Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Leasing Eine Branche wehrt sich gegen ihr enges Korsett

Für die meisten Leasinggesellschaften ist die Grenze der Belastbarkeit erreicht - denn sie müssen die hohen Anforderungen und Pflichten der Finanzaufsicht erfüllen. Nun gilt es, das Image zu stärken.
  • Martin Mudersbach
1 Kommentar
Das Produkt Leasing hat sich in der deutschen Wirtschaft etabliert. Quelle: picture-alliance/ ZB

Das Produkt Leasing hat sich in der deutschen Wirtschaft etabliert.

(Foto: picture-alliance/ ZB)

BerlinDie Leasingbranche feiert 2012 ein besonderes Jubiläum: „50 Jahre Leasing in Deutschland“. 1962 gründeten sich die ersten Leasinggesellschaften und starteten eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Die Pioniere der Branche betraten damals in vielfacher Hinsicht Neuland: Einerseits war der rechtliche und steuerliche Rahmen der neuen Investitionsform noch nicht abgesteckt, andererseits war das unternehmerische Denken noch stark vom Eigentumsgedanken geprägt. Die heutige Überzeugung, dass die Nutzung eines Autos, eines Computers oder einer Maschine und nicht das reine Eigentum daran Werte schafft, setzte sich erst langsam durch.

Inzwischen hat sich das Produkt Leasing in der deutschen Wirtschaft nachhaltig etabliert. Es gibt nahezu kein Investitionsgut, das nicht geleast werden kann und nicht geleast wird. Unternehmen aller Größenklassen ziehen Leasing bei ihren Investitionsplänen in Betracht. Der Löwenanteil der Kunden stammt aus dem Mittelstand. Die Leasingwirtschaft hat sich gerade in vergangenen Krisenzeiten als deren verlässlicher Partner bewiesen, das zeigt der Blick in die Branchengeschichte.

Denn es waren die Leasinggesellschaften, die in Zeiten von Kreditklemmen notwendige Zukunftsinvestitionen finanziert und die Konjunktur angeschoben haben. Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Leasings als Motor für Investitionen und damit für Wirtschaftswachstum ist in Deutschland unter Ökonomen und auch in der Politik anerkannt.

Nach einem halben Jahrhundert Leasingpraxis sind die Rahmenbedingungen abgesteckt, wenngleich sich die Branche immer wieder gegen ein zu enges Korsett zur Wehr setzen musste und muss. Den tiefsten und bedeutendsten Einschnitt in die Geschichte stellt dabei die Zuordnung der Leasinggesellschaften unter die Finanzmarktaufsicht Ende 2008 dar. Zumal die umfangreichen Anforderungen und Pflichten, die sich auch durch die eingeschränkte Aufsicht „light“ ergeben hatten, eine sehr heterogene Branche mit einem starken mittelständischen Kern trafen.

Nach über drei Jahren unter der Finanzmarktaufsicht kann die Branche mit Selbstbewusstsein feststellen, dass sie den Kraftakt „KWG light“ mit Bravour gestemmt hat. Jedoch ist mit der Aufsicht „light“ die Grenze der Belastbarkeit für den Großteil der Leasinggesellschaften erreicht.

Es gibt noch genug Wachstumspotenzial

Um weiterhin erfolgreich den Wettbewerb der Finanzierungsinstrumente anzuführen, gilt es, das Image als innovatives, modernes Produkt zu stärken und die Leistungsmerkmale wie Flexibilität, maßgeschneiderte Produkte, Serviceleistungen und vor allem die Beratungskompetenz für Güter und Märkte intensiv zu betonen. Ausreichend Wachstumspotenzial für die Branche ist auch nach fünf Jahrzehnten vorhanden – zum Beispiel im Sektor Produktionsmaschinen, wo die Leasingquote mit 16 Prozent unterdurchschnittlich ist.

Zudem ergeben sich an der Wende zu einem neuen Energiezeitalter für die Leasingwirtschaft Möglichkeiten, die notwendigen enormen Investitionen in umweltschonende Technologien zu realisieren. Ebenso kann Leasing im Gesundheitsbereich dazu beitragen, dass Kliniken und Praxen stets modernste Technologien einsetzen.

„50 Jahre Leasing“ ist ein Grund zum Feiern – und das wird die Branche mit einer Festveranstaltung im Berliner E-Werk auch tun. Erwartet werden 300 geladene Gäste, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Die Festrede über „Herausforderungen für die Wirtschaftspolitik in Europa“ hält Wolfgang Franz, Vorsitzender der „Wirtschaftsweisen“.

Zugleich feiert auch der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen sein 40-jähriges Bestehen. Der Vorgängerverband wurde 1972 gegründet und 2001 mit dem Interessenverband Deutscher Leasing-Unternehmen zum heutigen BDL verschmolzen. Mit seinen rund 200 Mitgliedsgesellschaften repräsentiert der BDL über 90 Prozent des gesamten Leasingmarkts.  
 
Martin Mudersbach ist Präsident des Bundesverbands Deutscher Leasingunternehmen (BDL).

Startseite

1 Kommentar zu "Leasing: Eine Branche wehrt sich gegen ihr enges Korsett"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • jo,ist schon beachtlich, wieviele Leute die +20% für Fremd-Finazierung bezahlen, Beitz und Eigentum verwechseln !

Serviceangebote