Digitalisierung im Mittelstand Vom Jobkiller zum Jobmotor

Die Digitalisierung treibt gerade im Mittelstand die Arbeitslosigkeit, meinen Skeptiker. Führende Wirtschaftsgrößen sehen dagegen sogar Chancen. Auch die Familienunternehmen bleiben laut TNS-Umfrage optimistisch.
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Agiler Mittelstand setzt zunehmend auf die technische Entwicklung. Quelle: Alex Kraus für Handelsblatt
Commerzbank-Vorstand Markus Beumer

Agiler Mittelstand setzt zunehmend auf die technische Entwicklung.

Quelle: Alex Kraus für Handelsblatt

DüsseldorfEr ist wieder da: John Maynard Keynes. Zumindest in Gestalt des US-Ökonomen Jeffrey Sachs, der vor einer „technologischen Arbeitslosigkeit“ warnt. Sachs prophezeit eine Abwärtsspirale durch die Digitalisierung: „Je leichter die Arbeit von Menschen durch Roboter zu ersetzen ist, desto stärker wird die Nachfrage nach menschlicher Arbeit sinken“, glaubt Sachs.

Ist die Digitalisierung also ein Jobkiller gerade für den deutschen Mittelstand? Markus Beumer, im Vorstand der Commerzbank für das Mittelstandsgeschäft verantwortlich, gibt Warnern wie Sachs nur bedingt recht: „Der Mittelstand gehört ganz klar zu den Gewinnern der digitalen Transformation, weil er typsicherweise auf Geschäftsfeldern agiert, wo Expertenwissen, Innovation und Flexibilität eine große Rolle spielen.“

Ähnlich optimistisch sehen der Digitalisierung auch die rund 4000 mittelständischen Unternehmen entgegen, die TNS-Infratest im Frühjahr für die Studie „Unternehmen Zukunft: Transformation trifft Tradition“ im Auftrag der Commerzbank befragte. 43 Prozent der befragten Firmen rechnen mit einem steigenden, 48 Prozent mit einem gleichbleibenden Personalbestand in den kommenden fünf Jahren. „Damit hat im Mittelstand offenbar ein Umdenken stattgefunden. Statt eines Jobkillers sehen die Unternehmen in der zunehmenden Digitalisierung nun eher einen Jobmotor“, sagt Beumer.

Acht IT-Sicherheitsregeln, die Chefs beachten sollten
Als Mittelstand uninteressant?
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Hacker haben es doch nur auf die ganz großen Konzerne abgesehen? Das ist ein gefährlicher Irrglaube. Wenn Sie so oder so ähnlich argumentieren, sobald Sie auf die Sicherheit Ihrer hauseigenen IT-Systeme angesprochen werden, ist es um die Sicherheit in Ihrem Unternehmen möglicherweise nicht gut bestellt.

Irrglaube mit fatalen Folgen
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Einer Studie des Beratungsunternehmens PWC zufolge hat es in den vergangenen Jahren bereits Tausende kleine und mittlere Firmen erwischt. Allein im Jahr 2014 wurde jedes zehnte mittelständische Unternehmen Opfer eines Cyberangriffs. Der Schaden war jeweils beträchtlich: Er lag im Schnitt bei 80.000 Euro.

IT-Sicherheit ist Chefsache
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Die meisten Chefs sollten wissen, dass sich Gefahren nur mit funktionierenden und sicheren IT-Systemen abwehren lassen. Dabei sind allerdings nicht nur die IT-Verantwortlichen gefordert, sagt Andreas Dannenberg, CEO von Reddoxx, einem Anbieter von IT-Lösungen für sichere Archivierung, Anti-Spam und E-Mail-Verschlüsselung. Der Chef muss die Richtlinien vorgeben. Worauf es dabei ankommt, hat der Experte in einem Fachbeitrag für das Wirtschaftsmagazin „GmbH-Chef“ aufgelistet.

1. Achten Sie auf die Compliance-Bestimmungen
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Unternehmen sind verpflichtet, die datenschutzrechtlichen und archivierungsrechtlichen Pflichten einzuhalten, zum Beispiel für das Finanzamt. Andreas Dannenberg rät Chefs daher, folgende Fragen zu klären: Welche E-Mails sollen oder müssen wie lange archiviert werden? Welche E-Mails sind hingegen wann zu löschen? Ist privater E-Mail-Verkehr gestattet oder untersagt? Falls erlaubt: Wie können diese E-Mails von der geschäftlichen Archivierung getrennt werden? Wie lassen sich E-Mails vollautomatisch klassifizieren und archivieren? Was passiert mit E-Mails von Betriebsräten?

2. Legen Sie Verantwortlichkeiten fest
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Weil die meisten Chefs nicht viel Zeit haben, um sich mit den IT-Risiken und Sicherheitsmaßnahmen ausführlich zu beschäftigen, sollten sie einen Verantwortlichen festlegen, der sich darum kümmert und regelmäßig an den Chef berichtet, rät Dannenberg und ergänzt: „Außerdem gilt es zu prüfen, ob das Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten braucht. Wichtig ist es auch, die Mitarbeiter immer wieder dafür zu sensibilisieren, dass sie die Sicherheitsmaßnahmen einhalten.“

3. Verstärken Sie den Datenschutz
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Eine Grundvoraussetzung, um zu verhindern, dass Internetkriminelle und Wirtschaftsspione an sensible Daten kommen, sieht Dannenberg in sicheren Passwörtern. Sein Tipp: „Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern, was gute Passwörter kennzeichnet und warum sie diese regelmäßig ändern sollen.“

4. Sorgen Sie für eine sichere E-Mail-Nutzung
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„Sensible Informationen sollten unbedingt verschlüsselt werden. Dafür gibt es bereits leicht anwendbare Programme“, schreibt der IT-Experte. Viren, Trojaner und andere Schadsoftware können ansonsten via E-Mails in ein IT-System eindringen und die Datensicherheit massiv gefährden. Dannenberg: „Zudem sind unverschlüsselt gesendete E-Mails so transparent wie Postkarten.“

Banken und Sparkassen sind im Zuge der Digitalisierung längst nicht mehr nur als Beschaffer von Kapital gefragt. „Der Mittelstand erwartet bemerkenswert häufig, dass seine Finanzpartner die Plattform für den Austausch zwischen Unternehmen bieten“, heißt es in der Studie. Zudem wünschen sich die Firmen von ihren Geldhäusern, dass sie in den Beratungsgesprächen von sich aus aktiver die Chancen der Digitalisierung thematisieren.

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