Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Computer automatisieren die Wissensarbeit und verändern den Arbeitsalltag der Menschen extrem.

(Foto: Getty Images)

Finanzierung für die Digitalisierung Wie sich Software und Künstliche Intelligenz mieten lassen

Der technologische Wandel zwingt die Firmen, in ihre IT zu investieren. Was Chefs dabei hilft, diese Herausforderung finanziell zu stemmen.
Kommentieren

AachenKundendaten haben für Tim Schmidt oberste Priorität. Der 51-Jährige ist Geschäftsführer der Siegener FB Media GmbH, eines Systemanbieters für Medien- und Videokonferenztechnik. Er hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie er ein effizientes Customer-Relationship-Management (CRM) etablieren kann.

Anforderung dabei: Die Kundenhistorie wird für alle 16 Mitarbeiter übersichtlich dokumentiert - seien es die Aktivitäten der Kunden, Lieferscheine, Rechnungen oder Gesprächsnotizen. „In diese Datenbank pflegen wir alle relevanten Dokumente über Kunden und Interessenten ein“, erläutert Schmidt.

Mithilfe eines Softwareentwicklers aus dem benachbarten Köln schaffte Schmidt 2016 ein CRM an, dessen Einführung mehr als 20.000 Euro gekostet hat. „Für uns lag es nahe, das neue System über Leasing zu finanzieren. Die monatlichen Zahlungsraten sind überschaubar. Durch die neue Software können wir effizienter arbeiten, und die Investition amortisiert sich schneller“, so der FB-Media-Chef.

Die Finanzierung per Leasing übernahm abcfinance. Das Kölner Unternehmen beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Digitalisierung. „Die Leasingwirtschaft ist prädestiniert, Investitionen ihrer Kunden in die Digitalisierung zu realisieren“, sagt Stephan Ninow, Geschäftsführer bei abcfinance.

Noch ist der Anteil von Digitalisierungsprojekten am Leasinggeschäft vergleichsweise gering. Aber die Wachstumsraten in diesem Bereich sind beträchtlich. Denn Leasing eignet sich nicht nur zur liquiditätsschonenden Finanzierung der Hardwarekomponenten.

„Auch Softwarelizenzen und Servicebestandteile wie zu programmierende Anpassungen an das konkrete Unternehmen sind leasingfähig“, stellt Ninow fest. So kommen auf den Unternehmer bei seinem Weg in Richtung Digitalisierung kalkulierbare Kosten zu. „Viele wissen zu Beginn von Digitalisierungsprojekten noch nicht so recht, wohin die Reise geht. Da ist die finanzielle Seite mittels Leasing eine Unbekannte weniger“, stellt der abcfinance-Geschäftsführer den Vorteil des Finanzierungsinstruments heraus.

Ein weiterer Vorteil kann ein progressiver Ratenverlauf sein. So werden zu Beginn des IT-Projekts nur geringe Leasingraten fällig. Wenn das Projekt Fahrt aufgenommen hat und es sich auszuzahlen beginnt, werden die Monatsraten nach oben angepasst. So kann das Unternehmen die Investition in die Zukunft im Idealfall komplett aus den laufenden Einnahmen bedienen.

Eigenkapital wird geschont

IT-Leasing hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Digitale Prozesse und damit einhergehende neue und komplexer werdende IT-Infrastrukturen erfordern Expertise, die viele mittelständische Firmen selbst nicht aufbringen können. Leasing schont hierbei nicht nur das Eigenkapital, sondern bietet auch Planungssicherheit.

Gilles Christ, Mitglied des Vorstands beim IT-Leasinganbieter Grenke, bestätigt, dass immer mehr Kunden nach neuen Arten der Unterstützung bei der Digitalisierung suchen. Nicht nur IT-Produkte wie PCs, Notebooks, Kopierer, Drucker oder Software sind gefragt.

Auch Services wie Schulungen, die Inbetriebnahme, der Anschluss ans Firmennetzwerk und die laufenden Wartungsarbeiten lassen sich durch Leasing oder Mietmodelle abdecken. „Wir beschäftigen uns beispielsweise seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema Pay-per-Use, also der nutzungsabhängigen Abrechnung für Leasingobjekte. Dazu wird es künftig nötig sein, dass Verbrauchseinheiten digital gemessen und digital übertragen werden. Das bedeutet natürlich, dass der dahinterliegende Prozess vollständig digital ablaufen muss.“

Während es in den vergangenen Jahren beim IT-Leasing in erster Linie um die Finanzierung des Equipments ging, stehen heute auch Service und Beratung im Fokus der Leasingnehmer. „Zusätzliche Dienstleistungen wie IT-Beratung oder Schulungen für die Mitarbeiter sind inzwischen zu einem zentralen Unterscheidungsmerkmal geworden, auf das unsere Kunden bei der Auswahl des passenden Leasingpartners achten“, sagt Nico Peters, geschäftsführender Gesellschafter der Finanzierungsplattform Compeon.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor sind für ihn die immer kürzer werdenden IT-Produktzyklen. Unternehmen legen inzwischen großen Wert darauf, dass ihre Leasingverträge eine entsprechende Erweiterungsmöglichkeit beinhalten, sodass sie während der Laufzeit des Leasings auf neuere Versionen von Hard- und Software umsteigen können.

