens Facebook. Junge Menschen, so seine These, würde das Netzwerk gar nicht nutzen. Die Mediarelevanz von Facebook sei kleiner als immer gesagt.

„Das glaube ich nicht“, konterte Lobo. Schließlich würden Netzwerke wie Instagram und Whatsapp ja auch zu Facebook gehören – und jene würden von Teenies stark frequentiert. Dem ewigen Selfie-Drang sei Dank. Vor diesem waren übrigens auch die längst erwachsenen Gäste des Terrassengesprächs nicht gefeit und so kursierten noch am späten Abend Selbstporträts der Teilnehmer, die den Ausblick auf der Terrasse genossen, durchs Netz.

„Journalisten haben große Egos und hören nicht richtig zu“

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1 Kommentar zu "Zweites Düsseldorfer Terrassengespräch: Der Journalist auf seinem digitalen Weg"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • „Wenn man ein digitalpublizistisches Projekt scheitern lassen will, gibt man es einem Journalisten. Wenn man es teuer scheitern lassen will, gibt man es einem Berater.“


    Da hat er die Politiker vergessen, die sogar unbegreiflicherweise zu blöde sind, eine digitale Staatsbibliothek aufzubauen, obwohl die so unendlich wichtig wäre.
    Die sind eben als Allerletzte daran interessiert, das Land der Dichter und Denker wieder auferstehen zu lassen und sich am Ende kritischen Fragen stellen zu müssen, etwa warum man geradezu zwanghaft die Fehler der Vergangenheit wiederholt.
    Es ist so krass geworden, dass man UNSERE Klassiker nur als eingescannten Nachdruck in den USA bestellen kann und da die die Sprache nicht verstehen, fehlen schon einmal ein paar Seiten aber das ist hunderttausendmal besser als das was die Bundesregierung schafft.