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Finanzexperte Jürgen Abromeit „Eigenkapital ist Lebensversicherung“

Jürgen Abromeit empfiehlt als Vorstandschef der Indus Holding Firmen einen breiten Finanzierungsmix, um das Risiko zu streuen. Zudem ist gerade in der Niedrigzinsphase ein sattes Eigenkapital-Polster unabdingbar.
02.11.2016 - 15:59 Uhr
Jürgen Abromeit, Vostand der Indus Holding
Jürgen Abromeit

Mit Finanzierungsplan Ziele realisieren.

Quelle: PR

Düsseldorf Auch wenn sich Unternehmen derzeit sehr günstig mit Krediten finanzieren können, ist ein Eigenkapital-Polster unverzichtbar, sagt der Finanzierungsexperte.

Herr Abromeit, wie sollte der Finanzierungsplan eines Mittelständlers gestaltet sein?
Ein Finanzierungsplan sichert strategische Ziele eines Unternehmens. Im Mittelpunkt steht die Ausgeglichenheit zwischen Mittelherkunft und Mittelverwendung. Ist festgelegt, welcher Cashflow zu erwarten ist und wie hoch das Working-Capital ist, lassen sich Finanzierungsbedarf und Deckungskonzept entwickeln. Es enthält neben Volumina, Dauer und Zeitpunkt des Finanzierungsbedarfs auch die Fristigkeits- und Fälligkeitsstruktur und zeigt Instrumente sowie potenzielle Partner auf. Wichtig ist es, den Finanzierungsplan ständig zu überprüfen.

Wie sollte das Unternehmen das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital in Zeiten niedriger Zinsen gestalten?
Das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital wird im Rahmen der Gesamtstrategie festgelegt und sollte in jedem Unternehmen mindestens etwa ein Drittel zu zwei Drittel betragen – unabhängig vom Zinsniveau. Zwar ist ein ausgeprägtes Eigenkapital in Niedrigzinsphasen teurer, stellt aber die Lebensversicherung in Schwächephasen dar.

Welche Finanzierungsinstrumente empfehlen Sie zur Deckung des kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Finanzierungsbedarfs?
Kontokorrentlinien bei der Hausbank oder Factoring eignen sich zur Deckung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs. Für größere Unternehmen mit guter Bonität kommen zudem Geldmarktpapiere, sogenannte Commercial Paper, infrage. Den mittelfristigen Kreditbedarf deckt man vorzugsweise mit Bankdarlehen. Großunternehmen nutzen auch Schuldscheindarlehen und ABS-Konstruktionen. Der langfristige Finanzierungsbedarf sollte über Versicherungs- und Hypotheken-Darlehen und bei größeren Unternehmen über Unternehmensanleihen abgedeckt werden.

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    Herr Abromeit, ich danke Ihnen für das Interview.

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