Auch die Art, wie Unternehmen ihre IT-Struktur nutzen und ausstatten, wandelt sich. Der physische Server, der im Keller steht, wird immer mehr durch Auslagerungen auf einen Cloud-Service ersetzt. „Bei Software geht dabei der Trend hin zu monatlich abgerechneten Lizenzen, die sich genau an die aktuelle Personaldecke anpassen lassen“, erläutert Peters.

Für Leasinganbieter sei diese Entwicklung von Bedeutung, da solche Produkte nicht geleast werden können. „Um ihren Kunden weiterhin das gesamte Dienstleistungsspektrum anbieten zu können, suchen Leasinganbieter auch über Finanzierungsplattformen nach Partnern wie klassischen Banken, die etwa im Bereich der Finanzierung von Cloud-Projekten unerlässlich sind.“

Worauf Unternehmen bei der Crowdfinanzierung achten sollten
Was ist Crowdinvesting überhaupt?
1 von 9

Crowdinvesting ist eine Form der Schwarmfinanzierung. Dabei beteiligt sich eine Vielzahl von (Klein-)Anlegern mit Kapital an einem (Immobilien-)Projekt. Sie unterstützen damit die jeweiligen Projektentwickler. Zum Beispiel geben Kleinanleger ein Darlehen über mindestens 250 Euro zum Neubau oder zur Modernisierung von Gebäuden und füllen damit die Finanzierungslücke des Entwicklers zwischen Eigenkapital und Bankdarlehen, das normalerweise 80 Prozent des Projektvolumens beträgt. Der Bauträger gibt fünf bis zehn Prozent dazu und die Kleinanleger dann den Restbetrag.

(Foto: dpa)
Und wenn es schief geht?
2 von 9

Auf den Plattformen wird dieses Kapital in Form von Nachrangdarlehen gewährt. Nach erfolgreichem Abschluss des Projektes und nach Ablauf einer im Vorfeld festgelegten Laufzeit erhalten die Anleger ihr investiertes Kapital zurück, plus der vertraglich vereinbarten Zinsen abhängig vom Projekterfolg. Sollte das Projekt schiefgehen, bekommt allerdings zuerst die Bank ihr Geld zurück - der Crowd-Anleger muss nehmen, was übrig bleibt.

(Foto: Getty Images)
Geldregen
3 von 9

Für Crowd-Anleger wären daher eigentlich Bestandsimmobilien besser geeignet als Neubauprojekte, weil diese mehr Sicherheit bieten. Doch selten wird zur Finanzierung von vorhandenen Objekten hochverzinsliches nachrangiges Kapital benötigt.

(Foto: Getty Images)
Noch keine Verluste
4 von 9

Bis jetzt haben die Immobilien-Schwarmfinanzierer noch keine Verluste zu beklagen. "Wir haben bisher von den Verbraucherzentralen noch keine Beschwerden über Immobilien-Crowd-Investinganbieter erhalten. Doch die können kommen. Die Branche ist ja noch jung", sagte Verbraucherschützer Wolf Brandes, der den grauen Kapitalmarkt beobachtet, kürzlich im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Geld ist kann schnell weg sein...
5 von 9

Michael Ullmann, mit seiner Plattform Kapitalfreunde einer der Pioniere des Immobilien-Crowdfunding in Deutschland, formulierte es drastisch: "Wir werden auch auf diesem Markt einen Fall Prokon oder eine Wölbern erleben." Mit beiden Gesellschaften verloren Anleger Millionen. Und auf was müssen Unternehmen achten, die Geld über die Crowd einsammeln möchten?

(Foto: Getty Images)
Checkliste zur Finanzierung über den Schwarm
6 von 9

Eignet sich das Portal für meine Zielgruppe? Welche Gebühren und sonstigen Kosten entstehen bei der Finanzierung? Welche Finanzierungen hat die Plattform bereits platziert? Garantiert die Plattform, dass die Fundingsumme zustande kommt? Wer kümmert sich um Betreuung, Verwaltung und Abrechnung der Anleger? Die wichtigsten Anbieter im Überblick.

(Foto: dpa)
Exporo
7 von 9

Zielgruppe: Immobilienunternehmen und -projektentwickler mit Vorhaben im Neubau- oder Bestandsbereich
Volumina: bis zu 2,5 Millionen Euro
Gebühren: zwischen drei und acht Prozent der Darlehenssumme
Laufzeiten: ein bis drei Jahre, in Ausnahmen länger
(Im Bild: Tim Bütecke, Dr. Björn Maronde, Simon Brunke und Julian Oertzen haben die Crowdinvesting-Plattform Exporo 2014 gegründet)

(Foto: obs)

„Das digitale Zeitalter zwingt jedes Unternehmen, sein Geschäftsmodell, die Kommunikation mit Kunden und Zulieferern, seine Arbeitsabläufe, die Art des Zusammenarbeitens, letztlich seine Unternehmenskultur zu überprüfen und den neuen Bedingungen anzupassen“, konstatiert Horst Fittler.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) betont, dass sich der digitale Wandel letztlich auch auf die Prozesse der Leasinggesellschaften selbst auswirkt. „Befragungen zeigen, dass knapp zwei Drittel der Firmenkunden ihren Finanzierungspartner auch nach dessen digitalen Angeboten auswählen“, stellt Fittler heraus.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Finanzierung für die Digitalisierung - Wie sich Software und Künstliche Intelligenz mieten lassen

0 Kommentare zu "Finanzierung für die Digitalisierung: Wie sich Software und Künstliche Intelligenz mieten lassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.