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Digitalisierung Günstig zu Innovationen

Viele Unternehmen wollen modernisieren, bekommen aber von ihrer Bank keinen Kredit. Eine Alternative kann Leasing sein.
15.12.2019 - 15:42 Uhr Kommentieren
Per Barcode melden sich Mitarbeiter auf dem Smartphone des Vorarbeiters an. Dann geht es los zum Kunden. Arbeitszeiten werden präzise erfasst, die Daten anschließend an die Buchhaltung übertragen. Quelle: dpa

Per Barcode melden sich Mitarbeiter auf dem Smartphone des Vorarbeiters an. Dann geht es los zum Kunden. Arbeitszeiten werden präzise erfasst, die Daten anschließend an die Buchhaltung übertragen.

(Foto: dpa)

Köln Die Digitalisierung macht Christoph Kreis keine Angst - im Gegenteil: „Neue Technologien erleichtern meine Arbeit.“ Frühzeitig setzte der Geschäftsführer der Kreis Bedachungen GmbH in Lohme auf eine Software zur Zeiterfassung seiner Dachdecker.

Per Barcode melden sich Mitarbeiter auf dem Smartphone des Vorarbeiters an. Dann geht es los zum Kunden. Arbeitszeiten werden präzise erfasst, die Daten anschließend an die Buchhaltung übertragen. Nützlich findet er auch die Foto-App: „Damit können wir gegenüber einem Kunden dokumentieren, was genau wir an seinem Dach gemacht haben.“

Die Finanzierung der Spezialprogramme hat Kreis per Leasing geregelt. Ursprünglich wollte er die Software kaufen, dann aber haben ihn die Vorteile von Leasing überzeugt. Leasinggeber ist Abcfinance aus Köln. „Leasing wird von den meisten Unternehmern zuerst mit Autos in Verbindung gebracht.

Dass sich aber auch Digitalisierungsvorhaben auf diese Weise finanzieren lassen, ist vielen kaum bewusst“, sagt Stephan Ninow, Geschäftsführer bei Abcfinance. Selbst eine individuell zugeschnittene Softwarelizenz sei leasingfähig. So ließen sich durch Leasing auch die Inbetriebnahme, anschließende Schulungen, Anschluss und Wartung abdecken.

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    Leasingraten hängen von der Nutzung ab

    Ein weiterer Vorteil: Die Leasingraten lassen sich flexibel gestalten. Floriert das Geschäft, sind höhere Zahlungen fällig; ist die Auftragslage dagegen flau, fallen geringere an. Das ist besonders interessant für Unternehmen, die einen Onlineshop planen. Oder eben für Dachdecker, die im Winter weniger Erlöse erzielen. Die Flexibilität bei den Leasingkosten schont dann die liquiden Mittel. Darüber hinaus kann die Gebühr pro Nutzer des geleasten Guts berechnet werden.

    Auch das ist für Unternehmen attraktiv: Software, aber auch Speicherplatz und Rechenleistung auf Servern sowie oft auch die Finanzierung sind keine limitierenden Faktoren mehr. Betriebe können mit der Nachfrage wachsen.

    Auch nach Angaben von Kai Ostermann, Vorstandsvorsitzender der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden Deutschen Leasing, „werden wir solche nutzungsabhängigen Konzepte in Zukunft verstärkt sehen“. Diese Entwicklung könne man schließlich auch im privaten Bereich beobachten: Streaming, Cloud - bei all diesen Anwendungen spiele Eigentum keine große Rolle mehr, sondern die Nutzung entscheide.

    Digitalisierungsvorhaben, die bisher von vielen Mittelständlern nicht angepackt werden, weil die Investitionskosten zu groß sind, ließen sich endlich realisieren. „Die großen Beratungshäuser“, so Ostermann, „gehen davon aus, dass zur Realisierung einer smarten Fabrik mit einer sich selbst steuernden Produktion über einen sehr langen Zeitraum von bis zu zehn Jahren in einer Dimension von zehn bis 20 Prozent des Jahresumsatzes investiert werden muss.“ Das stelle gerade für kleine und mittlere Unternehmen eine große Herausforderung dar.

    Leasing kann daher dazu beitragen, dass Mittelständler in Sachen Digitalisierung einen großen Sprung nach vorne machen. Umfragen, wie der „Finanzierungsmonitor 2019“ von Creditshelf sowie der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau, belegen, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen den Zugang zu Digitalisierungskrediten oft als viel schwieriger beurteilen im Vergleich zu traditionellen Investitionen in Sachanlagen. „Banker schauen vor allem nach Sicherheiten“, sagt Christopher Grätz, Chef und Gründer von Kapilendo, einem Anbieter von Finanzierungslösungen.

    „Aber wie besichert man einen Onlineshop oder die Implementierung einer neuen Prozesssoftware?“ Gut möglich, dass ein Banker hier keinen Kredit gewähren mag. Allerdings kann er den Kunden in diesem Fall an die konzern- oder verbundeigenen Spezialisten verweisen; etwa bei den Sparkassen an die Deutsche Leasing und bei den Volks- und Raiffeisenbanken an VR-Leasing.

    Ein zentraler Vorteil für Unternehmen: In Leasinggesellschaften finden sich Spezialisten, die Digitalisierungsvorhaben beurteilen können. Neben Finanzprofis beschäftigen zum Beispiel spezialisierte Anbieter Software-Ingenieure und EDV-Fachleute. Deren Fähigkeiten sind für das Angebot von Serviceleistungen wie Wartung, Reparatur und Updates immer wichtiger.

    Außerdem wollen Leasingnehmer zum Beispiel mit einer digital vernetzten Maschine möglichst wenig zu tun haben - sie soll nur einwandfrei arbeiten. Auch deshalb blickt die Leasingbranche optimistisch in die Zukunft. Abcfinance-Chef Ninow, der nicht nur Dachdeckern den Weg ins Digitalzeitalter ebnet, berichtet jedenfalls von einem kräftigen Wachstum.

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