Alles aus einer Hand Maschinenbauer Trumpf wird zur Bank

Das schwäbische Unternehmen Trumpf spielt eine Vorreiterrolle: Als erster deutscher Maschinenbauer gründet es eine Bank – inklusive Sparkonto für Mitarbeiter. Das Beispiel könnte Schule machen.
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Nicola Leibinger-Kammueller führt den Schwäbischen Maschinenbauer Trumpf. Quelle: dapd

Nicola Leibinger-Kammueller führt den Schwäbischen Maschinenbauer Trumpf.

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DüsseldorfNicola Leibinger-Kammüller ist die Überraschung gelungen. Sie strahlt übers ganze Gesicht: „Wir sind Bank. Und wir schreiben ein Stück schwäbische Wirtschaftsgeschichte.“

Die Trumpf-Chefin hatte kurzfristig in die Ditzinger Firmenzentrale eingeladen. Die Nachricht: Als erster deutscher Maschinenbauer hat ihr Unternehmen eine Vollbank-Lizenz erhalten. „Wir sehen das in erster Linie als Instrument zur Absatzförderung. Aber wir werden auch Einlagengeschäft betreiben“, sagt sie. Vorbild seien die Autobanken.

Trumpf will dabei ausschließlich Trumpf-Maschinen finanzieren. Das macht das Unternehmen zwar schon seit zwölf Jahren über eine eigene Leasingtochter. Doch die arbeitete bisher mit Leasingfirmen der französischen Société Générale und der Deutschen Leasing zusammen. „Jetzt bekommen die Kunden alles aus einer Hand, egal, ob sie leasen, finanzieren oder kaufen wollen“, erklärt Finanzchef Harald Völker.

Fast drei Jahre bemühte sich Trumpf um die Banklizenz bei der Bafin. Die regulatorischen Hürden vor einer Bankgründung sind beträchtlich. Als Universalbank erschließt sich Trumpf zudem neue Refinanzierungsmöglichkeiten. Darüber hinaus kommt das schwäbische Unternehmen so an staatliche Kreditfördermittel.

„Wir können das Geschäft unserer Kunden sicherlich besser beurteilen als viele Banken oder Leasingfirmen“, betont die Trumpf-Chefin. Das Unternehmen erwartet durch die für 28 Länder geltende europäische Banklizenz zusätzliches Geschäft, vor allem im Ausland. Das Risiko sei für Trumpf bei einer Bilanzsumme der Bank von 50 Millionen Euro absolut beherrschbar. „Die Bank finanziert sich getrennt vom Unternehmen, nachdem sie mit einer Kernkapitalquote von 35 Prozent ausgestattet worden ist“, erläutert Völker. Gefordert sind bei Neugründungen nur zwölf Prozent.

„Die Unternehmen vertrauen den Banken nicht mehr“
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1 Kommentar zu "Alles aus einer Hand: Maschinenbauer Trumpf wird zur Bank"

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  • na das ist doch prima.
    Dann hat doch der Arbeitnehmer alles in einer Hand, seinen Arbeitsplatz und seine Altersversorgung. Ich verstehe nur nicht, warum jeder vierte in Baden-Württemberg keinen unbefristeten Vollzeitarbeitsvertrag hat. Aber solche Arbeitsverträge sind ja kein Trumpf. Dies sind sogenannte atypische Beschäftigungsformen.

    MfG

    HOTTE_VE

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