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Klimabeschlüsse Studie: Diesen finanziellen Startvorteil haben E-Autos gegenüber Benzinern

E-Autos spielen bei den Klimaschutzbemühungen der Bundesregierung eine zentrale Rolle. Wie sich die Vergünstigungen für Elektroautos ab 2021 auszahlen, zeigt eine Untersuchung.
28.10.2019 - 11:28 Uhr 1 Kommentar
Studie: E-Autos haben finanziellen Startvorteil gegenüber Benzinern Quelle: dpa
Elektroauto an einer Ladestation

Der Staat lässt sich die Förderung von Elektroautos eine Menge kosten.

(Foto: dpa)

Berlin Der Staat lässt sich die Förderung von Elektroautos eine Menge kosten. Wenn man alle steuer- und regulierungsbedingten Belastungen konventioneller Antriebstechnologien zu den Vergünstigungen für Elektroautos in Relation setzt, beträgt der Vorteil für einen elektrisch betriebenen VW-Golf gegenüber einem VW-Golf mit Benzin-Motor rund 26.200 Euro. Das ergeben Berechnungen von Economic Trends Research (ETR) für den Mineralölwirtschaftsverband (MWV), die dem Handelsblatt vorliegen.

Eingerechnet sind dabei die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung zum Klimaschutz. Allein sie vergrößern den Vorsprung von E-Autos um mehrere tausend Euro.

Die Berechnungen beziehen sich auf Fahrzeuge, die im Jahr 2021 zugelassen werden. Unterstellt wird ein Lebenszyklus von zwölf Jahren und eine Fahrleistung von 11.000 Kilometern pro Jahr. Außerdem geht ETR davon aus, dass die Autos vier Jahre als Dienstwagen besteuert werden.

Warum 2021? In diesem Jahr tritt die CO2-Bepreisung für die Sektoren Verkehr und Gebäude in Kraft. Dadurch verteuert sich das Benzin leicht. Außerdem wird zeitgleich die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die auf den Strompreis aufgeschlagen wird, minimal gekürzt. Das wiederum ist ein Vorteil für Elektroautos.

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    Schwerer wiegen die Veränderungen bei der Dienstwagensteuer: Sie wird für reine E-Autos bis zu einem Preis von 40.000 Euro von 0,5 auf 0,25 Prozent abgesenkt. Unter dem Strich vergrößern allein die Beschlüsse zum Klimapaket der Bundesregierung die Vorteile eines E-Golfs gegenüber einem Benziner um rund 3.400 Euro.

    Wichtigster Einzelposten bei der Berechnung ist und bleibt aber die CO2-Flottenregulierung. Der ab 2020 geltende Grenzwert von 95 Gramm CO2 je Kilometer stellt für die Hersteller eine große Herausforderung dar und macht E-Autos besonders attraktiv.

    Überschreitet ein Hersteller den durchschnittlichen Flottengrenzwert, so werden beim Verkauf eines Neuwagens Strafzahlungen in Höhe von 95 Euro je Gramm Überschreitung und verkauftem Neuwagen fällig. Erreicht ein Hersteller also in einem Jahr im Flottendurchschnitt einen Emissionswert von 110 Gramm bei 100.000 verkauften Neuwagen, so muss er 142,5 Millionen Euro Strafe zahlen.

    Wenn Hersteller der Strafe entgehen wollen, bietet es sich an, E-Autos auf die Straße zu bringen, denn sie werden als Nullemissionsfahrzeuge betrachtet; mit welchem CO2-Ausstoß die Produktion des von einem E-Auto genutzten Stroms verbunden ist, ist dabei gleichgültig.

    Hersteller brauchen E-Autos für die CO2-Bilanz

    Ein Hersteller, der ein E-Auto und ein Auto mit 190 Gramm CO2-Emission verkauft, wird behandelt, als hätte er zwei Autos mit 95 Gramm CO2-Emission in Verkehr gebracht. Er hat damit den Grenzwert von 95 Gramm eingehalten. Ein E-Auto reduziert somit die Strafzahlungen des Herstellers um 9.025 Euro. Man könnte auch von einer indirekten Subvention für E-Autos sprechen.

