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Förderbanken Anschubhilfe für junge Unternehmer

Staatliche Geldinstitute unterstützen kleine Firmen. Mit den Finanzspritzen können sie expandieren oder eine Nachfolge finanzieren.
15.12.2019 - 14:59 Uhr Kommentieren
Förderbanken fördern auch die Kleinsten, weil sie wichtige Bausteine einer intakten Wirtschaft sind. Quelle: Getty Images

Förderbanken fördern auch die Kleinsten, weil sie wichtige Bausteine einer intakten Wirtschaft sind.

(Foto: Getty Images)

Hamburg Lutz Gornik hat vor eineinhalb Jahren die Firma Pflegepartner Hamburg gegründet. Inzwischen kümmern sich 24 Mitarbeiter um pflegebedürftige Menschen in Hamburg-Schnelsen. „Der Markt ist riesig“, sagt der 54-Jährige, der vor seiner Selbstständigkeit Reha-Kliniken, Krankenhäuser und Pflegeheime geleitet hatte.

Investieren musste Gornik vor allem in Personal. Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) bewilligte ihm dafür einen Kredit in Höhe von 130.000 Euro - zu günstigen Zinsen. „Ohne dieses Kapital hätten wir nur sehr langsam wachsen können“, konstatiert Gornik. „Der Markt aber lechzt nach Pflegekräften, und ein zu kleiner Betrieb rechnet sich nicht, weil die Ertragsmargen wegen des hohen Anteils der Personalkosten von 70 Prozent gering sind.“

Förderbanken wie die IFB Hamburg existieren in jedem Bundesland. Die größte ist dabei die NRW.Bank, die kleinste die Bremer Aufbau-Bank. Die wichtigste Aufgabe der staatlichen Finanzhäuser: Investitionen und Betriebsmittel von Unternehmen zu fördern.

Dafür werden vornehmlich zinsgünstige Darlehen vergeben. Die Programme der Landesförderinstitute sind vergleichbar, das Prozedere ist es auch: Der Unternehmer oder Gründer geht mit seinem Konzept oder Businessplan zu seiner Geschäftsbank. Sie ermittelt den Bedarf an Fremdkapital und stellt einen Antrag bei der regional zuständigen Förderbank.

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    Programme speziell für Existenzgründer

    Diese prüft die Unterlagen und erteilt die Bewilligung mit Empfehlungen an die Hausbank zu Haftungsfreistellung, Zinssatz und Laufzeit. Laut dem Bundesverband der Öffentlichen Banken Deutschlands (VÖB) erhielten Unternehmen 2017 Darlehenszusagen in Höhe von 70,5 Milliarden Euro. Außerdem wurden 8,9 Milliarden Euro an Zuschüssen gewährt.

    In Hamburg gibt es neben einem Kleinstkreditprogramm für Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit wechseln möchten, mit einer maximalen Fördersumme von 17.500 Euro auch Darlehen für Gründung und Nachfolge.

    Die Höchstsumme liegt bei 500.000 Euro. Zielgruppe sind Firmen, die unter die EU-Definition für Klein- und Mittelbetriebe fallen, also weniger als 50 Millionen Euro Umsatz machen oder deren Bilanzsummen unter 43 Millionen Euro liegen und nicht mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen.

    2018 hat die IFB Hamburg rund 200 solcher Darlehen vergeben. Das Gesamtvolumen: 22 Millionen Euro.

    Zuschuss auch für Ausbildungsplatz

    Die Hausbank holt sich immer die Bürgschaftsgemeinschaft der Stadt mit ins Boot, die für bis zu 70 Prozent der Kreditsumme haftet. Handwerker erhalten einen Tilgungszuschuss von 5.000 Euro, wenn sie erstmalig einen Ausbildungsplatz schaffen. „Wir wollen auch die Kleinsten und Kleinen fördern, weil sie wichtige Bausteine einer intakten Wirtschaft in der Metropolregion sind“,

    begründet Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender der IFB Hamburg, dieses Engagement.

    Ein Beispiel dafür sind Juliane und Felix Greulich. Sie haben mit einer sechsstelligen Kreditsumme des hanseatischen Förderinstituts Mitte vergangenen Jahres den Betrieb „Die Pastafrauen“ übernommen. Die in eigener Produktion hergestellten frischen Nudeln, Soßen und Antipasti verkauft das Ehepaar auf sieben Wochenmärkten in Hamburg. Das Nachfolger-Duo beschäftigt zurzeit acht Mitarbeiter.

    Auch Pflegeunternehmer Gornik, der einen zweiten Betrieb im Nachbarstadtteil Langenhorn eröffnen will, braucht noch einmal Fördergelder der IFB Hamburg. „Für einen geplanten dritten Standort dann aber nicht mehr. Den finanzieren wir aus dem Cashflow der ersten beiden Betriebe“, ist er sicher.

    Andreas Rüdenauer hat vor vier Jahren 90.000 Euro aus dem Förderprogramm „Startfinanzierung 80“ der baden-württembergischen L-Bank erhalten. Die brauchte er, um sein Spin-off R3DT GmbH aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) auf feste Säulen zu stellen, Geräte anzuschaffen und einen Liquiditätspuffer zu haben. „Mit solch einer Summe im Rücken wächst die unternehmerische Sicherheit“, betont der Diplom-Ingenieur. Das Programm fördert Gründer zinsvergünstigt mit maximal 125.000 Euro.

    2018 bewilligte die L-Bank insgesamt rund 3,6 Milliarden Euro an Fördermitteln. Im Auge haben die Wirtschaftsförderer Betriebe „auch im ländlichen Raum“, wie L-Bank-Vorstandschef Axel Nawrath betont, denn das Besondere am Südwesten sei „die Stärke in der Fläche“. R3DT hat eine Virtual-Reality-Software entwickelt, mit der sich Produktionsprozesse schneller und günstiger planen lassen.

    Das Start-up in Karlsruhe hat nach den Geldern der Förderbank insgesamt einen hohen sechsstelligen Mezzanine-Betrag vom Hightech-Gründerfonds und zwei Business Angels bekommen, erklärt Rüdenauer: „Das ist unsere Brücke bis zur Wachstumsfinanzierung. Nun erhöhen wir das Tempo im Vertrieb und stellen neue Mitarbeiter ein.“

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