Fuhrparkmanager nutzen verstärkt die automatisierte Übertragung von Fahrzeugdaten – die DSGVO könnte zum Schreck für Fuhrparkmanager werden.

Flotten-Versicherung Wenn der Dienstwagen sensible Daten sammelt

Wer vorausschauend fährt, bezahlt mit einem Telematiktarif bis zu 40 Prozent weniger Versicherung. Beim Dienstwagen gibt es allerdings noch ein ungelöstes Problem.
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DüsseldorfWer vorausschauend und besonnen fährt, bezahlt weniger: Mit Rabatten bis zu 40 Prozent werben Versicherungen auf dem Privatkundenmarkt für Telematiktarife, die auf Verhaltensprofilen der Fahrer basieren. Gut ein Dutzend von rund 100 Kfz-Versicherern bietet laut dem Bund der Versicherten (BdV) derzeit solche Tarife an, immerhin 80.000 Kunden nutzen die neuen Angebote bereits.

Anders sieht das bei gewerblichen Kunden aus - Telematiktarife suchen Flottenmanager in Deutschland bisher vergeblich. „Der Grund ist weniger das Versicherungsrecht“, sagt Günter Hirsch, Leiter der Schlichtungsstelle Versicherungsombudsmann - vielmehr bremsten Arbeitsrecht und Datenschutz. Anders als beim privaten Auto ist bei Dienstwagen das Unternehmen der Fahrzeughalter - der Nutzer kommt als dritte Partei hinzu.

Der Fahrer ist womöglich aber nicht damit einverstanden, dass seine Daten gesammelt und ausgewertet werden. Erfährt er dies im Nachhinein, steht Ärger ins Haus. Noch schwieriger wird es, wenn ein Dienstwagenfahrer Gäste in seinem Auto chauffiert. Denn die können kaum ahnen, dass Daten über sie erhoben werden, sagt Hirsch.

Unternehmen, die das Fahrverhalten im Rahmen des Fuhrparkmanagements auswerten oder sich bereits auf gewerbliche Telematiktarife vorbereiten wollen, sollten Vorsorge treffen. Hirsch empfiehlt das Vorhaben zunächst mit dem Betriebsrat und dem Datenschutzbeauftragten abzuklären - und entsprechende Vereinbarungen gegebenenfalls gleich in den Arbeitsverträgen zu verankern.

Nach Einschätzung des Experten werden die Versicherer gewerbliche Telematiktarife auch in Deutschland anbieten. „Nur wann, das lässt sich noch nicht sagen.“ Das Interesse, Risiken mithilfe der Technik zu minimieren und Prämien zu senken, sei grundsätzlich groß.

Ein Vorbote könnte der Schweizer Markt sein: Dort vertreibt die Allianz bereits eine Telematikplattform für das Fuhrparkmanagement - und lockt Unternehmen mit geringeren Versicherungsprämien. Die Datenhoheit liege beim Kunden, verspricht der Konzern. „Uns ist es weder möglich, Passagierdaten zu erheben noch Passagiere zu erkennen. Angaben zu Lenkenden werden uns vom Kunden mitgeteilt und erfasst“, sagt Cornelia Kamber-Zech, Head of Fleet Telematics der Allianz Suisse.

Die technischen Möglichkeiten werden dabei bisher längst nicht ausgereizt. „Es gibt keine Aufzeichnung zum Fahrverhalten, zum Beispiel, wann der Fahrer wie stark gebremst oder Gas gegeben hat. Diese Auswertung wäre ein zusätzlicher Kostentreiber“, sagt Kamber-Zech. Flottenmanager könnten aber aus Treibstoff- und Reparaturabrechnungen sowie Karosserieschäden ableiten, wie sorgsam Fahrer unterwegs sind.

5 günstige Diesel ohne Fahrverbot-Risiko
Wenig Auswahl bei sauberen Dieseln
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Die Auswahl an sauberen Diesel-Modellen ist aktuell noch sehr klein. Längst noch nicht alle in Deutschland angebotenen Neuwagen sind auf dem Stand der strengsten Abgasnorm Euro 6d-temp. Vor allem im unteren Preissegment ist das Angebot mau. Wir haben die fünf günstigsten „Sauber-Diesel“ rausgesucht, die aktuell bestellt werden können.

Ford Ka+ 1.5 TDCi, 70 kW/97 PS, ab 14.000 Euro
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Der Kleinstwagen bietet vergleichsweise viel Platz und eine ordentliche Ausstattung. Für die Langstrecke sicher nicht die beste Wahl, aber für städtische Vielfahrer wie Pflege- oder Kurierdienste als Diesel eine bedenkenswerte Alternative zum Benzinermodell.

Peugeot 208 BlueHDi 100, 73 kW/99 PS, ab 19.100 Euro
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Die Franzosen zählen zu den Marken mit dem größten Sauber-Diesel-Programm jenseits der Premiumanbieter. Der 208 punktet mit knappen Abmessungen, gutem Raumgefühl und flinkem Fahrverhalten. Im Vergleich zum kaum kleineren Ford nicht nur auf der Langstrecke das reifere Auto.

Honda Civic 1.6 i-DTEC, 88 kW/120 PS, ab 19.990 Euro
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In der neuesten Generation ist der japanische Kompaktwagen fast schon zum Mittelklassemodell geworden, bietet viel Platz für Passagiere und Gepäck. Dazu gibt es selbst beim Basismodell eine umfangreiche Sicherheitsausstattung.

Ford Focus 1.5 EcoBlue, 70 kW/97 PS, ab 20.090 Euro
5 von 7

Die neue Generation des Ford Focus kommt zwar erst im September auf die Straße, kann aber bereits jetzt bestellt werden. Zumindest für die Basismobilität dürfte der leistungsmäßig etwas beschränkte Diesel ausreichen.

Peugeot 308 1.5 BlueHDi, 75 kW/100 PS, ab 20.950 Euro
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Der kompakte Franzose ist gleich mit drei unterschiedlichen Euro-6d-temp-Dieseln zu haben. Verpflanzt sind die Vierzylinder in einen eleganten Fünftürer, der sich bei Ambiente und Fahrverhalten stärker als zuletzt von der Marke gewohnt am VW Golf orientiert.

Die Deutschen ziehen nach
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Das Angebot an Modellen wird in den kommenden Monaten weiter wachsen, spätestens im Herbst 2019 müssen alle Neuwagen die Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen. Am unteren Ende des Preisbandes dürfte sich aber vergleichsweise wenig tun: Viele Marken werden die Dieselmotoren in ihren Kleinst- und Kleinwagen wohl eher streichen als die teure Abgasreinigung einzubauen.

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