    E-Autos spielen bei den Klimaschutzbemühungen der Bundesregierung eine zentrale Rolle. Im „Klimaschutzprogramm 2030“ der Bundesregierung ist das Ziel definiert, dass bis 2030 in Deutschland „sieben bis zehn Millionen“ Elektrofahrzeuge zugelassen sind. Zur Einordnung: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland erst 36.000 rein elektrisch betriebene Fahrzeuge neu zugelassen. Es bleibt also noch viel zu tun, um das Ziel zu erreichen.

    Aus Sicht der Mineralölwirtschaft ist es aber ineffizient, allein auf E-Autos zu setzen. Denn rein rechnerisch würde ein Betrag von 26.200 Euro ausreichen, um ein Auto mit Verbrennungsmotor über den gesamten Lebenszyklus mit CO2-neutralen, synthetischen Kraftstoffen zu versorgen.

    Grafik

    Dahinter steht folgende Rechnung: Der VW-Golf mit Verbrennungsmotor verbraucht bei einer jährlichen Fahrleistung von 11.000 Kilometern über zwölf Jahre insgesamt 6.336 Liter Benzin. Setzt man 26.200 Euro an, könnte man jeden Liter Benzin mit 4,14 Euro fördern. Die heutigen Herstellungskosten für erneuerbare Kraftstoffe wären damit mehr als gedeckt: Sie betragen nach Branchenangaben rund drei Euro pro Liter.

    „Verständlich ist, dass Elektromobilität als ein Baustein für den Klimaschutz im Verkehr gefördert wird. Es ist jedoch klimapolitisch sinnvoll und zur Zielerreichung auch notwendig, erneuerbare Kraftstoffe stärker als bisher in die Förderung einzubeziehen“, sagt MWV-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen. Synthetische Kraftstoffe könnten auch in bereits heute betriebenen Fahrzeugen sofort klimawirksam werden, argumentiert Küchen. Zudem ließe sich die bestehende Infrastruktur sofort nutzen.

    Sind grüne Brennstoffe eine Alternative

    Welche Rolle synthetische Kraftstoffe, die mittels Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt werden, im Mobilitätssektor spielen sollen, ist umstritten. Allerdings könnten sie Bedeutung weit über den Mobilitätssektor hinaus gewinnen.

    Die Schlüsseltechnologie hinter synthetischen Kraftstoffen ist das Power-to-X-Verfahren. Dabei wird Strom genutzt, um mittels Elektrolyse Wasserstoff herzustellen. Der Wasserstoff wiederum lässt sich in Methan oder in flüssige Kraftstoffe umwandeln. Wenn der Strom, der für die Elektrolyse eingesetzt wird, aus erneuerbaren Quellen stammt, entstehen klimaneutrale, also „grüne“ Brennstoffe.

    Power to X gilt als Schlüsseltechnologie der Energiewende. Denn „grüne“ Brennstoffe sind universell einsetzbar: als Brennstoffe im Wärmesektor, für Industrieprozesse – oder eben in der Mobilität. Entscheidender Nachteil der Power-to-X-Technologie sind die niedrigen Wirkungsgrade: Ein großer Teil des eingesetzten Stroms verpufft beim Umwandlungsprozess ungenutzt.

    Dem steht allerdings ein Vorteil gegenüber: Für bestimmte Anwendungsfälle – etwa im Schwerlast- oder im Flugverkehr – sind Batterien nicht geeignet. Die Power-to-X-Technologie baut somit eine Brücke von der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen in die Sektoren Mobilität, Wärme und Industrie.

    Mehr: Warum Batteriezellen der Autobranche noch Probleme bereiten

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    1 Kommentar zu "Klimabeschlüsse: Studie: Diesen finanziellen Startvorteil haben E-Autos gegenüber Benzinern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Was für ein unsinniger Vergleich.
      Eine drohende - aber vermeidbare - Strafzahlung (hier über 9.000 Euro) als "indirekte Subvention" zu verkaufen, und direkt mit in die Rechnung zu heben … ist schon ziemlich dreist.
      Wenn ich Karstadt ausräume, muss ich vermutlich auch eine Strafe zahlen. Wenn ich jetzt zu Karstadt gehe und die nett frage, um eine "Subvention" (oder kleines Schutzgeld) dafür zu bekommen, dass ich das eben nicht mache … ist irgendwie sizilianisch mafiös.
      Dazu ist eine Jahresfahrleistung von 11.000 km irgendwie wenig.
      Sieht doch seeeehr nach Wunschstudie aus. So etwas unkommentiert in die Zeitung zu heben ... ich weiß nicht.

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