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Finanzierungsmix Auf die Vielfalt kommt es an

Der Kredit ist nach wie vor die beliebteste Form der Finanzierung. Doch Experten raten zum Einsatz unterschiedlicher Instrumente. Nun setzen immer mehr Mittelständler auf das Factoring. Sie kommen schneller an ihr Geld.
26.05.2017 - 08:24 Uhr Kommentieren
Nach wie vor ist der Kredit die beliebteste Finanzierungsform. Doch Unternehmen sollten laut Experten unterschiedliche Instrumente wählen. Quelle: dpa
Kreditvertrag

Nach wie vor ist der Kredit die beliebteste Finanzierungsform. Doch Unternehmen sollten laut Experten unterschiedliche Instrumente wählen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Zinstief hält an. Doch nicht für jeden Mittelständler ist das ein Grund zur Freude. Manches Unternehmen kann die günstigen Konditionen bei Krediten nicht in Anspruch nehmen. Sei es, weil es keine Sicherheiten bietet oder die Bank das Geschäftsmodell nicht versteht. Immerhin 57 Prozent der Finanzentscheider von kleineren und mittleren Unternehmen wünschen sich mehr Unabhängigkeit von ihrer Hausbank, wie eine Befragung des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BfM) zeigt.

Doch um mehr Freiheiten zu erlangen, müssen Mittelständler andere Finanzierungsinstrumente einsetzen. 48 Prozent finden Lösungen sinnvoll, die den Bankkredit ergänzen, wie zum Beispiel Factoring und Leasing. „Factoring kommt mittelständischen Unternehmen entgegen, die sich bei der Finanzierung breiter und unabhängiger aufstellen möchten“, sagt Volker Ernst, Vorstandsvorsitzender des BfM. Beim Factoring kauft ein Factoring-Unternehmen eine Forderung auf und begleicht sie gegen eine Gebühr.

Geld eintreiben in sieben Schritten
Lassen Sie sich nicht narren!
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Offene Forderungen sind nicht nur ärgerlich, sondern gefährden auch die Existenz unzähliger Firmen. Das Creditreform-Magazin.de hat sieben Schritten formuliert, wie Mahnschreiben, Mahnbescheid, Klage und Inkassodienstleister tatsächlich helfen.

(Foto: Getty Images)
Schritt 1: Rechnung schreiben
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Nach Abschluss eines Auftrags - bei Handwerkern nach Abnahme der Leistung - sollten Sie zügig eine prüffähige Rechnung schreiben mit einem konkretem Zahlungstermin. Außer den vertraglich vereinbarten Punkten sollten Sie auch alle Pflichtangaben notieren, die das Umsatzsteuergesetzt verlangt; formale Fehler sind oft Anlass dazu, nicht zu zahlen. Beim Zahlungsziel gilt: Seit Inkrafttreten der EU-Zahlungsverkehrsrichtlinie (2014), dürfen Unternehmen ihren Geschäftspartnern nur noch ein Ziel von maximal 60 Tagen gewähren. Alles andere muss ausdrücklich vereinbart werden. Bei öffentlichen Auftraggebern gilt eine Frist von 30 Tagen.

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Schritt 2: Mängel beseitigen
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Ein häufiger Einwand von Kunden, die ihre Rechnung nicht begleichen, sind Mängel. Sollten die berechtigt sein, müssen Sie sie zunächst umgehend beseitigen.

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Schritt 3: Zahlung kontrollieren
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Es ist zum Verzweifeln, wenn Sie keinen Überblick über Ihre Außenstände haben. Überwachen Sie daher regelmäßig mit einer Excel-Liste, einem Buchführungs- oder einem anderen PC-Programm, welche Rechnungen noch nicht bezahlt sind.

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Schritt 4: Kunden anrufen
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Wenn Ihr Kunde seine Rechnung nicht begleicht, sonst aber eigentlich immer pünktlich gezahlt hat, sollten Sie kurz anrufen, und ihn an die Zahlung erinnern. Bei einem guten Kunden lässt sich bei einem vorübergehenden Liquiditätsengpass ja auch eine Ratenzahlung vereinbaren – aber immer schriftlich mit Schuldanerkenntnis für die Gesamtforderung.

Schritt 5: Richtig mahnen
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Verschicken Sie höchstens drei, nicht nummerierte Mahnschreiben und stellen Sie direkt im ersten Brief fest, dass sich der Kunde im Verzug ist. Berechnen Sie 30 Tage nach Erhalt der Ware oder Abnahme der Leistung Verzugszinsen – bei Privatkunden sollten Sie darauf aber nochmal gesondert hinweisen. Aktuell liegt der Verzugszins bei Privatkunden bei fünf, bei Geschäftskunden bei neun Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Außerdem wird nach der neuen EU-Zahlungsverzugsrichtlinie eine Pauschale von 40 Euro fällig.

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Schritt 6: Mahnantrag stellen und klagen
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Einen Anwalt beauftragen oder einen Mahnbescheid beantragen können Sie selbst über Portale wie beispielsweise online-mahnantrag.de. Wenn der Schuldner nicht widerspricht, erlässt das Gericht den Vollstreckungsbescheid – andernfalls geht das Verfahren in eine Klage über. Wenn deutlich wird, dass der Schuldner partout nicht bezahlen will, klagen Sie am besten direkt.

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Vorteil für den Mittelständler: Er kommt schneller zu seinem Geld und reduziert das Ausfallrisiko. Dadurch verbessern sich die Eigenkapitalquote und das Bonitätsrating bei der Hausbank. Die Idee macht Schule: Um 19,4 Prozent ist nach Angaben des BfM das Factoring-Volumen bei Mittelständlern 2016 gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

„Eine moderne Unternehmensfinanzierung nutzt heute das gesamte Spektrum an Finanzierungsalternativen und ist maßgeschneidert auf den individuellen Bedarf zugeschnitten“, sagt Professor Diethard Simmert von der International School of Management (ISM) in Dortmund und Frankfurt. Wichtigstes Element sei der ausreichende Einsatz von Eigenkapital.

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    Das haben viele Unternehmen erkannt und in den vergangenen Jahren ihre Eigenkapitalquote deutlich angehoben. „Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte oder Unternehmenseinkäufe sind kaum zu realisieren, wenn ein Unternehmen nicht in großem Umfang selbst erwirtschaftete Mittel einsetzen kann“, meint Simmert. Wenn der eigene Cashflow nicht ausreiche, kommt auch externes Kapital zum Beispiel von Beteiligungsgesellschaften infrage.

    Die Hausbank übernimmt für Simmert eine neue Aufgabe: „Die Hausbank ist heute in erster Linie nicht mehr Kreditfinancier, sondern tritt als Dienstleister und Berater auf, der Finanzierungskonzepte entwickelt, passende Bausteine arrangiert und auch den Zugang zu anderen Finanzpartnern erschließt.“ Größere mittelständische Unternehmen sollten auch den Kapitalmarkt nutzen, um ihren Finanzierungsbedarf zu decken.

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