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Firmenautos Was der Dienstwagen über Sie aussagt

Ein Bild sagt sprichwörtlich mehr als 1000 Worte. Ein Auto sagt mindestens genauso viel über seinen Fahrer aus. Das kann das Image unterstreichen – oder nach hinten losgehen. Statussymbole sind heute andere als früher.
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Die mit Abstand beliebtesten Dienstwagen-Modelle der Chefetagen sind der Audi A6, die 5er-Reihe von BMW und die Mercedes E-Klasse. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Fuhrpark-Trends

Die mit Abstand beliebtesten Dienstwagen-Modelle der Chefetagen sind der Audi A6, die 5er-Reihe von BMW und die Mercedes E-Klasse.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Düsseldorf Braucht ein Tierarzt einen Ferrari? Was eher nach einem Fall für so manchen Stammtisch oder die ein oder andere Einkommensdebatte klingt, hat in diesem Sommer tatsächlich die Richter am Bundesfinanzhof beschäftigt. Besagter Tierarzt hatte sich – bei Jahresgewinnen zwischen 200.000 und 350.000 Euro – für drei Jahre einen der italienischen Sportwagen geleast.

Mit dem schicken Flitzer fuhr er zu Fortbildungen und anderen beruflichen Terminen. Die hohen Betriebskosten des Ferraris, insgesamt rund 98.000 Euro, wollte der Tierarzt als Betriebsausgaben geltend machen – schließlich konnte er die überwiegend berufliche Nutzung mit einem Fahrtenbuch belegen. Die BFH-Richter kamen aber zu dem Ergebnis, dass der vollständige Abzug der Ausgaben unangemessen sei.

Denn der Tierarzt habe den Ferrari nur an 20 Tagen in drei Jahren betrieblich genutzt. Statt der vollen Summe dürfe der Mediziner für einen Wagen der Oberklasse übliche zwei Euro pro Kilometer abrechnen – bei dienstlich gefahrenen 5600 Kilometern nur ein Bruchteil der Gesamtkosten. Die restlichen 85.000 Euro muss er selbst tragen – ein hoher Preis für den „unangemessenen Repräsentationsaufwand“.

Zwar schmückt der Ferrari sicher den Parkplatz vor der Praxis und zeigt weithin, wie erfolgreich die Geschäfte des selbstständig praktizierenden Tierarztes laufen. Doch etwas mehr Augenmaß hätten ihm wohl dieses teure Vergnügen erspart. Selbst unter Besserverdienenden ist bei der Wahl des Dienstwagens Vernunft eingekehrt.

Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens BBE Media unter 3150 GmbH-Chefs gaben diese im Schnitt rund 68.400 Euro für ihren Dienstwagen aus – in der Regel ein Modell der gehobenen Mittelklasse. Nur einer der befragten Manager hatte offenbar einen ähnlich exotischen Dienstwagenwunsch wie unser Tierarzt: Er gab einen Anschaffungspreis von 251.000 Euro für seinen Firmenwagen an.

Die mit Abstand beliebtesten Modelle der Chefetagen sind der Audi A6, die 5er-Reihe von BMW und die Mercedes E-Klasse. Für Psychologie-Professor Rüdiger Hossiep von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sagt die Wahl eines der drei Modelle – nicht nur bei GmbH-Chefs – vieles über den Fahrer aus.

„Die erste Frage ist: Was würde mein Chef zu dem Auto sagen? Da keiner unangenehm herausstechen will, haben wir ein enormes Dienstwagen-Einerlei, obwohl es zahlreiche markante Alternativen gibt“, sagt Hossiep. „In Deutschland fehlt die Courage zu markanten Entscheidungen. Wir sind Weltmeister in der Risikovermeidung – das gilt auch bei der Wahl des Dienstwagens.“

Das Risiko, dass man mit dem Dienstwagen negativ auffällt, ist bei den deutschen Limousinen eben deutlich geringer als bei Lexus GS, Jaguar XF oder Maserati Ghibli. Obwohl die Kosten für die markanteren Alternativmodelle auf demselben Niveau sind wie für A6, 5er und E-Klasse, transportieren sie ein anderes Image an die Umwelt. So kommt es zum Teil auf die Branche an, welches Auto wirklich passt.

„Wenn ein Mittelständler aus einem Industrie-Unternehmen mit einem Maserati vorfährt, kann er als überheblich abgestempelt werden. In der Kreativbranche kann der Maserati aber als Ausdruck des Stils und der Eigenständigkeit gelten“, sagt der RUB-Psychologe.

Was der Dienstwagen über die Firma aussagt
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2 Kommentare zu "Firmenautos : Was der Dienstwagen über Sie aussagt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo Herr Schmidt, das Thema Rost ist bei aktuellen MB kein Thema mehr - um 2000 herum wurde bei MB auf Wasserlacke umgestellt, Modelle aus dieser Zeit sind rosttechnisch einfach peinlich, inzwischen kann man aber wieder MB fahren, ohne dass einem irgendwann das Türschloss engegenfällt. Ich bin nach mehreren Jahren Jaguar und Maserati inzwischen wieder (keineswegs reumütig) bei MB angekommen, da zum Einen alle Anderen auch nur mit Wasser kochen und zum Anderen - für mich - MB immernoch Maßstäbe setzt (S350 BT).

    Lexus hat sich vor Jahren einmal zu blöd angestellt, eine Probefahrt auf die Beine zu stellen, jaguar baut inzwischen Autos, die ich nicht anschauen möchte, BMWs 7er ist inzwischen in die Jahre gekommen und Audi existiert für mich persönlich nicht, wenn es tatsächlich um Luxusklasse geht.

  • Aber sicher, mit dem rostenden Mercedes fällt man nicht so auf wie mit einem Lexus GS, Jaguar XF oder Maserati Ghibli.

    Was verdient man so für einen solchen Artikel ?

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