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Firmenübernahme Die Scheu vor dem Verkauf

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Käufer zahlen das Zehn- bis 15-fache

Viele mittelgroße Mittelständler spürten heute, dass sie an Grenzen stoßen. Um weiter wachsen zu können, suchten sie nach Kapital, Partnern oder nach Zukäufen im Ausland, meint Investmentbanker Perkins. Außerdem steckten gerade bei inhabergeführten Firmen oft 75 bis 80 Prozent des Familienvermögens in der Gesellschaft. „Diese Unternehmer überlegen heute, ob sie nicht zumindest einen Teil des Vermögens hinter die Brandmauer bringen sollen. Sie veräußern Firmen oder Konzernteile, die nicht mehr als Kernaktivität gesehen werden, und investieren das Geld nicht selten in andere Unternehmen oder kleinere, innovative Start-ups“, hat Perkins beobachtet.

Ferner habe man in den vergangenen fünf Jahren eine Professionalisierung und ein anhaltendes Wachstum in der Zahl der Family Offices wahrgenommen, die die Vermögen großer Familienstämme oder von Stiftungen managen. Diese suchten mittlerweile verstärkt und sehr aktiv nach Direktinvestitionen in mittelständische Unternehmen, erklärt Perkins, der in Heidelberg studiert hat und Deutsch fließend beherrscht, was bei Verhandlungen im Mittelstand immer noch hilfreich ist.

Wegen des relativ überschaubaren Angebots an Übernahmeobjekten und angesichts günstiger Finanzierungsbedingungen sind die Preise für mittelständische Firmen oder Konzernteile wieder in die Nähe der Höchstpreise vor der Finanzkrise 2008 gerückt. Käufer zahlen nicht selten das Zehn- bis 15-fache des operativen Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Besonders aktiv sind derzeit die strategischen Käufer - also Industrieunternehmen oder Dienstleister. „Sie sind aufgrund zu erwartender Synergien und weiteren Umsatzwachstums durch die Zusammenlegung der Unternehmen in der Regel bereit und in der Lage, einen deutlich höheren Preis zu zahlen als Finanzinvestoren“, sagt Perkins, der im Wettbewerb steht mit Investmentbankern von Rothschild, Lazard, Baird und Lincoln International. Bevorzugte Branchen sind für ihn die Bereiche Energie, Maschinenbau, Medien und Elektronik.

Finanzinvestoren haben es derzeit schwer, gegenüber Strategen zu punkten. „Eigentlich müssten dringend Gelder investiert werden, aber die hohen Kaufpreiserwartungen und die gut gefüllten Kassen der Strategen hemmen die im Grunde positiven Rahmenbedingungen“, sagt Tobias Schneider, Partner bei der Kanzlei CMS Hasche Sigle. Deshalb rechnen Beobachter damit, dass Private-Equity-Häuser eher als Verkäufer auftreten werden. In den kommenden beiden Jahren dürften so vermehrt Unternehmen aus den Portfolios von Finanzinvestoren auf den Markt kommen. „Bisher waren die Preiserwartungen der Finanzinvestoren zu hoch, aber in den kommenden 24 Monaten wird der Druck steigen, aus den Firmen auszusteigen“, glaubt Perkins. Zur Belebung des Geschäfts benötige der Markt vor allem „Primaries“, also Transaktionen, bei denen erstmals ein Unternehmen von einem Finanzinvestor übernommen wird. Bei „Secondaries“ unter der Regie von Finanzinvestoren müsse es seitens des Unternehmens dagegen schon eine sehr gute Strategie für Wachstum geben, damit die Investitionen sich überhaupt rechnen.

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